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Frauenfußball in Frankreich : Schiedsrichterin Steinhaus muss WM vorzeitig verlassen

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Bibiana Steinhaus wird bei der Frauen-WM wegen einer Verletzung keine Spiele mehr pfeifen. Bild: EPA

Die deutsche Vorzeige-Schiedsrichterin muss nach nur einem Spiel bei der Fußball-WM der Frauen abreisen. Das liegt aber nicht an der Leistung von Bibiana Steinhaus. Vielmehr hat sie sich eine Verletzung zugezogen.

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          Der Traum vom Final-Viererpack ist geplatzt: Für die deutsche Vorzeige-Schiedsrichtern Bibiana Steinhaus (Langenhagen) ist die Frauenfußball-WM in Frankreich vorzeitig beendet. Die 40-Jährige hat in ihrem bisher einzigen Endrunden-Einsatz während der Vorrundenpartie am 12. Juni zwischen dem Gastgeber und Norwegen (2:1) laut des Weltverbandes Fifa eine Muskelverletzung erlitten. „Das ist sehr schade für sie, sehr schade für uns und sehr schade für den Fußball. Schließlich ist sie eine sehr gute Schiedsrichterin“, sagte Referee-Boss Pierluigi Collina (Italien) während einer Pressekonferenz am Mittwoch in Paris: „Aber sie wird nicht mehr fit während des Turniers.“

          Frauenfussball-WM 2019

          Für Steinhaus, die bereits die Endspiele bei der WM 2011, dem olympischen Turnier 2012 und der Champions League 2017 geleitet hat, war die Endrunde bereits das siebte große internationale Turnier. Steinhaus war bei den Frauen-Weltmeisterschaften 2011 und 2015, den Olympischen Spielen 2012 sowie den Europameisterschaften 2009, 2013 und 2017 aktiv. Seit der Saison 2017/18 ist sie zudem Schiedsrichterin in der Männer-Bundesliga. Auch Riem Hussein (Bad Harzburg) wird zu keinem WM-Einsatz mehr kommen. Die 38-Jährige gehört nicht zu den elf Schiedsrichterinnen, die für die ausstehenden Begegnungen vorgesehen sind. Hussein leitete aber immerhin drei Partien (zwei Vorrundenspiele und ein Achtelfinale) in Frankreich.

          Mit Blick auf die umstrittenen Videobeweis-Entscheidungen verteidigte Collina seine Schützlinge. „Wenn etwas interpretiert werden muss, wird es immer Diskussionen geben“, äußerte der frühere Schiedsrichter: „Das sind immer noch subjektive Entscheidungen. Es kann zu falschen Interpretationen kommen, das ist menschlich. Im Fußball ist nicht alles schwarz oder weiß.“ Anders sieht es laut Collina mit Blick auf das Abseits aus. „Dort gibt es keinen Raum für Diskussionen. Fünf Zentimeter reichen aus. Dafür haben wir ja die Technik, um das zu sehen“, sagte der 59-Jährige: „Im Regelwerk steht nicht, dass es großes oder kleines Abseits gibt. Abseits ist Abseits.“

          Laut der Fifa wurden in den bisherigen 44 Partien insgesamt 441 Szenen überprüft. 29 Mal kam der Videobeweis zum Einsatz. 25 Entscheidungen wurden geändert, vier wurden bestätigt. Ohne Videobeweis waren 92 Prozent der Entscheidungen nach Fifa-Lesart korrekt, mit Videobeweis stieg diese Zahl auf 98 Prozent.

          „Mit dieser Bilanz können wir sehr gut schlafen. Über viele Entscheidungen kann man nunmal stundenlang diskutieren“, betonte Fifa-Abteilungsleiter Massimo Busacca (Schweiz): „Wir sind nicht perfekt. Wo ist das Problem? Welche Mannschaft war bisher bei der Endrunde perfekt? Wenn ein Spieler 89 Minuten schlecht spielt und trifft, ist er der Held. Beim Schiedsrichter ist es genau umgekehrt. Deshalb begrüßen wir die Technik.“

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