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Deutsches Olympiaticket : Der Queen sei Dank!

Ein Sig auch für Deutschland: Lucy Bronze hat für England getroffen Bild: USA Today Sports

England beschert den deutschen Fußball-Frauen das Ticket für Olympia mit einem Sieg im WM-Achtelfinale gegen Norwegen - und wegen der Besonderheiten des Königreichs. Silvia Neid bleibt somit bis 2016 Bundestrainerin.

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          Die deutschen Fußballfrauen haben bereits vor dem Viertelfinale gegen Frankreich am Freitag (22.00 Uhr MESZ / ZDF und F.A.Z.-Liveticker) das erste Teilziel erreicht: Dank eines 2:1-Siegs von England gegen Norwegen nach Toren von Stephanie Houghton (61.) und Lucy Bronze (76.) sowie einem Gegentor von Solveig Gulbrandsen (54.) im Achtelfinale der Fußball-Weltmeisterschaft in Ottawa ist Deutschland einer von drei europäischen Quotenplätzen fürs olympische Fußballturnier sicher.

          Nach dem Ausscheiden Norwegens steht vor dem Achtelfinale der Niederländerinnen gegen Japan fest, dass sich neben Frankreich und Deutschland maximal noch ein startberechtigtes europäisches Team fürs Viertelfinale qualifizieren kann. England hat nämlich wie auf der Insel üblich der Fifa im Frühjahr signalisiert, dass es kein Team für Olympia melden werde.

          Weil England, Schottland, Nordirland und Wales nur im Fußball eigenständig sind, bei den Olympischen Spielen aber stets in einem gemeinsam Team „Großbritannien“ antreten müssten, gibt es traditionell kein Olympia-Fußballteam von der Insel. Die Fußball-Verbände Schottlands, Nordirlands und von Wales weigern sich, zugunsten Englands auf ihr Startrecht zu verzichten. Der Queen sei Dank!

          Bei den Olympischen Spielen von London hatten die Verbände ausnahmsweise einem gemeinsamen Team zugestimmt, das es sich wegen der Gastgeberrolle nicht qualifizieren musste.

          Für Rio 2016 sind - wie stets bei Olympia - die drei besten europäischen Teams des vorangegangenen WM-Turniers qualifiziert, also bislang Frankreich und Deutschland. Auch Norwegen dürfte im Fall einer Achtelfinal-Niederlage der Niederlande gegen Japan noch auf den letzten Platz im 12er-Teilnehmerfeld hoffen. Die im WM-Achtelfinale ausgeschiedenen Teams - Schweden, die Schweiz, Norwegen und gegebenenfalls die Niederlande - würden dann im kommenden Frühjahr den letzten Platz ausspielen.

          Amerikanerinnen im Viertelfinale

          „Wir freuen uns sehr, dass dieses Etappenziel erreicht ist. Allerdings verlieren wir deshalb nicht unseren Titeltraum und die Konzentration aufs Viertelfinale gegen Frankreich nicht aus den Augen“, sagte DFB-Teammanagerin Doris Fitschen über die Olympia-Qualifikation. Für Bundestrainerin Silvia Neid bedeutet dies, dass sie ihren Vertrag bis 2016 auf jeden Fall erfüllen wird. Im Fall eines Scheiterns an der Qualifkation hätte sie den Stab vermutlich bereits nach der WM an ihre Nachfolgerin Steffi Jones übergeben, die 2016 nach den Spielen Bundestrainerin werden soll.

          In das WM-Viertelfinale zogen unterdessen auch die Fußballerinnen aus den Vereinigten Staaten ein. Das Team des zweimaligen Weltmeisters besiegte im Achtelfinale Kolumbien trotz Anlaufschwierigkeiten verdient mit 2:0 (0:0) und trifft in der Runde der letzten Acht am Freitag in Ottawa auf China. Die 25 Jahre alte Alex Morgan (53.) hatte ihr Team in Führung geschossen, Carli Lloyd (66.) machte den Erfolg per Foulelfmeter gegen den fast eine Hälfte lang in Unterzahl agierenden WM-Neuling aus Südamerika perfekt. Kurz nach der Pause hatte Starstürmerin Abby Wambach (49.) einen Strafstoß vergeben. Morgan war auf der Strafraumgrenze von der kolumbianischen Torhüterin Catalina Perez von den Beinen geholt worden, die für die Notbremse die Rote Karte sah.

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