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Deutsche Einzelkritik : Gewinnerin Gwinn, Pechvogel Marozsan

Enttäuschung nach dem WM-Aus: die deutschen Fußball-Nationalspielerinnen Lina Magull (links) und Giulia Gwinn Bild: dpa

Die Niederlage im Viertelfinale besiegelt das WM-Aus für die deutschen Fußballfrauen. Auch weil nur eine Spielerin auf wirklichem Weltklasse-Niveau agierte. Der DFB-Kader in der F.A.Z.-Einzelkritik:

          Almuth Schult: Die 29 Jahre alte Torhüterin vom VfL Wolfsburg bewies als einzige Deutsche die Zugehörigkeit zur Weltklasse. Trotz einer Masernerkrankung in der Vorbereitung und einer Schulterverletzung kurz vor der WM. Schult gab ihrem Team Sicherheit, bis es der Schwedin Sofia Jakobsson im Viertelfinale gelang, sie nach 382 Minuten ohne Gegentor erstmals zu bezwingen. Auch außerhalb des Platzes eine Führungsspielerin.

          Frauenfussball-WM 2019

          Giulia Gwinn: Das 19 Jahre alte Talent ist die WM-Gewinnerin im deutschen Team. Erzielte das erste WM-Tor, stand sämtliche 450 Minuten auf dem Feld und erlebte einen Popularitätszuwachs. Brachte auf dem Feld stabile Leistungen auf verschiedenen Positionen. Gwinn, die nach der WM vom SC Freiburg zu Bayern München wechselt, dürfte eine der Spielerinnen der Generation Voss-Tecklenburg werden.

          Marina Hegering: Ihre Leistung als Abwehrchefin darf man nicht alleine darauf reduzieren, dass sie maßgeblich am entscheidenden Gegentreffer des Turniers im Viertelfinale gegen Schweden beteiligt war. Die 29 Jahre alte, nach sechs Jahren Verletzungspause zur späten Nationalspielerin avancierte Abwehrspielerin stand ihre Frau, taktische Defizite aufgrund zu geringer Erfahrung auf allerhöchstem Niveau waren aber nicht zu übersehen. Sammelte bei der WM sämtliche möglichen 450 Minuten an Spielerfahrung.

          Sara Doorsoun: Die zweite Innenverteidigerin im deutschen Team erlebte einen rabenschwarzen Start ins Turnier mit einer desolaten ersten Halbzeit im Auftaktspiel gegen China. Danach mit deutlich weniger Fehlpässen und dank ihrer Schnelligkeit häufig Retterin in höchster Not. Gegen Schweden aber auch in einigen Situationen unsicher. Ihre Qualitäten in der Spieleröffnung sind ausbaufähig. Stand alle Spielminuten auf dem Platz.

          Carolin Simon: Die Position der Linksverteidigerin blieb stets eine Problemstelle im deutschen Team, obwohl Trainerin Voss-Tecklenburg den Luxus besaß, gleich zwei Spezialistinnen mit starkem linkem Fuß zu haben. Simon zeigte jedoch weder in der Defensive ihre gewohnte Übersicht, noch in der Offensive ihre Schuss- und Flankenqualitäten. Musste im Viertelfinale zu allem Überfluss verletzt vom Platz.

          Verena Schweers: Die 30 Jahre alte Spielerin von Bayern München überzeugte nach ihrer ersten Einwechslung gegen China noch mit Athletik und Zweikampfstärke. Im späteren Turnierverlauf aber mit Ungenauigkeiten im Passspiel und bei Flanken. Bei ihr könnte das Ende der Nationalteamkarriere bevorstehen.

          Kathrin Hendrich: Die Außenverteidigerin von Bayern München ist eine der Verliererinnen der WM im deutschen Kader. Verlor vor der WM ihren Stammplatz an Gwinn. Ein wackliger Auftritt gegen Spanien zeigte der 27-Jährigen ihre derzeitigen Grenzen auf.

          Leonie Maier: Als sich Simon im Viertelfinale kurz vor der Pause verletzte, wurde Leonie Maier eingewechselt. Sie traf keine Schuld am Ausscheiden. Aber die 26 Jahre alte Rechtsverteidigerin, die nach einem unglücklichen Jahr bei Bayern München zu Arsenal London wechselt, konnte auch keine offensive Akzente setzen.

          Sara Däbritz: Die Mittelfeldspielerin, die nach der WM von München zu Paris wechselt, begann die WM im zentralen defensiven Mittelfeld, musste aber immer wieder auf die linke Außenbahn ausweichen. Erzielte drei Tore und war damit die erfolgreichste deutsche Torschützin. Bewies auch Qualitäten als Vorbereiterin. Im Bereich ihrer Möglichkeiten, jedoch ohne Sprung in die internationale Spitzenklasse.

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