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Frauenfußball : Deutschland erkämpft den zweiten WM-Sieg

  • -Aktualisiert am
Das 1:0 – Däbritz drückt den Ball mit einer Grätsche über die Linie.

Martina Voss-Tecklenburg aber bewies Stärke und Haltung und stand ihrem Team trotz schnell durchnässter Jacke tapfer in der Coachingzone direkt am Spielfeldrand zur Seite. Wild gestikulierend und laut rufend versuchte sie zu ordnen, was nur schwer zu ordnen war: Immer wieder überraschten die für ihr Kurzpassspiel berühmten Spanierinnen die deutsche Abwehr mit langen Bällen aus dem Mittelfeld in die Schnittstellen der Abwehr. Sara Doorsoun rettete in höchster Not gegen Nahikari Garcia (6.), die aber kläglich vergab.

Die Spanierinnen waren den Deutschen in der ersten Hälfte in allen Belangen überlegen. In den Zweikämpfen wirkten sie wacher und stellten die deutschen Spielerinnen schon beim eröffnenden Pass durch geschicktes Zustellen der Passwege vor solch unlösbare Probleme, dass etwa Verena Schweers einen Ball unbedrängt ins Aus rollen lassen musste, weil sie keine Anspielstation fand. „Spanien hat uns schon damit überrascht, wie giftig und mutig sie uns gepresst haben“, sagte Verena Schweers. „Wir brauchten lange, um ins Spiel zu finden.“

Auch Fehlpässe waren die Folge, es kam keine Ruhe ins Spiel, die Deutschen mussten den mit deutlich größerem Ballbesitzanteil spielenden Spanierinnen hinterherlaufen. Zudem verfolgten die Gegnerinnen einen klaren Plan im Ballbesitz: Sie legten sich die Deutschen durch Querpässe in der Viererabwehrkette zurecht, um dann auf die Chance zum langen Ball in die Spitze abzuwarten.

Lediglich ihre altbekannte Schwäche im Abschluss hinderte die Spanierinnen an der Krönung ihres starken Auftritts. Das Führungstor erzielten stattdessen die Deutschen, die sich in der Schlussviertelstunde der ersten Halbzeit steigerten. Der erste mit Konsequenz zu Ende gespielte Angriff führte nach Lena Goeßlings öffnendem Pass auf Svenja Huth, zu einer exakten Flanke auf Alexandra Popp. Den Kopfball wehrte die spanische Torfrau Sandra Panos noch ab. Sara Däbritz grätschte den Ball jedoch ins Netz und hatte dabei Glück, dass sich die spanische Spielführerin Marta Torrejon im Versuch, das Unheil zu verhindern, reichlich ungeschickt anstellte. „Unser Ziel war es, Erster zu werden und mit dem Sieg gegen Spanien sind wir auf einem guten Weg“, sagte die Torschützin.

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Zur Pause stellt Martina Voss-Tecklenburg abermals um: Für Rechtsverteidigerin Kathrin Hendrich kam die 18 Jahre alte Mittelstürmerin Klara Bühl vom SC Freiburg zu ihrem WM-Debüt. Die schnelle Angreiferin deutete nach rund einer Stunde mit zwei herausragenden Einzelaktionen ihr Talent an, scheiterte aber beide Male im Abschluss. Die spanischen Bemühungen um den verdienten Ausgleich scheiterten derweil an der nun deutlich verbesserten Abwehr, die dem Gegner kaum noch gefährliche Spielzüge gestattete, oder an Schlussfrau Almuth Schult, die bei ihren Aktionen eine wohltuende Ruhe und Sicherheit ausstrahlte. Immer wieder pflückte sie Flanken sicher aus der Luft.

Frauenfussball-WM 2019

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