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DFB-Frauen nach Auftaktsieg : Eine Gwinn und drohende Verluste

Spielplan, Ergebnisse, Termine der Frauenfußball-WM 2019

Während die Sorgen um Marozsan in der medizinischen Abteilung bearbeitet werden müssen, muss Voss-Tecklenburg andere Probleme auf dem Trainingsplatz zu beheben versuchen. Nach Balleroberungen tendierten die deutschen Spielerinnen allzu sehr zum Sicherheitspass, statt die Chance zum Umschalten zu nutzen. So nahm das Spiel immer wieder erst dann Schwung auf, wenn die im Ballbesitz in die hinterste Reihe zurückfallende Melanie Leupolz aus der Liberoposition heraus das Spiel aufzog. Die Chinesinnen, wenn sie sich denn mal ein wenig aus der Defensive herausbewegt haben, konnen sich somit immer wieder ordnen. Die deutsche Abwehrreihe bestätigte zudem im ersten Spiel die Bedenken, die viele Beobachter schon vor dem Turnier hatten: Die Viererkette aus vergleichsweise wenig erfahrenen Spielerinnen war der große Unsicherheitsfaktor im deutschen Spiel. Vor allem Innenverteidigerin Sara Doorsoun sorgte für ein Spiel voller Schreckmomente: Zweimal unterliefen ihr im Spielaufbau katastrophale Fehlpässe, die die Chinesinnen in der Folge zur Führung hätten nutzen müssen: Einmal rettete Doorsoun noch selbst, ein andermal Torhüterin Schult.

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„Diese zwei Fehlpässe dürfen mir nicht passieren, die gehen gar nicht. Ich muss das schnellstmöglich abstellen“, sagte die 27 Jahre alte Abwehrspielerin. „Aber ich habe mich in der zweiten Halbzeit gesteigert und war defensiv präsent.“ Doorsoun stoppte tatsächlich dank ihrer Schnelligkeit und des Geschicks im Zweikampf zahlreiche chinesische Konter, die sie freilich oft auch mit weiteren, wenn auch nicht ganz so gravierenden Fehlpässen mit eingeleitet hatte, weil sie am Ball viel zu hektisch und im Passspiel entsprechend unsauber agierte. „Wenn man derjenigen ins Gesicht geschaut hat, dann weiß man, dass sie am besten weiß, was schief gelaufen ist. Fehler passieren, das ist menschlich“, sagte Torhüterin Almuth Schult über ihre Vereinskameradin. „Zudem haben meine beiden Innenverteidigerinnen ihr erstes großes Spiel bei einem WM-Turnier gemacht. Wir müssen da vielleicht noch mehr verinnerlichen, dass man manchmal auch in so einem Spiel einfach spielen muss. Das haben wir in der zweiten Halbzeit besser gemacht. Wenn man dann nachher 1:0 gewinnt, ist das auch in Ordnung.“

Auch Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg stärkte Doorsoun  am Samstag zwar sowohl verbal, als auch mit dem Verzicht auf eine Auswechslung den Rücken. Aber die Wahrscheinlichkeit dürfte groß sein, dass sie im nächsten Spiel eine andere Innenverteidigung aufbieten wird. Dem Spiel täte es womöglich gut, wenn die etwas weniger schnelle, dafür aber ballsichere Lena Goeßling, mit 105 Länderspielen und 33 Lebensjahren die erfahrenste Spielerin im deutschen Kader wie auch beim VfL Wolfsburg Doorsouns Rolle einnehmen und die Routine im Umgang mit Drucksituationen ins Spiel einbringen würde.

Womöglich geht Martina Voss-Tecklenburg aber auch den ganz mutigen Weg und sucht die Lösung mit der jüngsten anstatt der ältesten Spielerin: Lena Oberdorf könnte in der Startelf auftauchen, die bei ihrem WM-Debüt überzeugte, obwohl sie mit 17 Jahren und 171 Tagen zur jüngsten deutsche Spielerin wurde, die je bei einer WM eingesetzt wurde. Birgit Prinz, die so ziemlich jeden Rekord im deutschen Frauenfußball hält, war 1995 zwei Monate älter zum WM-Auftakt. Oberdorf agierte nach ihrer Einwechslung zur Pause für Carolin Simon bemerkenswert ruhig und abgeklärt, mit körperlicher Präsenz und Klarheit am Ball. Bei so viel Coolness auf dem Feld war es wenigstens beruhigend, dass Oberdorf das Spiel dann doch mit einer gewissen Nervosität bestritten hat. Zumindest sei sie angespannter gewesen als bei einer Klausur, die sie unter der Woche noch unter Aufsicht eines Lehrers für ihre Schulkarriere im Mannschaftsquartier zu schreiben hatte. „Bei einer Klausur weiß man ja vorher genau, was dran kommt, da kann man sich vorbereiten. Bei China wussten wir es nur ein bisschen. Deswegen war definitiv das Spiel das Schwerste in dieser Woche“, sagte sie. Bis Mittwoch steht nun erst einmal keine Klausur an. Dann aber folgt die nächste praktische Prüfung gegen Spanien (18 Uhr im FAZ.NET-Liveticker zur Frauenfußball-WM 2019 und im ZDF).

Frauenfussball-WM 2019

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