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WM-Achtelfinale der DFB-Frauen : Deutschland gewinnt im Videospiel

Die Verbindung wird gehalten: Für Torschützin Alexandra Popp (Zweite von rechts) und das deutsche Team geht es im Viertelfinale weiter. Bild: dpa

Die Serie der DFB-Frauen hält auch im ersten K.o.-Spiel gegen Nigeria: Mit dem vierten Sieg ohne Gegentor erreicht Deutschland die Runde der besten acht Teams. Der Videoassistent spielt dabei eine Hauptrolle. Auch die Norwegerinnen sind weiter.

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          Es wurde auch Fußball gespielt im Achtelfinale der Fußball-WM der Frauen zwischen Deutschland und Nigeria in Grenoble. Und dabei gewann das deutsche Team 3:0, verdient nach der besten Leistung im bisherigen Verlauf des Turniers in Frankreich, dank Toren von Alexandra Popp (20. Minute), Sara Däbritz (27.) und Lea Schüller (83.). Im Viertelfinale trifft Deutschland nun am kommenden Samstag (18.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Frauenfußball-WM, in der ARD und bei DAZN) in Rennes auf den Sieger der Begegnung zwischen Schweden und Kanada.

          Frauenfussball-WM 2019

          Den 18.000 Zuschauern im vor Alpengipfeln liegenden Stade des Alpes wird aber vermutlich vor allem eine Häufung von fünf Videoassistenten-Eingriffen in der ersten Halbzeit in Erinnerung bleiben, die einer an sich ansehnlichen Begegnung immer wieder den Spielfluss raubten und Unterbrechungen erzwangen, die die Zuschauer im Stadion immer aufs Neue im Ungewissen ließen. „Das ist schon blöd, wenn immer wieder fünf Minuten nichts passiert auf dem Platz“, sagte Stürmerin Lea Schüller.

          Die deutsche Elf durfte sich freilich nicht beschweren nach dem Sieg im Videospiel: In den entscheidenden Situationen entschieden die Unparteiischen zu ihren Gunsten. „Wir haben spielerische Ansätze gezeigt, dann kamen viele Unterbrechungen dazwischen“, sagte Torhüterin Almuth Schult nach der Partie. Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg bemängelte nach der Partie die „fehlende Spielruhe“: „Aber es ist schön, dass wir im Viertelfinale stehen. Es ist nicht selbstverständlich, dass wir das schaffen. Die ganze Mannschaft hat verdient, durchzuatmen.“

          Besonders für Nigeria war die Vorbereitung auf das Achtelfinale alles andere als optimal: Die Afrikanerinnen mussten von Montag bis Donnerstag in Rennes warten, ob sie den letzten jener vier Plätze in der K.-o.-Phase bekommen, die für die vier besten Gruppendritten reserviert waren. Vor dem Spiel hatte Trainer Thomas Dennerby noch betont, dass die ungewöhnliche Vorbereitung keinen Einfluss auf sein Team habe. „Es war ein tolles Gefühl, am Donnerstagabend noch ins Achtelfinale zu rutschen. Das wiegt alles andere auf“, sagte der Schwede. Dennerby musste auf seine für den FC Barcelona spielende Torjägerin Asisat Oshoala wegen Muskelbeschwerden verzichten.

          Das deutsche Team musste hingegen nur mit dem ungewohnten Umstand zurechtkommen, dass der Gegner erst 43 Stunden vor Anpfiff feststand. In der Startformation änderte Bundestrainerin Voss-Tecklenburg ihr Team überraschenderweise gegenüber dem letzten Vorrundenspiel gegen Südafrika nur auf einer Position: Für die junge Klara Bühl kam die robustere Lea Schüller ins Team und spielte in einer 4-4-2-Grundformation als zweite Spitze neben Alexandra Popp, die in ihrem 100. Länderspiel ihr Team als Spielführerin aufs Feld führte.

          Vor beiden Stürmerinnen hatte Nigerias Trainer Dennerby vor dem Spiel nicht sonderlich viel Angst zum Ausdruck gebracht. „Deutschland hat nicht mehr die Stürmerinnen wie einst, als Birgit Prinz noch dabei war“, sagte Dennerby, der als schwedischer Nationaltrainer unliebsame Erfahrungen mit der deutschen Rekordtorschützin gesammelt hat.

          Popp lehrte ihn freilich schnell eines Besseren: Nach einem Eckball von Lina Magull köpfte die Wolfsburger Mittelstürmerin ein (20. Minute) – das Tor wurde trotz einer Intervention des Videoassistenten anerkannt. Die Abseitsstellung von Svenja Huth wurde von der japanischen Schiedsrichterin Yoshimi Yamashita nach fast dreiminütigem Austausch mit dem Videoassistenten und dem Blick auf den Bildschirm als passiv ausgelegt. Eine strittige Entscheidung. „Wir wissen, dass wir eine Stärke in den Standardsituationen haben“, sagte die Bundestrainerin nach der Partie. „Wir haben uns eigentlich vorgenommen, in jedem Spiel ein Tor aus Standardsituationen heraus zu erzielen.“

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