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Fußball-WM der Frauen : Endstation Viertelfinale für Deutschland

Die deutsche Fußballfrauen um Alexandra Popp scheiden bei der WM im Viertelfinale aus. Bild: dpa

Die „Tour de France“ der Fußballfrauen endet schon im WM-Viertelfinale. Das DFB-Team verliert nach gutem Start doch noch gegen Schweden. Die Niederlage im Viertelfinale ist für die Deutschen gleich doppelt bitter.

          Martina Voss-Tecklenburg versuchte es ein letztes Mal. Eine Trinkpause eine Viertelstunde vor Schluss bot noch einmal die Gelegenheit, an ihr Team zu appellieren. Die Bundestrainerin gab eine neue Marschrichtung aus, alle körperlich robusten und torgefährlichen Spielerinnen beorderte sie ins Sturmzentrum, wo plötzlich auch die 17 Jahre junge Lena Oberdorf auftauchte. Es war ein Akt der Verzweiflung, der nichts mehr brachte. Die Deutschen sind bei der Fußball-WM der Frauen nach einer 1:2-Niederlage gegen Schweden im Viertelfinale ausgeschieden.

          Frauenfussball-WM 2019

          Schweden spielt nun am Mittwoch (21.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Frauenfußball-WM) in Lyon im zweiten WM-Halbfinale gegen Europameister Niederlande, der zuvor Italien 2:0 besiegt hatte. Beide Teams sind damit zugleich für das olympische Fußballturnier im kommenden Sommer in Japan qualifiziert, bei dem Großbritannien dank des englischen Halbfinaleinzugs gegen Norwegen den dritten europäischen Platz einnehmen wird. Die Engländerinnen treffen am Dienstag (21.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Frauenfußball-WM) im ersten Halbfinale auf die Vereinigten Staaten. Titelverteidiger Deutschland verpasst das Olympia-Turnier hingegen erst zum zweiten Mal nach 2012. Und es ist eine große Chance vergeben, mit einem klangvollen Duell mit den Niederlanden ein abermals größeres Millionenpublikum an den Fernsehschirmen zu erreichen.

          „Wir sind in einem Prozess, aber es ist noch nicht so gefestigt. Wir müssen es besser verteidigen. Nach dem Rückstand mussten wir viel investieren, Schweden kann gut verteidigen“, sagte die Bundestrainerin. „Uns hat auch etwas Spielglück gefehlt, das tut weh. Wir hatten nach vorne nicht ganz die Durchschlagskraft. In einigen Phasen haben uns die Konsequenz und der Mut gefehlt. Wir werden daran wachsen.“ Auch Torhüterin Almuth Schult war enttäuscht: „Wir hatten uns etwas anderes vorgenommen und haben gut angefangen. Das Spiel ist nach dem Ausgleich gekippt. Man lernt aus jeder Niederlage. Aber das ist nicht zu entschuldigen. Das ist einfach bitter.“ (Alle Stimmen zum Spiel)

          Voss-Tecklenburg verzichtete vor 25.000 Zuschauern im Roazhon Park in Rennes in der Startaufstellung letztlich doch auf Dzsenifer Marozsan. Die Spielmacherin war nach ihrem Zehenbruch, den sie an gleicher Stelle exakt drei Wochen zuvor im WM-Auftaktspiel gegen China erlitten hatte, grundsätzlich wieder einsatzfähig. Für sie stand überraschend Linda Dallmann in der Startelf, die im Turnierverlauf zuvor lediglich eine halbe Stunde gegen Südafrika zum Einsatz gekommen war. Spielführerin Alexandra Popp rückte derweil aus dem Sturmzentrum ins zentrale defensive Mittelfeld, wo sie ihre körperliche Robustheit einbringen sollte.

          Den Deutschen kam in der Vorbereitung nahezu jedes Detail entgegen. Für Schweden war Deutschland das Schreckgespenst, weil die Auswahl der Skandinavierinnen  seit 1995 in elf Duellen bei großen Turnieren keinen Sieg mehr errungen und dabei unter anderem vier Endspiele verloren hatte. Die deutsche Elf hatte zudem zwischen Achtel- und Viertelfinale zwei Tage länger Zeit für Regeneration. Das führte in der Teamleitung zu großer Zuversicht. Zu guter Letzt wurde den Deutschen auch noch jene Platzhälfte zum Aufwärmen zugeteilt, die im Schatten des Stadions lag – bei einer Hitze von 38 Grad Celsius in Rennes kein zu vernachlässigender Vorteil.

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