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Start der Frauenfußball-WM : Bei den Deutschen stimmt nur das Ergebnis

Giulia Gwinn (Zweite von rechts) erzielte das goldene Tor. Bild: AFP

Die DFB-Auswahl startet erfolgreich in die Frauenfußball-WM. Doch beim 1:0 über die harten Chinesinnen gibt es einige Probleme – vor allem in der Abwehr. Erst ein sehenswerter Schuss bewahrt Deutschland vor einem Fehlstart.

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          Martina Voss-Tecklenburg faltete die Hände vor ihrem Gesicht, blickte zum Himmel über Rennes und dankte dem „Fußballgott„. Die Bundestrainerin der deutschen Fußballfrauen wusste, dass ihrem Team soeben ein glücklicher 1:0-Arbeitssieg über China durch ein Tor von Giulia Gwinn (66. Minute) zum Auftakt der Weltmeisterschaft in Frankreich gelungen war. „Ich war einfach erleichtert, dass wir das im Teamwork noch hinbekommen haben“, sagte die 51 Jahre alte Martina Voss-Tecklenburg nach dem Erfolg in ihrem ersten WM-Spiel als Bundestrainerin.

          Frauenfussball-WM 2019

          Tatsächlich stimmte am Ende nur das Ergebnis. Zahlreiche Unsicherheiten in der Defensive bereiten Sorgen für den weiteren Turnierverlauf. „Aber wir haben Widerstände positiv überwunden, nun müssen wir die nächsten Widerstände so überwinden, am besten auch direkt im nächsten Spiel.“ Dann ist Spanien, das am Samstag zum Start 3:1 gegen Südafrika gewann, am kommenden Mittwoch (18.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Frauenfußball-WM, im ZDF und bei DAZN) in Valenciennes ein vermutlich noch etwas stärkerer Gegner.

          Die Bundestrainerin ließ ihr Team vor gut 15.000 Zuschauern anfangs überraschend mit einer in die hintere Abwehrreihe zurückgezogenen Aufbauspielerin Melanie Leupolz agieren. Der chinesische Trainer Xiuang Jia verzichtete derweil auf seinen einzigen, im Ausland spielenden Star: Wang Shuang, im Ligaalltag im WM-Gastgeberland Frankreich für Paris Saint-Germain am Ball und vor einer Woche bei der 1:2-Niederlage im letzten Testspiel gegen die Französinnen noch als einzige Torschützin für China erfolgreich, musste zunächst von der Bank aus zuschauen.

          Damit war die Richtung vorgegeben: China, gegen das Deutschland zuletzt während der Olympischen Spiele 2016 gleichfalls mit 1:0 gewonnen hatte, lauerte aus einer tief und kompakt agierenden Verteidigung heraus auf Konter. Wie von Martina Voss-Tecklenburg angekündigt, agierten die Asiatinnen dabei sehr diszipliniert. Zudem brachten die Chinesinnen Härte ins Spiel: Bereits nach zwölf Minuten sah Angreiferin Wang Shanshan Gelb nach einem Foul an Marozsan. „Das war teilweise grenzwertig“, sagte die Bundestrainerin später. „Kaum eine meiner Spielerinnen ist ohne Blessuren davongekommen.“

          Die Deutschen erspielten sich dennoch bereits in den ersten Minuten gute Torchancen. Eine Flanke von Alexandra Popp konnte die chinesische Torhüterin Peng Shimeng gerade so vor der einschussbereiten Svenja Huth wegfausten. Kurze Zeit später rauschte der Ball nach einem Distanzschuss von Sara Däbritz denkbar knapp am rechten Pfosten vorbei. Das befreiende Tor wollte aber nicht fallen. „Wir haben uns nicht belohnt für die gute Anfangsphase“, sagte Martina Voss-Tecklenburg. „Sonst wäre das Spiel vielleicht anders gelaufen. Aber wir müssen das auch so besser regeln.“

          Für einen ersten Schreckmoment sorgte nach 13 Minuten Sara Doorsoun, als sie mit einem fatalen Fehlpass im Spielaufbau die erste chinesische Torchance ermöglichte: Die schnelle, aber am Ball unsichere Innenverteidigerin rettete ihr Team, nachdem sie in den eigenen Torraum zurückgeeilt war, immerhin selbst, als sie den Schuss der chinesischen Mittelstürmerin Li Yang zur Ecke abwehrte. Carolin Simon hatte anschließend Pech, weil der Ball nach einem überlegten Schlenzer am Tordreieck landete statt im Netz.

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