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Frauenfußball-Weltmeisterschaft : Bitteres Aus im Viertelfinale

Der entscheidende Treffer für Japan durch Karina Maruyama Bild: AFP

Der große WM-Favorit verfehlt sein Ziel schon im Viertelfinale. Die deutschen Fußballfrauen erleben die schlimmste Enttäuschung seit Jahren und verlieren gegen Japan nach Verlängerung 0:1.

          Am Ende gab es keinen Trost mehr, der die deutsche Mannschaft erreichte: Der große Favorit auf den Gewinn der Weltmeisterschaft hat schon im Viertelfinale sein Ziel verfehlt. Die zweimaligen Weltmeisterinnen sind nach einem 0:1 in der Verlängerung gegen Japan ausgeschieden. Den entscheidenden Treffer erzielte Karina Maruyama in der 108. Minute mit der zweiten Chance der Japanerinnen.

          Michael Horeni

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Es war ein glücklicher, aber nicht völlig unverdienter Sieg einer Mannschaft, die das Maximale aus sich herausholte, ganz im Gegensatz zur deutschen Mannschaft. Schon in der regulären Spielzeit schaffte es die Mannschaft von Bundestrainerin Silvia Neid nie, ihrer Rolle als Favorit gerecht zu werden. Es fehlte die zündende Idee und auch das nötige Selbstvertrauen, um sich gegen einen taktisch und technisch starken Gegner auch nur einmal entscheidend durchzusetzen. In der Verlängerung siegte dann auch die Mannschaft mit den besseren Nerven.

          Das Ausscheiden der Deutschen schon im Viertelfinale nach einer schon durchwachsenen Vorrunde macht den gesamten deutschen Auftritt bei der Weltmeisterschaft zu einer Enttäuschung. Der Druck auf der ganz großen Bühne war am viel zu frühen Ende für die deutsche Nationalmannschaft zu groß. Die Japanerinnen treffen nach dem Sensationserfolg am Mittwoch im Halbfinale von Frankfurt auf den Sieger zwischen Australien und Schweden, während sich Deutschland an den Gedanken gewöhnen muss, in der letzten und entscheidende Turnierwoche nur noch Zuschauer zu sein.

          Karina Maruyama schießt die Gastgeber aus dem Turnier

          Kulig erleidet Kreuzbandriss im rechten Knie

          Die Bundestrainerin wollte gegen Japan von Beginn an auf Kontinuität setzen. Silvia Neid vertraute im ersten und für Deutschland zugleich letzten K.o.-Spiel exakt auf das gleiche Team wie beim Eröffnungsspiel - mit der einen berühmten Ausnahme: Inka Grings übernahm wie schon zuletzt die Position von Birgit Prinz, die ihre Nationalmannschaftskarriere auf der Ersatzbank beendete. Ansonsten kehrte Kim Kulig nach ihrer Pause wegen der Gefahr einer Gelb-Sperre wieder zurück auf die Sechser-Postion und Melanie Behringer nach ihrer Blessur wieder auf die linke Seite im Mittelfeld.

          Die robuste Frankfurterin mit dem präzisen Schuss verdrängte damit Fatmire Bajramaj, die sich nach einem ordentlichen Auftritt gegen Frankreich gewisse Hoffnungen auf einen Platz in der Startformation gemacht hatte. Aber schon nach vier Minuten war es vorbei mit der Wunschformation der Bundestrainerin. Kim Kulig landete nach einem Kopfball nach Eckball von Melanie Behringer so unglücklich, dass sie sich das rechte Knie verdrehte. Bei Untersuchungen im Krankenhaus bestätigte sich noch in der Nacht der schlimme Anfangsverdacht: Kulig riss sich das Kreuzband und muss nun mit einer Pause von rund sechs Monaten rechnen. Wann sie operiert wird, ist noch unklar. Der Verlust zog einige unerwünschte Umstellungen nach sich. Die eingewechselte Bianca Schmidt ging auf die rechte Abwehrseite, dafür rückte Linda Bresonik auf die Sechser-Position.

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