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DFB-Frauen verpassen WM-Finale : „Mir geht es beschissen“

Das hätte die deutsche Führung sein können: Celia Sasic verschießt einen Elfmeter Bild: AFP

Die deutschen Fußballfrauen verlieren gegen das Team aus Amerika und verpassen den Einzug ins Finale. Elfmeter-Fehlschützin Celia Sasic macht sich große Vorwürfe. Die Erklärung für die Niederlage liegt jedoch tiefer.

          Celia Sasic war natürlich der einsamste Mensch von ganz Montreal, nachdem der Abpfiff bei der 0:2-Niederlage des deutschen Fußball-Nationalteams der Frauen im Halbfinale der Weltmeisterschaft in Kanada ertönt war. Deutschland hatte vor 51.000 Zuschauern im Olympiastadion wegen eines Elfmetertors von Carli Llyod (69.Minute) und eines Treffers der eingewechselten Kelly O’Hara (84.) verloren und muss nun am Samstag (22.00 Uhr MESZ / Live im WM-Ticker bei FAZ.NET) in Edmonton das ungeliebte Spiel um Platz drei gegen den Verlierer des zweiten Halbfinals zwischen Japan und England (Donnerstag, 1.00 Uhr MESZ) bestreiten. Womöglich bekommen die Amerikanerinnen dann die Chance zur Revanche für das verlorene Endspiel gegen Japan vor vier Jahren bei der WM in Deutschland.

          Die Schuld für die Niederlage des Europameisters gegen den Olympiasieger gab sich Celia Sasic ganz alleine. Sie hatte in der 60. Minute bei einem verschossenen Strafstoß die beste Chance auf eine deutsche Führung vergeben. Da mochten ihre Mitspielerinnen noch so überzeugend anbieten, dass sie die Torjägerin, die mit sechs Turniertreffern weiter beste Chancen auf den „Goldenen Schuh“ für die erfolgreichste Stürmerin besitzt, auffangen werden. „Wir stehen Celia natürlich bei, sie hat uns ins Halbfinale geschossen mit ihren Elfmetern. Da werden wir jetzt erst recht keinen Vorwurf machen“, sagte Lena Goeßling.

          Aber Celia Sasic ließ sich erst einmal nicht trösten. Zu tief saß der Schmerz, dass sie die große Chance vergeben hatte, ihr im Spiel unterlegenes Team in Führung zu bringen. Nach einem Foul der amerikanischen Innenverteidigerin Julie Johnston an Alex Popp hatte die rumänische Schiedsrichterin Teodora Albon auf Strafstoß entschieden. Sasic, die zuvor bereits drei Elfmeter im Turnierverlauf verwandelt hatte und im Viertelfinale gegen Frankreich mit ihrem Strafstoß in der regulären Spielzeit ihr Team erst in die Verlängerung und das letztlich erfolgreiche Elfmeterschießen gerettet hatte, schob den Ball aber dieses Mal knapp am linken Pfosten vorbei.

          „Celia hat gegen Frankreich zweimal getroffen, heute eben nicht. So ist der Sport“, sagte Bundestrainerin Silvia Neid, die nach dem Sieg über Frankreich noch von Celia Sasics außergewöhnlicher Treffsicherheit nahezu ohne Fehlschüsse auch bei Elfmeterübungen im Training geschwärmt hatte. Tatsächlich hat Sasic wohl noch nie einen wichtigen Strafstoß vergeben. Auch der Bundestrainerin war es freilich nicht gelungen, ihre Stürmerin zu trösten.

          Celia Sasics Reaktion nach dem verschossenen Elfmeter Bilderstrecke

          Nach dem obligatorischen Händeschütteln mit den Gegnerinnen nach dem Abpfiff eilte die 27 Jahre alte Offensivspielerin stattdessen als erste zur Ersatzbank und verschanzte sich dort einige Minuten. Dann lief sie ganz alleine als erste Spielerin in die Kabine und auch die Umkleide verließ sie alleine, um sich mit tränenerstickter Stimme tapfer den Fragen der Medien zu stellen. „Mir geht es beschissen. Das war die große Chance, in Führung zu gehen. Es tut mir so leid, wenn ich jetzt die ganzen enttäuschten Gesichter bei uns sehe“, sagte Sasic.

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