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DFB-Stürmerin Anja Mittag : „Ibrahimovic? Das bin ich nicht!“

Torjägerin vom Dienst: Anja Mittag (links) trifft und trifft und trifft Bild: AP

Vom Chancentod zur Torjägerin: Anja Mittag steht bei der Frauenfußball-WM am Höhepunkt ihrer Karriere. Vor dem Viertelfinale gegen Frankreich spricht sie im FAZ.NET-Interview über Robert Lewandowski, Lira Alushi und Theo Zwanziger.

          6 Min.

          Bei „Wer wird Millionär?“ gab es kurz nach dem EM-Sieg in Schweden vor zwei Jahren die 32.000-Euro-Frage, wer das 1:0-Siegtor im Finale gegen Norwegen geschossen hat: Es standen neben Anja Mittag auch Anja Frühstück, Anja Abend und Anja Nacht zur Auswahl. Der Kandidat musste passen. Wie sehr hat Sie das geärgert?

          Daniel Meuren

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Er hat doch dann den Publikumsjoker gezogen, und da wusste es die große Mehrheit.

          Da waren Sie dann beruhigt?

          Ach, da stehe ich drüber. Nicht alle müssen sich für Fußball und Frauenfußball interessieren.

          Nadine Angerer, die damals zwei Elfmeter im Finale hielt, war hingegen in aller Munde und wurde gar Weltfußballerin. Sie wirken sogar froh, dass Ihr Name nicht so geläufig ist?

          Ich rede einfach nicht so gerne in der Öffentlichkeit, ich brauche das nicht. Ich lasse es lieber ruhiger angehen.

          Da hört man aber auch anderes: Die Schwedin Emma Berglund, mit der sie beim FC Rosengard in Schweden zusammengespielt haben, beschreibt Sie als jemanden, der im Mannschaftskreis mit Humor für Stimmung sorgt.

          Ich kann auch lustig sein. Aber mir fällt das in der Öffentlichkeit schwer. Ich brauche da mein vertrautes Umfeld.

          Da passt es für Sie wohl ganz gut, dass Sie gleich fünf Mitspielerinnen und die Bundestrainerin Silvia Neid quasi seit Beginn der Karriere kennen, seit der gemeinsam gewonnenen U-19-Weltmeisterschaft im Jahr 2004. Gibt es da ein besonderes Zugehörigkeitsgefühl zu einer Generation Neid?

          Natürlich. Ich habe zwar auch noch ein Jahr unter Tina Theune in der Nationalmannschaft gespielt. Aber grundsätzlich kenne ich die Nationalteams nur unter der einen Trainerin. Ich kann mir kaum vorstellen, wie das unter einem anderen Trainer wäre. Und natürlich haben wir sechs Spielerinnen da auch ein besonderes Bewusstsein, dass wir so eine Generation Neid sind.

          Sie sind alle jetzt auf dem Karrierehöhepunkt angelangt. Ist die WM das Turnier der Generation Neid?

          Da muss man nur auf die Startelf schauen. Da stehen wir ja fast ganz geschlossen drin.

          Gibt das Ihnen als Spielerin eine gewisse Sicherheit, dass Sie so viele Mitspielerinnen schon so lange kennen?

          Wir kennen die Abläufe natürlich in- und auswendig nach über zehn Jahren. Das gibt uns eine gewisse Ruhe. Wir fühlen uns im Spielsystem sicher, auch dazu hat Silvia beigetragen.

          Was zeichnet die Generation Neid aus?

          Wir sind schon unterschiedlich, aber wir ziehen sportlich an einem Strang. Vielleicht sind wir alle charakterlich so, dass wir viel Vertrauen brauchen, aber auch gerne Verantwortung übernehmen. Es ist wichtig in unserem System, dass alle mitspielen. Wenn eine nicht mitmacht, dann ist das Ganze gefährdet. Dieser Verantwortung ist sich jede bei uns bewusst.

          Einmal wurde Ihnen das Vertrauen entzogen von „Ihrer“ Bundestrainerin. Vor der Heim-WM 2011 flogen Sie aus dem Kader. War es denn nicht merkwürdig, von einer Trainerin ausgebootet zu werden, die man seit Jugendtagen kennt?

          Silvia macht ja auch nur ihren Job. Ich glaube, dass das auch ihr nicht leichtgefallen ist. Aber das muss man professionell trennen können.

          Im Onlineauftritt der „Sportschau“ haben Sie kürzlich eingestanden, dass Sie nach dem WM-Aus 2011 gar an ein Karriereende gedacht haben. Wie haben Sie dann die Kurve bekommen?

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