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Ali Krieger im Interview : „Nackt für die Gesundheit“

Gespannt auf das Duell mit der alten Heimat: Ali Krieger beim Interview Bild: Daniel Meuren

Fünf Jahre spielte Ali Krieger für den FFC Frankfurt in der Bundesliga. Jetzt trifft sie mit Amerika im Halbfinale der Frauenfußball-WM auf die deutsche Elf. Im FAZ.NET-Interview spricht sie über die Zeit in Deutschland, Taktiken und makellose Körper.

          2 Min.

          Blicken Sie gerne auf die Frankfurter Zeit zurück?

          Daniel Meuren
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Ja, natürlich. Frankfurt und Deutschland sind so etwas wie meine zweite Heimat geworden in den fünfeinhalb Jahren beim FFC Frankfurt. Ich habe da wahnsinnig gerne gespielt, ich habe das Land und sehr viele nette Leute kennengelernt. Das hat mich geprägt.

          Werden Sie im WM-Halbfinale (1 Uhr MESZ / Live in der ARD, bei Eurosport und im WM-Ticker auf FAZ.NET) eine Art Spion sein, weil Sie die Deutschen gut verstehen?

          Sagen wir es mal so: Ich verstehe die Deutschen, wenn sie sich was zurufen. Die Frage ist aber, ob ich die Informationen schnell genug weitergeben kann an meine Mitspielerinnen.

          Und was halten Sie vom deutschen Team, das mit viel Glück und erst im Elfmeterschießen gegen Frankreich das Halbfinale erreicht hat?

          Sie spielen einen wunderbaren Fußball. Ich bin so froh, gegen sie spielen zu dürfen. Deutschland ist derzeit die Nummer eins der Weltrangliste. Da wollen wir wieder hin und Weltmeister werden.

          Sie kennen den deutschen Frauenfußball in seinen noch etwas bescheideneren Dimensionen, und Sie leben nun im amerikanischen Kosmos, wo das Nationalteam wie auf einem eigenen Planeten durch die WM reist mit viel Trubel um Topstars wie Abby Wambach, Alex Morgan oder Hope Solo. Wie groß ist der Unterschied?

          Sportlich gibt es keinen Unterschied. Deutschland hat genauso viele Topstars des Frauenfußballs. Der deutsche Frauenfußball ist Weltklasse. Ich habe da in meiner Zeit eine ganz neue Art des Fußballspielens gelernt. Ich bin nur hier beim Nationalteam, weil mir Deutschland geholfen hat, eine viel bessere Spielerin zu werden. Ich habe gelernt, europäisch zu spielen. Das kommt mir zugute.

          Es ist das Spiel der besten Offensive gegen die beste Defensive. Was lässt das erwarten?

          Die Deutschen sind technisch und taktisch top. Sie lassen den Ball mit ein oder maximal zwei Kontakten laufen. Als ich in Deutschland gespielt habe, habe ich genau das gelernt.

          Krieger (Nr. 11) inmitten ihrer Teamkolleginnen um Torhüterin Hope Solo
          Krieger (Nr. 11) inmitten ihrer Teamkolleginnen um Torhüterin Hope Solo : Bild: USA Today Sports

          Es kamen jetzt die ersten Fotos eines in den Vereinigten Staaten sehr begehrten Sportler-Shootings im Internet an die Öffentlichkeit. Sie haben sich dort nackt ablichten lassen. Gehört das zum Fußballerinnendasein in den Staaten dazu?

          Das hat mir sehr viel bedeutet, dass es diese Anfrage gab. Das war eine große Ehre, in einer Reihe zu stehen mit ganz großartigen Athleten, die vor mir fotografiert wurden. Diese Athleten hatten mich früher inspiriert, und ich hoffe nun, junge Sportlerinnen zu motivieren.

          Setzt das nicht Mädchen unter Druck, die nicht einen so makellosen Körper haben wie Sie?

          Ich hoffe, dass die Bilder sie inspirieren und ermutigen, gesund zu leben, Sport zu treiben, fit zu bleiben. Darum geht es mir auch. Es geht nicht nur um Fußball, es geht um gesunde Lebensführung. Das bringen wunderschöne Körper zum Ausdruck. Diese Bilder sind sehr ehrlich, unverfälscht, sehr real. Das sollten die Leute sehen, das sollten die Kinder sehen, um ein gesünderes Leben zu führen als jetzt.

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