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Frauenfußball : Das Los der Torfrau

Spielplan, Ergebnisse, Termine der Frauenfußball-WM 2019

Schults Fehler lenkten den Blick vom restlichen Geschehen auf dem Platz ab, das Erkenntnisse bringen sollte nicht nur für die Kadernominierung am 14. Mai für die WM. Das Spiel gegen Japan sollte bei der Heimpremiere der neuen Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg unter den Augen ihres Vorgängers Horst Hrubesch und des Nationalmannschaften-Direktors Oliver Bierhoff ein Probelauf für das zweite WM-Spiel darstellen. Spanien ist von der Spielanlage ähnlich auf Kurzpassspiel ausgerichtet wie die Japanerinnen. Die Deutschen hatten freilich drei Tage nach der überzeugenden Leistung beim 2:1-Testspielsieg in Schweden vor allem im Spielaufbau gegen die gut organisierten Japanerinnen große Schwierigkeiten. Nur selten gelang es ihnen mit großem Risiko, sich durch die beiden Pressingreihen der Gegnerinnen hindurch zu spielen. Wenn dies einmal gelang, eröffneten sich Räume, die freilich zu keiner nennenswerten Torchance führten. Viel öfter freilich verhedderte sich das deutsche Kombinationsspiel im dichten japanischen Netz, so dass sich für den Weltmeister von 2011 immer wieder Ballgewinne schon tief in der deutschen Hälfte ergaben.

Viererkette: Deutsche Spielerinnen freuen sich über das 2:2.
Viererkette: Deutsche Spielerinnen freuen sich über das 2:2. : Bild: dpa

In der zweiten Halbzeit traten die Spielerinnen von Martina Voss-Tecklenburg deutlich entschlossener und mit mehr körperlichem Einsatz auf. Zudem nahm die Trainerin ein paar personelle Veränderungen vor. Sie zog Marina Hegering aus der hintersten Abwehrreihe ins Mittelfeld und brachte Lena Goeßling als passsichere Innenverteidigerin mit dem Auftrag in die Partie, den Spielaufbau zu vereinfachen, indem sie die attackierenden Japanerinnen mit langen Bällen überspielen sollte. Auch die Hereinnahme der Offensivspielerin Turid Knaak wirkte belebend.

Umgehend ergaben sich zahlreiche Torchancen: Magull scheiterte zunächst noch mit einem Volleyschuss (52.), dann aber nutzte Spielführerin Alexandra Popp  eine ihrer größten Qualitäten. Nach einer Flanke von Dzsenifer Marozsan köpfte sie den Ball aus sechs Metern zum Ausgleich ein. Knaak hätte nur drei  Minuten später die Führung erzielen können, scheiterte aber an der japanischen Schlussfrau.

Weitere 60 Sekunden später hätte Lina Magull die Führung erzielen müssen. Sie lupfte den Ball freistehend zwar über die japanische Schlussfrau hinweg, setzte den Ball aber neben das Tor. Alexandra Popp hatte derweil etwas Pech, dass ein weiterer Kopfball knapp über die Latte hinwegflog (64.). Nach dem zweiten dicken Fehler von Schult leistete sich schließlich auch die japanische Schlussfrau Chika Hirao einen genauso folgenschweren Fehler. Sie ließ den Ball nach einer Flanke von Marozsan fallen, sodass Svenja Huth den Ball aus einem Meter einköpfen konnte.

„Wir haben zweimal eine gute Reaktion gezeigt“, sagte Spielmacherin Dzsenifer Marozsan, die sich wie schon in Schweden in bester Spiellaune und körperlich topfit präsentierte. „Wir haben uns viele Chancen erarbeitet, sie aber leider nicht genutzt.“ Marozsan selbst hätte ihrem Team in der Nachspielzeit sogar beinahe noch den Siegtreffer beschert, scheiterte aber an Chika Hirao. Kurz zuvor hatte das deutsche Team Glück, als Pauline Bremer auf der Linie für ihre bereits geschlagene Torhüterin rettete. Deutschland bleibt somit auch im elften Spiel in Serie ungeschlagen.

Das dürfte sich im letzten Test vor WM-Beginn am 30. Mai in Regensburg gegen das international drittklassige Team aus Chile nicht ändern. Die Wahrheit liegt dann freilich erst nach nicht einmal drei Wochen Vorbereitungszeit im Juni auf dem Platz, wenn in Frankreich der Ernstfall beginnt. Und dafür sah die Bundestrainerin die kuriosen Umstände beim Spiel in Paderborn durchaus als wertvoll an: „Mit schweren Momenten umgehen zu können, das wird ein Erfolgsfaktor sein bei der WM.“ Almuth Schult könnte ihrem Team womöglich also unfreiwillig einen Dienst erwiesen haben.

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