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Frauenfußball : „Golden Girls“ glänzen weiter: 13 Tore gegen Portugal

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Weltmeisterlich: Deutschlands Fußball-Frauen
          2 Min.

          Bessere Werbung in eigener Sache konnten die deutschen Fußball-Frauen bei ihrem ersten Auftritt nach dem WM-Titel nicht betreiben. 13.500 begeisterten Besuchern im Reutlinger Kreuzeiche-Stadion sowie fast sechs Millionen Fernseh-Zuschauern boten die „Golden Girls“ 34 Tage nach dem WM-Triumph am Samstag beim 13:0-Rekordsieg im EM-Qualifikationsspiel gegen Portugal eine brillante Vorstellung. Damit der Glanz des Nationalteams sich auch auf den oftmals tristen Liga-Alltag überträgt, forderte Trainerin Tina Theune-Meyer: „Wir müssen Spiele der Frauen jeden Tag verkaufen. Von allein passiert da nichts.“

          „Man spricht jetzt von der Leistung statt der Optik“

          Die Entwicklung der Nationalmannschaft und der Bundesliga müsse Hand in Hand gehen. „Unsere Erfolge sind auch Motivation für die Basis“, sagte Theune-Meyer. Zudem sei es wichtig, Spielerinnen als Trainerinnen auszubilden. „Sie müssen Verantwortung übernehmen.“ Als erfreulich wertete sie, daß der Stellenwert des Frauen-Fußballs stark gestiegen sei: „Man spricht jetzt von der Leistung statt der Optik.“

          Zur Zeit ist das Frauen-Team, das die EM-Gruppe 4 mit vier Siegen aus vier Spielen vor Schottland (6 Punkte) klar anführt, schlicht und einfach „in“. Zum dritten Mal in der 20jährigen Geschichte der Auswahl spielte sie daheim vor ausverkauftem Haus, und zum fünften Mal durften sie sich über eine fünfstellige Besucherzahl freuen. Zudem hat die Mannschaft seit Freitag einen eigenen Hauptsponsor (Katjes) und reist im eigenen Teambus von DFB-Generalsponsor Mercedes-Benz. Am 14. Dezember wird Bundeskanzler Gerhard Schröder die WM-Heldinnen empfangen. Zuvor bekommen sie am 27. November den Medienpreis „Bambi“ in der Kategorie Sport.

          Gegen die Portugiesinnen boten die DFB-Frauen eine Gala-Vorstellung. WM-Torschützenkönigin Birgit Prinz traf allein viermal und erzielte in der 65. Minute ihr 65. Länderspieltor. „Sollen wir schlechter spielen, damit die Ergebnisse nicht so hoch ausfallen?“, fragte Prinz. „Wir sind froh, daß es nach der WM so weiter geht“, meinte die Ausnahmestürmerin des 1. FFC Frankfurt zur tollen Stimmung. Die weiteren Treffer erzielten Conny Pohlers (2), Sonja Fuss, Sandra Minnert, Kerstin Garefrekes, Sandra Smisek, Viola Odebrecht, Ariane Hingst sowie Renate Lingor.

          Werbevertrag für Nia Künzer

          Die Begeisterung müsse jetzt auf die Liga übertragen werden, betonte auch der Manager des Vorzeige-Clubs 1. FFC Frankfurt, Siegfried Dietrich. „Der Frauen-Fußball kann sich nach und nach selbst finanzieren.“ So wird die Torschützin des Golden Goals, Nia Künzer, nach Aussage des Managers in dieser Woche einen großen persönlichen Werbevertrag abschließen.

          Von der Deutschen Sporthilfe (DSH) bekommen die Spielerinnen gemäß der Eliteförderung seit dem WM-Erfolg 350 Euro monatlich. Der DFB will den Vereinen zudem mit weiteren Workshops zu einer besseren Vermarktung und professionelleren Arbeit verhelfen.

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