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Aus für Fußballfrauen : „Die gesamte EM Alibi-Fußball gespielt“

  • Aktualisiert am

Aus und vorbei: Die deutschen Fußballfrauen um Anja Mittag scheiden aus. Bild: AFP

Erstmals seit 30 Jahren scheiden die deutschen Fußballfrauen bei einer EM vor dem Halbfinale aus. Die Spielerinnen stehen zu Steffi Jones. Aber es gibt auch deutliche Kritik.

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          Nationalspielerin Sara Däbritz hat sich nach dem überraschenden Viertelfinal-Aus der deutschen Fußballerinnen bei der EM klar für einen Verbleib von Bundestrainerin Steffi Jones ausgesprochen. „Wir arbeiten seit September sehr gut mit ihr zusammen. Es hat super harmoniert. Wir stehen total hinter ihr“, sagte Däbritz am Montag im ZDF-Morgenmagazin. Vielleicht dauere es noch, bis alles ineinander greife. Man könne aus der EM lernen.

          Kritik äußerte indes Bernd Schröder, der erfolgreichste Coach im deutschen Frauenfußball. „Uns fehlt es vorne und hinten an Qualität. Unser Team hat die gesamte EM Alibi-Fußball gespielt. Jedes Spiel eine andere Elf, das gibt keine Sicherheit“, sagte der 75-Jährige, der zwölfmal mit Turbine Potsdam Meister wurde, der „Bild“-Zeitung.

          Die deutschen Fußballerinnen waren am Sonntag bei der EM in den Niederlanden überraschend im Viertelfinale mit 1:2 an Dänemark gescheitert. Erstmals seit 1987 gehört Deutschland damit nicht zu den vier besten Teams bei der EM. Die frühere Europameisterin Inka Grings bezeichnete das Spiel gegen Dänemark in einer „Bild“-Lolumne als „erschreckend“. Jetzt sei man auf dem Boden der Tatsachen zurück. „Wir haben von Anfang an nie in dieses Turnier gefunden. Meiner Meinung nach wurde auch zu viel rotiert, das Team konnte sich nicht einspielen“, monierte Grings.

          Trotz des historisch frühen Scheiterns bei der Fußball-Europameisterschaft der Frauen will Steffi Jones den eingeschlagenen Weg mit der deutschen Mannschaft gern fortsetzen. „Es war eine bittere Lehrstunde, weil wir wirklich das Ziel hatten, hier weit zu kommen“, sagte die Bundestrainerin einen Tag nach dem Aus.

          „Die Nacht war sehr kurz. Und natürlich ist die Enttäuschung noch nicht weg“, erläuterte die 44 Jahre alte Fußball-Lehrerin am Montag vor dem Team Base Camp in Sint-Michielsgestel. Der gesamte DFB-Tross und die Spielerinnen verließen bereits früh das „Hotel De Ruwenberg“. Die meisten Spielerinnen wurden mit dem Mannschaftsbus nach Amsterdam gebracht, um vor dort zu ihren Familien zurückzukehren.

          Alles Beteiligten müssten sich nun ein paar Tage Zeit nehmen, um das EM-Aus zu verarbeiten. Sie und ihrer Trainerteam wollen das Turnier dann in Ruhe analysieren. Dabei geht es Jones ausdrücklich auch darum, sich selbst und ihre Arbeit zu hinterfragen. „Ich nehme mich nicht aus der Verantwortung. Ich werde in mich gehen und tiefgründig analysieren, woran es gelegen hat und was wir besser machen müssen.“

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          Gleichwohl erklärte Jones, dass sie „den Prozess“ als Trainerin gern weiter vorantreiben wolle. Sie äußerte aber auch „vollstes Verständnis dafür, dass der DFB wissen will: Wohin soll der Weg gehen? Wir kommen wir wieder in die Erfolgsspur?“

          Mit DFB-Präsident Reinhard Grindel habe sie bereits telefoniert. Der Verbandschef hatte wenige Stunden nach der Niederlage in Rotterdam ein klares Bekenntnis zur Trainerin vermieden. „Wir werden nunmehr in aller Ruhe, unabhängig von der aktuellen Enttäuschung über das Ausscheiden, mit allen Beteiligten analysieren und überlegen, was zu tun ist, damit unsere Frauen-Nationalmannschaft wieder an frühere Erfolge anknüpfen kann“, teilte Grindel mit.

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