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Frauenfußball : Bronzemedaille für die Weltmeisterinnen

  • Aktualisiert am

Torschützin Renate Lingor Bild: dpa/dpaweb

Versöhnlicher Abschluß für die deutschen Fußball-Frauen in Athen: Nach der Niederlage im Halbfinale gegen die Amerikanerinnen gewannen sie das Spiel um Platz drei 1:0 gegen Schweden.

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          Sie wollten Gold - und gewannen dank einer Gala-Vorstellung von Torfrau Silke Rottenberg wenigstens wieder Bronze.

          Mit glänzenden Paraden sicherte die 32jährige Duisburgerin in ihrem 100. Länderspiel den deutschen Fußball-Weltmeisterinnen bei den Olympischen Spielen in Athen ein 1:0 (1:0) im kleinen Finale gegen Schweden und damit wie vor vier Jahren in Sydney abermals Bronze. In der Neuauflage des WM-Endspiels von 2003 erzielte Renate Lingor am Donnerstag vor rund 4000 Zuschauern im Karaiskaki-Stadion von Piräus den entscheidenden Treffer bereits in der 17. Spielminute. „Wir wollten auf keinen Fall mit der goldenen Ananas nach Hause fahren. Diesen Lorbeerkranz wollte ich unbedingt auf dem Kopf haben“, sagte Jubilarin Rottenberg.

          Gold gewannen am Donnerstag abend die Amerikanerinnen durch ein 2:1 nach Verlängerung gegen Brasilien.

          Siegerinnen

          Ehrung für Silke Rottenberg

          Ganz anders als beim 1:2 nach Verlängerung im Halbfinale gegen die Vereinigten Staaten gingen die deutschen Frauen engagiert und schwungvoll in das Spiel um Platz drei. Es entwickelte sich vor den Augen von „Golden Girl“ Nia Künzer, die am 12. Oktober 2003 im WM-Finale in Carson in der Verlängerung den 2:1-Siegtreffer geköpft hatte, ein offener und unterhaltsamer Schlagabtausch mit Tormöglichkeiten am Fließband.

          In den Blickpunkt gerieten dabei die Torhüterinnen. Und Deutschlands Nummer 1 Silke Rottenberg, die im Halbfinale gegen die Amerikanerinnen noch gepatzt hatte, präsentierte sich in ihrem Jubiläumsspiel, für das sie vor Spielbeginn von FIFA-Präsident Joseph Blatter und DFB-Chef Gerhard Mayer-Vorfelder geehrt worden war, in Topform. Allein Mitte der ersten Halbfzeit verhinderte die Torfrau vom FCR Duisburg innerhalb von 180 Sekunden mit drei Paraden gegen Hanna Ljungberg (21./23.) und Frida Östberg (24.) den 1:1-Ausgleich.

          Fehler beim einzigen Treffer

          Auch Schwedens Torfrau Caroline Jönsson konnte ihr Können mehrfach unter Beweis stellen, etwa in der 38. Minute, als sie einen Kopfball der sehr agilen Potsdamerin Conny Pohlers spektakulär an die Latte lenkte. Allerdings patzte die 26jährige folgenschwer beim Gegentor von Lingor, als sie den harmlosen Schuß der Frankfurterin über die Hände ins Tor gleiten ließ.

          Insbesondere in der Offensive wirkte das deutsche Team, in dem die Potsdamerin Petra Wimbersky für Pia Wunderlich (FFC Frankfurt) in die Anfangsformation gerückt war, wie ausgewechselt. Nach dem Seitenwechsel hätte Birgit Prinz frühzeitig die Führung ausbauen können. Doch aus kurzer Distanz verzog sie mit dem linken Fuß (52.). Schon in der 2. Minute hatte die Frankfurterin eine erste Großchance zu ihrem sechsten Turniertreffer ausgelassen.

          Nächstes Ziel: EM 2005

          Zum Glück war weiterhin Verlaß auf Silke Rottenberg, die abermals einen Schuß von Ljungberg mit den Fäusten entschärfte (67.). Doch weil auch Pohlers in der 86. Minute freistehend das Tor verfehlte, mußte das Team von Bundestrainerin Tina Theune-Meyer bis zum Schlußpfiff um die Medaille zittern.

          Das nächste Ziel ist jetzt die EM im Sommer 2005 in England, bei der die Elf des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) ihren Titel verteidigen will. Um sich optimal auf den nächsten Höhepunkt vorbereiten zu können, hofft Trainerin Tina Theune-Meyer auf eine längere Vorbereitung. „Für Olympia hatten wir nur viermal sieben Tage, das war zu wenig“, kritisierte die 50jährige, die mit Sorge die Entwicklung der anderen Nationen
          beobachtet. Theune-Meyer: „In Brasilien, Schweden, Japan und den USA ist im Vorfeld Olympias wesentlich mehr Zeit und Geld investiert worden.“

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