https://www.faz.net/-gtl-962jg

Französischer Fußball : Schiedsrichter tritt nach und zeigt Rot

Ein Mann sieht Rot: Schiedsrichter Tony Chapron stellt Diego Carlos für ein Vergehen vom Platz, das er selbst begangen hat Bild: AFP

„Ganz Europa lacht darüber“, behauptet der Präsident des FC Nantes. Einen Schiedsrichter, der gegen einen Spieler nachtritt, hat man wirklich selten gesehen. Was dann folgt, ist noch besser.

          1 Min.

          Im Spitzenspiel der französischen Ligue 1 ist die Nachspielzeit angebrochen. Der FC Nantes liegt gegen Tabellenführer Paris Saint-Germain am Sonntag mit 0:1 im Rückstand, drängt auf den Ausgleich, muss dann allerdings einen folgenschweren Konter hin nehmen – bei dem zwar kein Tor mehr fällt, aber der Schiedsrichter.

          Auf dem Weg zurück kreuzen sich die Wege von Nantes' Abwehrspieler Diego Carlos und dem Unparteiischen. Tony Chapron, der Mann im eigentlich neutralen Grün, gerät ins Straucheln und fällt. Der 45-Jährige rollt sich auch noch geschickt ab, streckt dann allerdings das rechte Bein aus und tritt Carlos resolut gegen den Knöchel. Klarer Fall von Nachgetreten, das muss einen Platzverweis geben, würde man denken, hätte ein Spieler so agiert.

          Prompt zieht Chapron auch Rot, allerdings nicht gegen sich selbst, sondern gegen den völlig konsternierten Abwehrspieler. Gelb-Rot, um es genau zu sagen. Chapron, seit 2006 in der Ligue 1 als Referee aktiv, wertet die gekreuzten Laufwege offenbar als Majestätsbeleidigung, die mit einer Verwarnungskarte zu ahnden ist. Möglicherweise hatte ihn Carlos auch noch leicht geschubst im Moment der Kontaktaufnahme, um nicht selbst zu fallen, das lässt sich im Video aber nicht genau erkennen.

          So oder so gilt die Szene an diesem Montag als Witz des Spieltags. „Ganz Europa lacht darüber“, behauptet der Präsident des FC Nantes, Waldemar Kita. Und zumindest was den fußball-affinen Teil des Kontinents angeht, dürfte er recht haben.

          Mittelfeldspieler Valentin Rongier wagt das Gedankenspiel, was wohl passiert wäre, hätte Carlos gegen Chapron nachgetreten und nicht umgekehrt: „Wenn wir das machen, geht es vor die Disziplinarkommission und wir bekommen zehn Spiele Sperre.“

          Präsident Kita setzt gegenüber Le Parisien noch einen drauf: „Wenn ein Spieler so etwas gemacht hätte, würde er sechs Monate gesperrt werden". So gesehen ist der völlig konsternierte Diego Carlos mit Gelb-Rot noch gut weg gekommen.

          Der französische Verband reagierte am Montag ziemlich schnell und sprach eine einstweilige Suspendierung gegen Chapron aus. Der Unparteiische hätte eigentlich schon am Mittwoch das Spiel zwischen Angers und Troyes leiten sollen.

          Weitere Themen

          „Tue es für Mamba!“

          Tiger Woods und Kobe Bryant : „Tue es für Mamba!“

          Tiger Woods trifft der Tod von Kobe Bryant besonders hart. Nachdem der 2016 seine Basketball-Karriere beendet hatte, trainierte er mit Woods oft früh morgens im Kraftraum. Aber nicht nur das verband die Sportstars.

          Topmeldungen

          Viel zu erzählen: Bolton, Pompeo und Trump im Oval Office im Februar 2019

          Ukraine-Affäre und Impeachment : Das fehlende Bindeglied

          Trumps Verteidiger fordern im Impeachment-Prozess Beweise. Da gelangen Teile von Boltons Buchmanuskript an die Öffentlichkeit und bringen Trump in Bedrängnis. Das Weiße Haus reagiert umgehend.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.