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Zuschauer in Spielberg : 60.000 Fans zur Formel 1

  • -Aktualisiert am

Die Zuschauer sind zurück: auch hier in Spielberg Bild: dpa

Zum zweiten Mal binnen einer Woche fährt die Formel eins in Österreich. Diesmal sollen noch mehr Zuschauer kommen. Richtig voll wird es wohl aber erst beim nächsten Rennen.

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          Corona hat das Gesicht der Formel 1 verändert. Die Pandemie zwang diesem Mikrokosmos, der keine Grenzen kannte, viele Notlösungen auf. Eine davon ist ein zweiter Grand Prix in der Steiermark binnen einer Woche (Sonntag, 15.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Formel 1 und bei Sky). Die Formel-1-Gemeinde ist an. Jedes Rennen zählt, weil es Geld einspielt. 2020 indirekt, weil die TV-Verträge erfüllt wurden. In diesem Jahr kassieren die Rechteinhaber zweimal ab.

          Allerdings erhielt der Promotor für die zweite Sause auf dem Red-Bull-Ring ordentlich Rabatt. Er half der Königsklasse aus einer Notlage. Zuerst war das Rennen in Kanada wegen der Pandemie abgesagt worden, dann der Ersatztermin in der Türkei. Jetzt endet auf der Piste in den steirischen Bergen ein „Triple“, das vor zwei Wochen in Frankreich begann.

          Es war eine mutige Entscheidung des Rennstreckenbesitzers Red Bull, denn zum Zeitpunkt der Zusage war nicht sicher, welche Rahmenbedingungen die Politik vorgeben würde. Glück gehabt: Zur ersten Tour durften 15.000 Zuschauer kommen.

          Bundeskanzler Sebastian Kurz sah aber „nur“ 10.000 Besucher auf den Rängen der riesigen Tribünen. Bevor durchgesickert war, dass es einen Grand Prix der Steiermark als Vorprogramm zum Grand Prix von Österreich geben würde, hatte der Vorverkauf für das von Anfang an geplante Rennen im Juli bereits begonnen. Für Tickets zwischen 112 und 495 Euro gibt es in so kurzen Abständen nicht genug Abnehmer. Und so wird die neue Freiheit der Formel 1 kein volles Haus beschweren.

          Formel 1

          Weil es inzwischen keine Beschränkungen mehr gibt, hätten 100.000 Platz gefunden. Dennoch wird es erstmals seit Ende 2019 wieder eine Stadion-Atmosphäre geben. Vier Tage vor dem Start hatte der Veranstalter nach eigener Darstellung mehr als 60.000 Karten verkauft. Max Verstappens Sieg am vergangenen Sonntag könnte die niederländische Karawane erweitern.

          Die Landsleute des Red-Bull-Piloten haben eine extra für sie errichtete Zeltstadt bezogen oder ihre Wohnmobile auf den umliegenden Wiesen geparkt. Der Veranstalter hofft auf bis zu 70.000 Fans. „Dann kämen wir mit einem blauen Auge davon“, sagt der Sportchef des Formel-1-Teams von Red Bull, Helmut Marko.

          Formel 1

          Doppelveranstaltungen haben auch ihre Tücken. Bei der Perfektion der Teams müsste man für das zweite Rennen eine Kopie des ersten befürchten. Auf die Laune der Natur, mit Regen manche ins Schwimmen zu bringen, ist kein Verlass. Der Plan, entgegen die Rennrichtung zu fahren, fiel durch. In zwei Kurven hätte der Sturzraum nicht ausgereicht. Die Anbindung an den immer noch existierenden Streckenverlauf des alten Österreichrings wäre an den strengen Lärmbestimmungen gescheitert. Er führt zu nah an den Häusern vorbei. Also blieb am Ende nur noch die Lösung, für das zweiten Rennen eine Stufe weichere Reifensorten anzubieten.

          Das kann das Kräfteverhältnis auf den Kopf stellen, wie der Große Preis von England in der vergangenen Saison bewies. Die weicheren Reifen bremsten den Favoriten Mercedes. In Spielberg wird sich das weniger auswirken, weil Pirellis weichste Gummimischung völlig ungeeignet für den Red-Bull-Ring ist.

          „Alle werden sich wie in Frankreich auf dem Medium-Reifen qualifizieren und den Soft-Gummi im Rennen nicht anrühren“, prophezeien Mercedes-Ingenieure. Fernando Alonso (Alpine) fürchtet, dass der Einsatz von Pirellis Superkleber den Topteams bessere Karten in die Hände spielt. „Mercedes und Red Bull, vielleicht sogar Ferrari und McLaren werden in der Lage sein, sich auf den Medium-Reifen für die Top Ten zu qualifizieren. Wir aber werden den weichsten Reifen nehmen müssen und dann am Anfang des Rennens leiden.“

          Das erste „volle Haus“ seit Ausbruch der Corona-Krise soll in zwei Wochen Silverstone erleben. Der Veranstalter rechnet mit 130.000 Zuschauern. Viele sagen, das sei Irrsinn in einer Zeit, in der sich die Delta-Variante des Virus wie ein Buschfeuer verbreitet. Lewis Hamilton wagte sogar vorsichtig Kritik: „So toll ich es finde, dass die besten Fans der Welt wieder auf die Tribünen dürfen, umso mehr sorge ich mich um deren Gesundheit.“

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