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Vor dem Großen Preis von Kanada : Die Formel 1 sucht den Superstar

  • -Aktualisiert am

Wird er der Schumacher von morgen? Nico Rosberg Bild: picture-alliance/ dpa

In der Formel 1 wird der Fortschritt durch Technik immer schwieriger. Deswegen konzentrieren sich die Teams verstärkt auf die fahrerischen Qualitäten. Welcher Pilot wird der Superstar der Zukunft?

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          Halbzeit in der Formel 1. Deshalb wird aber nicht Pause gemacht. Im Gegenteil. Vor dem Großen Preis von Kanada an diesem Sonntag rotieren die Personalpolitiker. Denn die für 2008 geplanten Regeln rücken den Fahrer wieder mehr in den Mittelpunkt. Das stellt acht der elf Teams vor ein Problem. Wer keinen Michael Schumacher, Fernando Alonso oder Kimi Räikkönen hat, müßte das fahrerische Defizit mit einem besseren Auto ausgleichen.

          Doch mit der vom Weltverband verordneten Schmalspurtechnik wird der Fortschritt durch Technik immer schwieriger werden. Deshalb ist es für die Planung wichtiger denn je, den Schumacher von morgen zu finden. Williams glaubt ihn mit Nico Rosberg gefunden zu haben. McLaren wird aller Voraussicht nach den Briten Lewis Hamilton, Spitzenreiter der GP2-Serie, 2007 an Alonsos Seite stellen. Und BMW hofft, daß der künftige Weltmeister ein Pole ist. Testfahrer Robert Kubica wird im nächsten Jahr Altmeister Jacques Villeneuve im zweiten BMW-Cockpit ablösen.

          Ferrari plant schon längst mit Räikkönen

          Der 33 Jahre alte Giancarlo Fisichella ist von der neuen Welle nicht erfaßt worden. Er darf auch im nächsten Jahr für Renault fahren, obwohl seine bisherigen Leistungen eine Vertragsverlängerung nicht rechtfertigen. Der Römer ist weder ein gleichwertiger Ersatz für den zu McLaren wechselnden Alonso, noch scheint er als „Beifahrer“ dem Weltmeister genügend Rückendeckung bieten zu können. Fisichellas Aufgabe wäre es eigentlich, den Chefpiloten gegen Schumacher abzusichern, dem Ferrari-Star Punkte vor der Nase wegzufangen. Doch in den ersten acht Grands Prix kam Fisichella nur einmal vor Schumacher ins Ziel. Trotz des schnelleren Autos. Teamchef Briatore hält nicht aus reiner Menschenfreude zu seinem Landsmann.

          Hat Michael Schumacher insgeheim schon seinen Rücktritt beschlossen?

          Ein Wechsel garantierte keine Leistungssteigerung: Juan Pablo Montoya (McLaren-Mercedes) ist zu launisch, Mark Webber (Williams) schwer einzuschätzen. Der Australier hat noch nicht bewiesen, daß er einen Grand Prix gewinnen kann. Toyotas Pilot Ralf Schumacher könnte eine Alternative sein. Aber der Rheinländer ist zu teuer. Und so hat Briatore ein Besetzungsproblem für die Hauptrolle. Deshalb redet er seit dem Grand Prix von Europa mit Engelszungen auf Kimi Räikkönens Management ein, Renault gegenüber Ferrari den Vorzug zu geben. Zuletzt bat der exzentrische Italiener sogar Formel-1-Manager Bernie Ecclestone um Hilfe. Das Doppelspiel wiederum ärgerte Ferraris Generaldirektor Jean Todt. Daß der Franzose trotzdem gelassen blieb, verstärkt den Eindruck. Ferrari plant schon längst mit Räikkönen. „Nächstes Jahr fahren entweder Kimi und Schumacher oder Kimi und Massa für uns.“ Trotzdem könnte bei Renault ein Finne zum Einsatz kommen. Briatore schwört jedenfalls auf seinen Testpiloten Heikki Kovalainen: „Er kann die Alonso-Story wiederholen.“

          „Felipe hat sich nervös machen lassen“

          Warten auf Michael Schumacher. Er hat die Bekanntgabe seiner Zukunftspläne auf den Grand Prix von Italien in Monza Anfang September vertagt. Sein Freund Todt warnt alle, die glauben, der siebenmalige Champion habe insgeheim schon seinen Rücktritt zum Ende des Jahres beschlossen: „Ich wäre vorsichtig mit Prognosen, daß Michael aufhört. Er hat sich wirklich noch nicht entschieden.“ Und so muß Schumachers Teamkollege Felipe Massa weiter bangen. Ende Juni läuft Ferraris Option auf den Brasilianer aus. Löst sie Ferrari nicht ein, läuft das Zugriffsrecht auf den Brasilianer aus. Andernfalls bleibt Massa zwei weitere Jahre ein Ferrari-Pilot.

          Sorgen um seinen Verbleib in der Königsklasse scheint sich Ferraris Nummer zwei nicht zu machen. Das müßte er aber. Denn auf den Wunschzetteln der anderen Teams steht Massa nicht an oberster Stelle. Ihm geht es wie Fisichella bei Renault. Schumacher ist ihm voraus. Das Trainingsduell steht 8:0 für den Deutschen. Im Rennen kann sich Massa immer nur ein paar Runden im Windschatten seines Teamkapitäns halten. Dann fällt er zurück.

          Dem 25jährigen Rennfahrer aus Sao Paulo fehlt die Konstanz und die Sicherheit, in kritischen Situationen eine schnelle Runde fahren zu können. Sein Trainingsunfall von Monte Carlo war die Konsequenz von zu hohem Erwartungsdruck. „Wir wollten einen Satz (der limitierten) Reifen sparen und haben unsere Fahrer mit alten Reifen in die erste Qualifikationsrunde geschickt. Michael weiß, daß er auch unter den Umständen eine Runde weiterkommt“, sagte Technikdirektor Ross Brawn, „Felipe hat sich nervös machen lassen, wollte zuviel, gleich beim ersten Versuch. Seitdem bekommt er von Beginn der Qualifikation an neue Reifen.“

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