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Formel 1 : Vettels Mission WM-Titel in Gefahr

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Betretene Mienen: Die Probleme mit der Antriebsquelle des Ferrari lassen Sebastian Vettel nicht gerade voller Optimismus auf die nächsten Rennen schauen. Bild: AFP

Volle Motorleistung oder volle Batterie: Ohne neue Turbolader wird Ferrari Mercedes vorerst nur dort herausfordern können, wo man den Start gewinnt oder Risiko-Strategien fahren kann. Die Aufholjagd auf Mercedes hat allerdings ihren Preis.

          Nico Rosberg hatte einen geruhsamen Abend in Bahrein. Nach drei Kurven war er seine Gegner los. Sebastian Vettel parkte seinen Ferrari schon in der Formationsrunde mit einem Motorschaden am Streckenrand. Wie 1996 Michael Schumacher in Magny-Cours. Kimi Räikkönen rutschte beim Start mit den Fingern vom Kupplungshebel und fand sich am Ende der ersten Runde auf Platz fünf wieder. Lewis Hamilton wurde nach einem weiteren schlechten Start in der ersten Kurve von Valtteri Bottas torpediert. Danach war sein Mercedes so stark beschädigt, dass er zwischen 0,8 und 1,5 Sekunden pro Runde gegenüber Normalzustand verlor.

          Auch leichte Rennen muss man gewinnen. Nico Rosbergs GP Bahrain dauerte nicht 93 Minuten, sondern „gefühlte sechs Stunden“. Der zweimalige Saisonsieger horchte in jedes verdächtige Geräusch und fuhr nur so schnell, wie er musste. „Ich musste keine einzige Runde volle Kanone fahren“, gab Rosberg zu. Wie viel der WM-Spitzenreiter vom Gas gegangen ist, wollte er nicht sagen. „Sonst würden wir Ferrari verraten, was wir wirklich können.“ Für Ferrari muss diese Nachricht eine Ernüchterung gewesen sein.

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          Auch die Tatsache, dass Lewis Hamilton in seinem ramponierten Silberpfeil nicht viel langsamer als Räikkönen fuhr. Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene versuchte das Gute im Schlechten zu sehen. Als sich Räikkönen endlich auf Platz zwei vorgearbeitet hatte, trennten ihn 11,8 Sekunden von Rosberg. Im Ziel waren es 10,2 Sekunden. „Wir konnten das Tempo des Siegers halten. Das lässt mich hoffen, dass Kimi das Rennen nur in den ersten sieben Runden verloren hat.“ Viel alarmierender sind die Motorprobleme, die Ferrari nur ungern einräumen will. Diesmal blieb den Herausforderern von Mercedes keine andere Wahl, als den Schaden zuzugeben. Vettels Ferrari V6-Turbo verabschiedete sich in einer riesigen Rauchfahne.

          Eine erste Analyse ergab, dass eine Einspritzdüse gebrochen ist. In Melbourne war es der Turbolader – im Auto von Kimi Räikkönen. Zwei Rennen, zwei Defekte im Motorumfeld. Die Aufholjagd auf Mercedes hat ihren Preis. Ferraris neue Antriebsquelle hat viel Potential, aber sie ist auch am Limit gebaut. Deshalb traut sich Ferrari, die Hybrid-Maschine nur in den Qualifikationsrunden voll zu belasten. In Bahrein zum ersten Mal. „Wir wollten mal sehen, wie weit wir Mercedes damit in die Enge treiben können“, gab Arrivabene zu. Am Ende betrug die Differenz zu den Silberpfeilen immer noch eine halbe Sekunde.

          Unter Rennbedingungen sollte der Abstand geringer sein. Doch die Motorprobleme zwingen Ferrari zur Vorsicht. Nach Mercedes-Messungen legen die Ferrari auf der zweiten Hälfte der Geraden keine Geschwindigkeit mehr zu. Das liegt daran, dass der Turbolader den neuen Motor mit mehr Ladedruck versorgen muss. Dann bleibt aber kein Überschuss mehr für die Elektromaschine MGU-H zum Laden der Batterie übrig. Die Turbine könnte zwar noch höher drehen, aber nur mit dem Risiko von Schäden.

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