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Vettel und Ferrari : Fehler verboten!

  • -Aktualisiert am

Konkurrenten oder Teamkollegen? Die Rollenverteilung zwischen Kimi Räikkönen (rechts) und Sebastian Vettel ist bei Ferrari nicht immer klar. Bild: AP

Fehlende Stallregie und zu viel Ungeduld haben Sebastian Vettels Rückstand auf Lewis Hamilton wachsen lassen. Beim Großen Preis von Singapur hat Ferrari aber einen Trumpf in der Hand.

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          Vor einem Jahr kam Sebastian Vettel mit einem Rückstand von drei Punkten auf Lewis Hamilton nach Singapur. Diesmal sind es 30. Und Vettel hat nur noch sieben Rennen Zeit, den Rückstand aufzuholen. Gegen Hamilton, der praktisch keine Fehler macht, der fast immer das Maximum aus seinen Möglichkeiten holt. Wenn überhaupt, dann lässt sich beim Titelverteidiger nur ein Schwachpunkt ausmachen. Ferrari hat im Moment das schnellere und zuverlässigere Auto. Hamilton fiel in Österreich mit defekter Benzinpumpe aus. In Bahrein und Deutschland verlor er wegen eines Getriebewechsels und eines Hydraulikschadens Startplätze. Die Weste von Ferrari ist noch weiß.

          Vettel hat seine Punkte auf der Rennstrecke liegenlassen. Die Startkollision mit Valtteri Bottas in Paul Ricard, der Unfall in Hockenheim, der Dreher im Zweikampf mit Hamilton in Monza. Das WM-Duell könnte unentschieden stehen, hätte Vettel hier und da seine Ungeduld gezügelt, hätte Ferrari seine Teamstrategie besser organisiert. Aus Sicht des Herausforderers war es überflüssig, dass Kimi Räikkönen und Vettel in Monza schon auf den ersten zwei Kilometern gegeneinander gefahren sind, als würden sie den WM-Titel unter sich ausmachen. Das hätte man später, wenn sich das Renngeschehen etwas beruhigt hat, noch regeln können. Hamilton war der lachende Dritte. Während Hamilton nur gegen Vettel fuhr, hatte sein Gegner Konkurrenz aus dem eigenen Stall.

          Bei Mercedes sind die Rollen klar verteilt. Hamilton fährt auf Titelkurs, und Bottas spielt seinen Manndecker. Der Finne hat sich damit bereits abgefunden. „Ich liege in der WM weit hinter Lewis. Wir fahren für unser Team, und das Team will beide Titel. Wenn ich Lewis helfen kann, mache ich es und hoffe dabei, dass ich dafür nicht allzu viel von meinem eigenen Rennen opfern muss.“ Ferrari tut sich mit dem Begriff Stallregie schwer. Man hat damit zu viele schlechte Erfahrungen gemacht. 2002 musste Rubens Barrichello beim GP Österreich auf den letzten Metern Platz machen für Michael Schumacher. Die Fahrer wurden bei der Siegerehrung ausgepfiffen. 2010 zahlte Ferrari 100.000 Dollar Strafe, weil Felipe Massa nach einem eindeutigen Funkspruch Fernando Alonso überholen ließ. Damals war Schützenhilfe im Team noch verboten.

          „Das mit dem Helfen ist nicht so einfach“

          Statt offen alle Karten auf Vettel zu setzen, vermeidet Ferrari klare Ansagen. Wenn überhaupt, dann wird Räikkönen heimlich über das schlechtere Boxenstopp-Timing oder eine andere Strategie eingebremst. Als Räikkönen in Hockenheim zehn Runden lang mit älteren Reifen vor Vettel her fuhr, da druckste Einsatzleiter Jock Clear am Kommandostand umständlich herum, Räikkönen zum Platztausch aufzufordern. „Seb ist schneller. Seine Reifen verschleißen zu stark. Ihr fahrt unterschiedliche Rennen.“ Der Finne antwortete genervt: „Könnt ihr mir mal genau sagen, was ihr wollt.“

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