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Mysteriöser Formel-1-Unfall : Alonso oder McLaren – wer lügt hier?

  • -Aktualisiert am

„Das hat die ganzen Spekulationen angefeuert“: Fernando Alonso Bild: Reuters

Bei Testfahrten im Februar hatte Fernando Alonso einen mysteriösen Unfall. Nun spricht der McLaren-Pilot erstmals über den Crash. Seine Aussagen stehen im krassen Gegensatz zu denen des Teams. Das wirft neue Fragen auf.

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          Die erste Hürde hat Fernando Alonso geschafft. Der Spanier darf beim Großen Preis von Malaysia an diesem Sonntag (Start: 9 Uhr MESZ / Live bei RTL, Sky und im Formel-1-Ticker bei FAZ.NET) fahren. Das hat ein zwanzigminütiger Medizincheck bei den Medizinern des Internationalen Automobil-Verbandes (Fia) und dem leitenden Arzt der Veranstaltung ergeben. Rein äußerlich ist Alonso der gleiche Rennfahrer wie vor dem Unfall bei den Testfahrten: körperlich topfit, geistig wach, dem eigenen Bekunden nach voller Energie, das Projekt McLaren-Honda in bessere Zeiten zu führen.

          Er ist der einzige Mann, der sagen kann, was sich in jener 21. Runde am vierten Testtag von Barcelona abgespielt hat, kam in Malaysia erstmals zu Wort. Und Alonsos Aussage stellte alles auf den Kopf, was vorher spekuliert worden war. Ja, er könne sich an jede Einzelheit des Unfalls erinnern, sagte der Spanier. Nein, es stimme nicht, dass er bewusstlos war und dass er im Glauben aufgewacht sei, er lebe noch im Jahr 1995.

          „Die einzige Erinnerungslücke, die ich habe, betrifft den Zeitraum zwischen zwei und sechs Uhr nachmittags an diesem Tag. Es lag daran, dass mich die Ärzte für den Helikopter-Transport sediert haben“, sagte er: „Der Unfall aus Sicht des Piloten: „Mitten in der Kurve ist plötzlich die Lenkung blockiert. Das Auto bog nach innen ab, ich habe vom fünften in den dritten Gang runtergeschaltet und hart gebremst, konnte den Aufprall aber nicht mehr verhindern. Ich weiß noch genau, wie das Auto ein paar mal gegen die Mauer geschlagen ist. Dann habe ich zuerst den Funk abgeschaltet und danach die Elektromotoren, damit die Streckenposten das Auto berühren können.“

          Spekulationen, der Wind könnte ihn aus der Bahn getragen haben, weist der Spanier zurück: „Dazu war ich viel zu langsam. Bei dem Speed hätte nicht einmal ein Hurrican das Auto bewegt. Außerdem wäre ich dann nach außen abgetragen worden.“

          Sichtschutz: Nach einer Untersuchung an der Strecke wird Alonso mit einem Hubschrauber in eine Klinik geflogen

          Alonsos Aussagen zum Unfall stehen im krassen Gegensatz zu der Einlassung des Teams, dass der McLaren technisch in Ordnung gewesen ist. Da stellt sich die Frage, wer hier lügt. Der Fahrer oder das Team? Oder sagen beide die Wahrheit, vertuschen aber die Details? Auch das versucht Alonso zu erklären: „Die Daten zeigen tatsächlich nichts. McLaren und mein Manager mussten aber etwas sagen, weil der Druck der Öffentlichkeit zu groß wurde. Das hat die ganzen Spekulationen angefeuert. Auch mein langer Krankheitsstand hat dazu beigetragen.“

          Alonso kann sich nur vorstellen, dass eine Modifikation an der Lenkung zu dem Problem beigetragen hat: „Wir haben wegen meines speziellen Fahrstils einige Komponenten an der Lenkung verändert. Weil wir nicht wissen, warum die Lenkung blockierte, sind wir jetzt auf die Standardeinstellungen der Lenkkinematik zurückgegangen, so wie sie auch Jenson Button fährt. Außerdem hat McLaren zusätzliche Sensoren angebracht, damit wir bei einem ähnlichen Problem vorgewarnt sind.“

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