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Trauerfeier für Bianchi : „Gott behüte dich, Jules“

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Der Sarg von Jules Bianchi wird am Dienstag in die Kathedrale in Nizza getragen Bild: AP

Der neun Monate nach seinem Unfall verstorbenen Formel-1-Fahrer Jules Bianchi ist in Nizza beerdigt worden. Auch viele frühere Rennkollegen nahmen in einer bewegenden Trauerfeier Abschied von dem Franzosen.

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          Auf dem Sarg von Jules Bianchi liegt bunt schimmernd sein alter Formel-1-Helm. Dahinter haben die Trauernden Aufstellung genommen. Mit einer bewegenden Zeremonie haben Familie, Freunde, Kollegen und Fans Abschied von dem Formel-1-Piloten genommen. Dutzende Menschen wohnten dem Gottesdienst am Dienstag in Nizza bei. „Er wird in unseren Herzen für immer ein Champion bleiben“, sagte Ferrari-Testfahrer Jean-Éric Vergne in der Cathédrale Sainte-Réparate in Bianchis Geburtsort.

          Unter den Trauernden um Vater Philippe und Mutter Christine war auch das deutsche Formel-1-Trio Sebastian Vettel, Nico Rosberg und Nico Hülkenberg sowie Weltmeister Lewis Hamilton. Automobilweltverbandschef Jean Todt, die französische Motorsport-Ikone Alain Prost und Frankreichs Sport-Staatssekretär Thierry Braillard erwiesen Bianchi ebenfalls die letzte Ehre. Vettel und Williams-Ersatzfahrer Adrian Sutil gehörten zu den Sargträgern.

          „Wisse, dass wir dich für immer lieben“

          Am von Blumen gesäumten Portal der Kathedrale hingen zwei große Banner mit Porträts von Bianchi. Während Vertraute Bianchis Sarg in die Kathedrale trugen, wurde der französischen Nachrichtenagentur AFP zufolge „Hotel California“ von den Eagles gespielt. Die Trauerfeier wurde für die Fans vor dem Gotteshaus über Lautsprecher auf den Kirchenplatz übertragen.

          „Der Tod von Jules ist zutiefst ungerecht“, sagte der Priester während der Zeremonie. Bianchi sei glücklich gewesen, weil er seinen Rennfahrer-Traum habe verwirklichen können. „Dein Fehlen wird eine schmerzliche Bewährungsprobe sein, aber wisse, dass wir dich für immer lieben“, sagte Bianchis Schwester Mélanie und rang um Fassung. McLaren-Renndirektor Eric Boullier sprach schon vor der Zeremonie von einer Reise mit „schweren Herzen“ zum anstehenden Grand Prix in Ungarn. Die Formel 1 werde „am Sonntag zusammenkommen, um in Stille und mit Respekt“ Abschied zu nehmen.

          Bianchi war vor neun Monaten beim Grand Prix von Japan in Suzuka in einen Bergungskran gerast und hatte schwere Gehirnverletzungen erlitten. Am vergangenen Freitag starb der frühere Marussia-Pilot in einem Krankenhaus in Nizza. Bianchi wurde nur 25 Jahre alt. Er ist der insgesamt 32. Fahrer in der Geschichte der Rennserie, der an den Folgen eines Rennunfalls starb – und der erste seit dem tödlichen Unfall von Ayrton Senna vor 21 Jahren.

          Noch vor der Beerdigung hatte sich der Automobilweltverband Fia zu einer besonderen Geste entschlossen. Demnach wird die Formel 1 Bianchis Startnummer 17 nicht mehr vergeben. Der Priester beschloss die Zeremonie mit einem emotionalen Aufruf: „Jules konnte nie auf ein Formel-1-Podium steigen, also bitte ich Sie jetzt darum, ihm zu applaudieren.“ Während auf Bianchis Sarg sein Helm ruhte, klatschten die Trauergäste minutenlang.

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