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Teamorder bei Mercedes : Reich beschenkt und schwer beschämt?

Nase vorn: Nicht nur kurz nach dem Start, sondern vor allem am Ende des Rennens in Sotschi liegt Hamilton vor seinem Kollegen Bottas – dank Teamorder. Bild: EPA

Mercedes unterstützt kompromisslos den aussichtsreichsten Chefpiloten, solange der liefert. Eine Teamorder für Hamilton wird es auch beim nächsten Formel-1-Rennen in Japan geben – falls nötig.

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          Das war ihm aber sehr unangenehm. Sagt Lewis Hamilton. Da oben zu stehen auf dem Siegerpodest nach dem Formel-1-Rennen in Russland am vergangenen Sonntag, mit der Trophäe im Arm: „Ich wusste gar nicht, was ich machen sollte. Ich wollte nicht da oben stehen.“ So verloren als Sieger von Sotschi, mit nun 50 Punkten Vorsprung vor Sebastian Vettel im Kampf um den Fahrertitel 2018, also auf der Zielgeraden zum fünften Titel: „Es fühlte sich nicht richtig an.“ Nach vorne gefahren worden zu sein, am eingebremsten Teamkollegen Valtteri Bottas vorbei. Mitleidig schaute Hamilton auf den geknickten Kollegen zu seiner Rechten hinunter, bot ihm gar den Pokal an, so aus dem „Moment“ heraus.

          Anno Hecker

          Verantwortlicher Redakteur für Sport.

          Leise antwortend, mit traurig klingender Tonlage, den Schirm der Kappe tief ins Gesicht gezogen, so präsentierte sich der erfolgreichste aktive Formel-1-Rennfahrer später den Journalisten. Wäre die Tiefenbohrung in die Seele des Rennfahrers aus Leidenschaft fortgesetzt worden, denn hätte wohl jemand ein Taschentuch reichen müssen. Reich beschenkt und schwer beschämt? „Ich habe das nicht verlangt“, hatte Hamilton noch in Russland gesagt, „das war eine Entscheidung des Teams.“ Sie verfolgte ihn bis ins Fahrerlager von Suzuka, wo der Brite am Donnerstag (auf Nachfrage) wieder an sein Leiden erinnerte: „Ich habe mich noch nie so schlecht gefühlt.“

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