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Stefan Bradl im Gespräch : „Rossi muss ich hinter mir lassen“

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250 PS, in 2,7 Sekunden auf Tempo 100 - Stefan Bradl gibt Gas Bild: AFP

In der Moto2-Klasse wurde Stefan Bradl Weltmeister, nun misst er sich in der MotoGP mit den Größen des Motorradsports. Im F.A.Z.-Interview spricht er vor dem Saisonstart über die brutale Kraft der Maschine und den Respekt der Kollegen.

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          Stefan Bradl beendete das erste Training in der MotoGP für den WM-Lauf von Qatar in Doha auf Platz zwölf. Im letzten Drittel der Trainingszeit kam er nicht mehr so gut zurecht wie zu Beginn und hatte 2,460 Sekunden Rückstand auf den Schnellsten, Titelverteidiger Casey Stoner aus Australien. Der Honda-Pilot setzte sich vor dem Spanier Jorge Lorenzo und Nicky Hayden aus den Vereinigten Staaten durch.

          Ihr Vater Helmut Bradl wirbt für sein Motorradgeschäft in Zahling mit dem Slogan: „Einkaufen bei den Vize-Weltmeistern“ - hat er das inzwischen angepasst?

          Es gibt keinen Grund dafür, ich habe ja mit seinem Laden nichts zu tun. Ich schaue nur manchmal vorbei, rede schlau daher und trinke Cappuccino. Auf der Strecke sind wir nun aber sicher eines der erfolgreichsten Familienunternehmen überhaupt. Nur in Bezug auf die Titel sind uns die Rossis noch um einiges voraus.

          Ihr Ziel war es immer, einen Platz besser zu sein als der Vater. Haben Sie wirklich immer daran geglaubt, dass Sie Weltmeister werden können?

          Ja, denn ich wollte doch etwas erreichen. Ich wollte der Beste der Welt werden. Das war mein Plan, aber natürlich ist das ein schmaler Grat und die Realität oft sehr hart. Es war immer ein Kampf. Als ich mit sechzehn in meine erste WM-Saison gegangen bin, da sind mir die Augen geöffnet worden. Ich kam als deutscher Meister und habe gedacht: Ja, ich bin etwas! Und dann gurkst du da in den Rennen nur um Platz zwanzig rum, obwohl ich gefühlt habe, dass ich an meinem Maximum bin. Trotzdem musst du weiter an dich glauben, du darfst nie aufgeben.

          Mit 21 Jahren haben Sie im vergangenen November den Titel in der Moto2-Klasse gewonnen. Wann haben Sie diesen Erfolg richtig realisiert?

          Ich habe einige Zeit gebraucht, um alles zu verstehen und zu verarbeiten. Am Anfang war jeder von uns im Freudentaumel, das war ein unglaublicher Rausch, den ich so noch nie erlebt habe. Aber du musst einige Momente für dich haben, damit du merkst, dass alles auch wirklich wahr ist. Richtig geglaubt habe ich es erst, als ich zum ersten Mal in meinem eigenen Bett aufgewacht bin. Und als die Leute auf der Straße mich beglückwünscht haben: „Gut gemacht, Herr Weltmeister!“

          An diesem Wochenende beginnt in Qatar die neue Saison. Haben Sie damals schon an den nächsten Schritt, den nächsten Erfolg gedacht?

          Ja, dieser Gedanke setzte relativ schnell ein. Ich war stolz auf das, was ich erreicht hatte, und trotzdem habe ich gleich an die nächste Herausforderung gedacht. Ich will jetzt auch in der MotoGP-Klasse zeigen, was ich kann, ich bin hungrig, ich will wieder gewinnen.

          Mit 21 Jahren wurde Bradl in der vergangenen Saison erstmals Weltmeister in der Moto2-Klasse

          Wie wurden Sie als Neuzugang in der MotoGP von den Stars wie Valentino Rossi oder Casey Stoner empfangen?

          Eine Welcome-Party haben sie nicht veranstaltet. Aber ich merke schon, dass sie mir mit Respekt gegenübertreten. Ich glaube, dass sie gemerkt haben, dass ich etwas kann. Das habe ich oft genug bewiesen. Ich glaube schon, dass ich ein guter Motorrad-Rennfahrer bin.

          Sie haben oft betont, dass Rossi Ihr Vorbild war. Wie ist es, diesem Mann nun als Gegner auf der Strecke zu begegnen?

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