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Sport und Terror : Ein gepanzertes Auto als „safety car“ für Michael Schumacher?

Ein Soldat bewacht die Formel-1-Strecke in Bahrein Bild: AP

Athen läßt sich die Sicherheit eine Milliarde Euro kosten. In Portugal wird jeder Fußballspieler bewacht. Das Formel-1-Rennen in Bahrein wird mit Sorge erwartet. Angst vor Terror verdüstert die sportlichen Höhepunkte.

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          Die Angst vor einem "spektakulären Anschlag" der islamistischen Terrorszene verdüstert immer mehr den Blick auf die sportlichen Großveranstaltungen dieses Jahres. Orte mit Symbolcharakter und mit großen Menschenansammlungen, so warnt das Auswärtige Amt in seinen allgemeinen Sicherheitshinweisen, müßten weltweit als vorrangige Ziele terroristischer Attacken angesehen werden. So sieht sich etwa die Regierung von Bahrein zu der Beteuerung veranlaßt, man habe alle möglichen Sicherheitsvorkehrungen für das kommende Formel-1-Wochenende getroffen.

          Evi Simeoni
          Sportredakteurin.

          Mit Blick auf die Olympischen Spiele im August muß die griechische Regierung befürchten, daß die Verspätung beim Bau der Sportstätten ihre gewaltigen Sicherheitsvorkehrungen erschweren wird. Und im Zusammenhang mit der Fußball-Europameisterschaft in Portugal wird gemeldet, daß neben anderen Sicherheitsanstrengungen sämtliche Spieler auf Schritt und Tritt von Leibwächtern begleitet werden sollen.

          Bahrein fühlt sich gerüstet

          "Das Formel-1-Rennen ist die größte Sportveranstaltung, die jemals im Mittleren Osten stattgefunden hat", ließ ein Sprecher des Innenministeriums von Bahrein wissen. "Wir betonen, daß alle möglichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen worden sind." Nationalgarde und Militär sollen am Rennwochenende im Golfstaat für Ruhe und Ordnung sorgen. Man sei, so das Ministerium, für alle Möglichkeiten, "vom kleineren Vandalismus über nationale Katastrophen bis hin zum internationalen Terrorismus" gerüstet.

          Scharfschützen überwachten die Entzündung des olympischen Feuers
          Scharfschützen überwachten die Entzündung des olympischen Feuers : Bild: dpa/dpaweb

          Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher jedenfalls soll angeblich in Bahrein eine gepanzerte Limousine mit Aufpasser zur Verfügung stehen. Der König, Scheich Hamad bin Isa Al Khalifa, hat ihm sogar angeboten, in seinem Palast zu wohnen, worauf der Deutsche aber verzichtet hat. "Ich denke nicht, daß wir da allzu viel machen können", sagte er zum Thema Sicherheit, "es liegt in anderen, kompetenten Händen, und wir vertrauen diesen Händen."

          Athen zahlt eine Milliarde Euro für die Sicherheit

          Der Regent war immerhin bei der Eröffnung der Rennstrecke vor zwei Wochen mit schwerer Bewachung erschienen. Sein Helikopter wurde begleitet von zwei weiteren bewaffneten Hubschrauber-Besatzungen. Ein bißchen Selbstdarstellung mag bei solchen Angeboten und Auftritten mitspielen. Doch in der Reiseempfehlung des Auswärtigen Amtes heißt es: "Angesichts der allgemeinen weltweiten Gefährdung durch Terroranschläge und der besonderen Lage in manchen Ländern des Nahen und Mittleren Ostens wird auch in Bahrein zur Wachsamkeit geraten."

          Gegenüber dem Aufwand, den Griechenland für seine Spiele betreibt, dürften die Anstrengungen rund um das Formel-1-Rennen am Golf jedoch verblassen. Die Ankündigung der griechischen Regierung, insgesamt die Rekordsumme von einer Milliarde Euro für Sicherheitsmaßnahmen ausgeben zu wollen, hat potentielle Olympiatouristen trotzdem nicht überzeugt. Ein Mitarbeiter des Athener Organisationskomitees wurde jedenfalls jüngst in der Zeitung "Eleftherotypia" mit der Feststellung zitiert, daß die Terror-Angst zu einem starken Rückgang der Buchungen geführt habe.

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