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Skiunfall in Frankreich : Michael Schumacher in Lebensgefahr

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Michael Schumacher auf der Skipiste (Foto von 2004) Bild: REUTERS

Die Situation des Formel-1-Rekordweltmeisters ist ernster als bisher angenommen. Nach Angaben der Klinik in Grenoble befindet sich Schumacher in einem „kritischen Zustand“. Er war beim Skifahren abseits der Pisten gestürzt und zog sich trotz Helm ein schweres Schädel-Hirn-Trauma zu.

          Knapp fünf Jahre nach seinem schweren Motorradunfall hat sich Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher beim Skifahren in Frankreich am Kopf verletzt und ein schweres Schädel-Hirn-Trauma mit Hirnblutung erlitten. Sein Gesundheitszustand ist ernster als bislang angenommen: Nach Angaben der Klinik in Grenoble vom späten Sonntagabend ist Schumacher in einem „kritischen Zustand“.

          Der frühere Rennpilot war am Sonntagvormittag um kurz nach 11 Uhr zwischen zwei markierten Pisten in Méribel in den französischen Alpen verunglückt. Zu diesem Zeitpunkt trug er einen Skihelm, wie eine Sprecherin Schumachers FAZ.NET mitteilte. Der Tourismus-Direktor Christophe Gernignon-Lecomte sagte dem Radiosender RMC, schon nach wenigen Minuten seien Rettungskräfte am Unglücksort gewesen. Schumacher „war geschockt, ein bisschen beunruhigt, aber bei Bewusstsein“, sagte Gernignon-Lecomte, der zunächst noch von einem glimpflichen Ausgang des Unfalls ausging: „Es könnte möglicherweise eine Gehirnerschütterung sein, aber es ist nichts Ernstes.“

          Bei Ankunft im Krankenhaus ohne Bewusstsein

          Aber Schumachers Gesundheitszustand verschlimmerte sich schnell. Nachdem er an Ort und Stelle erstversorgt worden war, wurde er mit einem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus nach Moûtiers geflogen und von dort in eine Klinik nach Grenoble gebracht. Als Schumacher dort um 12.40 Uhr ankam, war er nach Angaben des Krankenhauses schon nicht mehr bei Bewusstsein und musste „umgehend neurochirurgisch behandelt“ werden.

          In der Klinik in Grenoble wird Schumacher behandelt Bilderstrecke

          Am frühen Abend traf dann der Arzt, der Schumacher schon nach dessen schweren Formel-1-Unfall operierte, in Grenoble ein. Rund sechs Stunden nach dem Unglück erreichte Professor Gérard Saillant unter großem Polizeiaufgebot das Krankenhaus. Saillant leitet die „ICM-Stiftung“, die in Paris eine Klinik betreibt, um Hirn- und Rückenmarkserkrankungen behandeln zu können. Schumacher gehört zu den Gründungsmitgliedern der Stiftung.

          Der Unfall in den Bergen ereignete sich fünf Tage vor seinem 45. Geburtstag. Es war nicht der erste Unfall, den Schumacher in seiner Freizeit erlebte. Nach seinem ersten Rücktritt aus der Formel 1 hatte sich der siebenmalige Champion als Motorrad-Pilot versucht. Im Februar 2009 stürzte er im spanischen Cartegna schwer.

          Damals war die Schwere der Verletzungen erst im Nachhinein festgestellt worden. Schumacher erlitt seinerzeit eine Fraktur im Bereich der Schädelbasis und eine in der Halswirbelsäule. Er verletzte sich zudem eine Rippe. Im selben Jahr hatte Schumacher ein Comeback in der Formel 1 aus gesundheitlichen Gründen absagen müssen.

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