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Skiunfall in Frankreich : Ärzte: Schumacher weiter in Lebensgefahr

  • Aktualisiert am

Michael Schumacher Bild: dapd

Michael Schumacher befindet sich nach seinem Skiunfall weiter in Lebensgefahr. Er habe „im Gehirn weitverbreitete Verletzungen“. Eine zweite Operation ist nicht geplant. Das nächste Bulletin der Klinik in Grenoble ist für Dienstag vorgesehen.

          3 Min.

          Michael Schumacher kämpft weiter um sein Leben. Der 44 Jahre alte Rekordweltmeister der Formel 1 wurde von den Ärzten des Universitätskrankenhauses von Grenoble in ein künstliches Koma versetzt. Die Situation sei einen Tag nach Schumachers schwerem Skiunfall weiterhin „außerordentlich ernst“. Wie die behandelnden Ärzte des Krankenhauses in Grenoble am Montag bei einer knapp 15-minütigen Pressekonferenz mitteilten, erlitt Schumacher „im Gehirn weit verbreitete Verletzungen“. Die behandelnden Ärzte sprachen von Blutergüssen und Prellungen im Gehirn. Am Montag wird es kein weiteres Bulletin zum Gesundheitszustand geben, teilte die Klinik mit. Die nächste Information sei für den späten Dienstagvormittag vorgesehen, sagte eine Mitarbeiterin der Klinik-Pressestelle.

          Mehrfach betonten die Ärzte in Grenoble, dass die Lage sehr kritisch sei. Über die Überlebenschancen könne man nichts sagen, erklärten die Mediziner. Nur Schumachers Familie darf ihn sehen, allen anderen wird der Zugang verwehrt, erklärte der stellvertretende Klinik-Direktor Marc Penaud Sky Sport HD News. Der Unfall am Sonntagvormittag auf einer nicht markierten Piste in Méribel habe sich mit hoher Geschwindigkeit ereignet, betonten die Ärzte angesichts der Schwere der Kopfverletzungen. „Sein Helm hat ihn geschützt. Jemand, der diesen Unfall ohne Helm gehabt hätte, hätte es wohl nicht bis ins Krankenhaus geschafft“, sagte der Leiter der Anästhesie-Abteilung, Jean-François Payen.

          Schumacher sei mit der rechten Seite aufgeprallt und nach dem Unfall verwirrt gewesen. Sein Zustand habe sich dann noch verschlechtert, erklärte der Neurochirurg Stephane Chabardes. Daher wurde Schumacher vom Krankenhaus in Albertville nach Grenoble gebracht. Schumacher habe eine Blutung zwischen Gehirn und Schädeldecke gehabt. Er wurde in Grenoble am Sonntag umgehend operiert. Eine zweite OP gab es nicht, betonten die Ärzte. Aus Respekt gegenüber der Familie wurden keine anatomischen Einzelheiten genannt, sagte einer Mediziner. Weitere Informationen will das Krankenhaus „je nach Entwicklung“ des Zustands Schumachers bekanntgeben. Es werde alles unternommen, um den Druck im Gehirn nicht ansteigen zu lassen, betonte Chabardes.

          „Wir wollen uns beim Ärzteteam bedanken, von dem wir wissen, dass sie alles Mögliche tut, um Michael zu helfen. Wir wollen uns ebenso bei allen bedanken, die ihr Mitgefühl ausgedrückt und die besten Wünsche für Michaels Genesung gesendet haben. Zudem wollen wir die Medien bitten, unsere Privatsphäre und die unserer Freunde zu respektieren“, ließ Schumachers Familie am Montagmittag über Managerin Sabine Kehm ausrichten. „Ich bin schockiert und ich hoffe, dass es ihm so schnell wie möglich wieder besser geht. Ich wünsche seiner Familie jetzt ganz viel Kraft“, hatte der viermalige Weltmeister Sebastian Vettel am Montag noch vor der PK erklärt. Der 26-jährige Heppenheimer ist gut befreundet mit dem Rekordchampion Schumacher. „Werde schnell wieder gesund“, twitterte Vizechampion Fernando Alonso.

          Noch am Abend des Unglückstages waren einige von Schumachers engsten und vertrautesten Formel-1-Wegbegleitern in Grenoble eingetroffen: Neben Ross Brawn, der an allen sieben WM-Titeln Schumachers maßgeblich beteiligt gewesen ist, kam auch der Präsident des Internationalen Automobilverbandes, Jean Todt. Der Franzose war zu Schumachers Erfolgs-Ära bei Ferrari Teamchef. Auch Schumachers deutscher Arzt Johannes Peil, der mit seinem Team von der Sportklinik Bad Nauheim den bislang erfolgreichsten Formel-1-Piloten der Welt seit Jahren betreut, erreichte Grenoble noch am Abend. Bei der Pressekonferenz kamen aber nur die behandelnde Ärzte sowie der mit Schumacher vertraute Saillant zu Wort.

          „Wir sind beunruhigt über seinen Zustand“, sagte der Professor. Er was es auch, der Schumacher nach dessen schwerstem Formel-1-Unfall 1999 in Silverstone operiert hatte. Schumacher war damals im Ferrari verunglückt und hatte sich das Schien- und Wadenbeinbruch gebrochen. Zehn Jahre später verunglückte Schumacher schwer bei einem Motorradunfall im spanischen Cartagena. Ein geplantes Comeback 2009 für Ferrari hatte er wegen der gesundheitlichen Nachwirkungen hatte absagen müssen.

          Die behandelnden Ärzte in Grenoble bei der Pressekonferenz

          2010 kam Schumacher aber zurück. Er startete drei Jahre für Mercedes unter Teamchef Brawn. Seinen 91 Grand-Prix-Erfolgen in der Zeit von 1991 bis 2006 konnte er keinen weiteren hinzufügen. Mit seiner deutlich lockereren Art sammelte Schumacher aber viele Sympathiepunkte. Aber nicht nur deswegen ereilten den um sein Leben kämpfenden Schumacher aus aller Welt schnelle Genesungswünsche.

          Schumachers ehemaliges Formel-1-Team MercedesAMG regierte mit großer Betroffenheit. „Wir waren schockiert, davon zu erfahren, dass Michael sich in einem kritischen Zustand befindet und verfolgen die neuesten medizinischen Entwicklungen zu seinem Gesundheitszustand aus Grenoble genau“, teilte der Rennstall mit. Auch Ferrari bangt um Schumacher. „Es sind Stunden der Angst für alle bei Ferrari“, hieß es in einer offiziellen Mitteilung des italienischen Rennstalls. „Ganz Ferrari ist bei Michael“. Vor allem Präsident Luca di Montezemolo und Teamchef Stefano Domenicali stünden in ständigem Kontakt mit Schumachers Familie.

          Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel reagierte betroffen. „Wie Millionen von Deutschen waren auch die Bundeskanzlerin und die Mitglieder der Bundesregierung außerordentlich bestürzt, als sie von Michael Schumachers schwerem Skiunfall erfahren haben“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. „Wir hoffen mit Michael Schumacher und mit seiner Familie, dass er die Verletzungen überwinden und genesen kann. Seiner Frau, seinen Kindern, seinen Angehörigen wünschen wir in diesen schweren Stunden Kraft und Zusammenhalt.“

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