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Chaos bei Rennen in Singapur : Sieger Pérez im Glück nach Formel-1-Wirrwarr

  • -Aktualisiert am

Erst der Regen, dann der Champagner: Sergio Pérez in Singapur Bild: AFP

Schon vor dem Rennen geht es bei Starkregen in Singapur chaotisch zu. Auch der Grand Prix ist turbulent. Max Verstappen holt den WM-Titel noch nicht. Und Sergio Pérez erlebt eine bange Zeit danach.

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          Tatsächlich kann in der Formel 1 noch jemand anders gewinnen außer Max Verstappen. Nach fünf Siegen des Niederländers in Serie holte sich der Mexikaner Sergio Pérez im zweiten Red-Bull-Rennwagen beim Großen Preis von Singapur den Sieg vor den Ferrari von Charles Leclerc und Carlos Sainz jr. Damit ist auch die Titelentscheidung noch einmal vertagt.

          Verstappen hatte seine Siegchance schon am Samstag in der Qualifikation verspielt, und wurde in einem von Chaos und Crashs geprägten 16. WM-Lauf am Ende Siebter, als er Sebastian Vettel noch überholte. Für Mick Schumacher, der auf Rang 13 als Vorletzter ins Ziel kam, hatte es bei seinem ersten Auftritt in Singapur wieder nicht für ein Empfehlungsschreiben gereicht.

          So ist die Mutter aller Nachtrennen, sie verspricht süße Träume, und plötzlich wird ein Albtraum daraus. Der spürte auch der Sieger. Wegen Abstandfehlern in zwei Safety-Car-Phasen (erlaubt sind fünf Wagenlängen, es waren aber mindestens zehn zwischen Safety Car und Pérez) drohten ihm nach Rennschluss zwei Zeitstrafen, die das Ergebnis noch hätten verändern können, wenn sie mehr als die 7,5 Sekunden, die Perez im Ziel Vorsprung auf den Zweiten hatte, betragen hätten. Doch Stunden nach Rennende kam die für Pérez beruhigende Nachricht vom Motorsport-Weltverband Fia. Er bekam einmal eine Strafe von fünf Sekunden und einmal eine Verwarnung und blieb so Erster. Was ein Wirrwarr!

          Mehr als eine Stunde Verspätung

          Etwa in dem Moment, an dem sich die Formel-1-Kolonne planmäßig auf den Weg in die Startaufstellung hätte machen müssen, stand das Wasser in etwa bis zur Türhöhe des Safety-Cars. Bernd Mayländer hatte sich als Kundschafter hinausgewagt, nachdem ein monsunartiger Regenschauer anderthalb Stunden vor dem regulären Beginn des Rennens den Marina Bay Street Circuit in eine Seenlandschaft verwandelt hatte. Aber so schnell wie das Wetterchaos am Äquator ausbricht, so schnell verziehen sich Gewitter auch wieder.

          Mit etwas mehr als einer Stunde Verspätung kam der 16. WM-Lauf endlich ins Rollen. Aber in vielen Kurven der unebenen Stadtpiste lauerten immer noch tückische Pfützen, und dort, wo das Wasser abgelaufen ist, speicherte der Spezialasphalt die Feuchtigkeit noch. Das Publikum, das lange ausgeharrt hat, wurde durch die spannende Frage wachgehalten: Wer kann hier wen nassmachen?

          Formel 1

          Intermediates heißen die dafür passenden Reifen, Gummis für gemischte Verhältnisse, und für gemischte Gefühle. Funkenstiebend und gischtsprühend schossen die Rennwagen das kurze Stück auf die erste Kurve zu, und schon hatte Charles Leclerc im Ferrari die neunte Pole-Position der Saison wieder an einen Red Bull-Rennwagen verloren. Allerdings nicht an den Titelfavoriten Max Verstappen, sondern dessen Stellvertreter Sergio Perez.

          Denn dem bislang in dieser Saison fast unfehlbaren britischen Team war am Ende der samstäglichen Qualifikation eine peinliche Strategiepanne ausgerechnet bei seiner Nummer eins unterlaufen. Im Auto des Champions in spe war nicht mehr genug Benzin, um die letzte Runde zu Ende zu fahren, mit der er sich an die Spitze gesetzt hätte. Stattdessen: Startplatz acht, und dass auf einer Strecke mit einer ähnlichen Charakteristik wie Monte Carlo, also extrem überholunfreundlich. Seinen Tobsuchtsanfall über Boxenfunk erklärte der Niederländer so: „Wir wollen nicht einfach nur gut sein, sondern perfekt.“

          Die perfekte Strategie für die ersten Runden war bei allen gleich – es ging nur darum, auf der Bahn zu bleiben, denn die Betonbanden in Singapur verzeihen nichts. Kritisch wurde das gleich zwischen Lewis Hamilton und Carlos Sainz im Kampf um Platz drei, Silberpfeil und Ferrari berührten sich. Und auch Verstappen hatte zu tun damit, seine Chancen am Leben zu halten, kollidierte leicht mit Kevin Magnussen im Ferrari und rutschte zwischenzeitlich auf Rang zwölf zurück. Da war ihm zwar schon klar, dass er den Sack noch nicht würde zu machen können, aber akzeptieren konnte das der Kampfgeist des überlegenen Fahrers der Formel 1 natürlich nicht.

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