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Formel 1 : Vettel vor heißem Tanz

  • Aktualisiert am

Schneller Ferrari: Sebastian Vettel Bild: AFP

Sebastian Vettel ist am Freitag der Schnellste. Fürs Rennwochenende fürchtet er derweil mehr seinen früheren Rennstall als den direkten Rivalen um den WM-Titel.

          Erste Freitagsbestzeit der Saison, den großen Rivalen distanziert, aber trotzdem nicht sorgenfrei: Sebastian Vettel muss sich beim Großen Preis von Ungarn auf einen heißen Tanz mit Red Bull einstellen. Der WM-Anwärter aus Heppenheim setzte im Training auf dem Hungaroring in 1:16,834 Minuten die Top-Zeit - die Konkurrenz aus seinem Ex-Team ist allerdings in Lauerstellung.

          „Es wird sehr eng. Red Bull sieht hier sehr schnell aus“, sagte Vettel, der nach seinem Ausfall beim Heimrennen in Hockenheim einiges gutzumachen hat: „Es ist gut, schnell wieder im Auto zu sitzen und weiterzumachen. Komplett ausblenden kann man es aber nicht.“

          Der Niederländer Max Verstappen kam als Zweiter bis auf 0,074 Sekunden an den Ferrari-Star heran, Verstappens australischer Teamkollege Daniel Ricciardo auf Rang drei war nur 0,227 Sekunden langsamer als der Deutsche.

          Mercedes nur dritte Kraft

          Mercedes war vor den Toren Budapests dagegen klar die dritte Kraft: Vettels WM-Kontrahent Lewis Hamilton musste sich mit 0,753 Sekunden Rückstand auf den Hessen mit Rang fünf begnügen, direkt vor dem amtierenden Weltmeister belegte Kimi Räikkönen (Finnland) im zweiten Ferrari den vierten Rang (+0,319).

          Trauer um Sergio Marchionne: Ferrari stattete Vettels Auto am Freitag mit Trauerflor aus

          „Wir haben einige Arbeit vor uns. Besonders unsere Hinterreifen überhitzen schnell. Ich hoffe, wir finden etwas bis zum Qualifying“, resümierte Hamilton.

          Der Brite ist mit fünf Erfolgen zwar der Rekordgewinner in Ungarn, jedoch liegen die Hitze und der verwinkelte Kurs der Konkurrenz von Ferrari und Red Bull deutlich besser als dem Silberpfeil. Im Normalfall geht es für den WM-Spitzenreiter im Qualifying am Samstag (15.00 Uhr) und im Rennen am Sonntag (15.10 Uhr/jeweils RTL) um Schadensbegrenzung. Hamiltons Vorsprung auf Vettel beträgt nach seinem Triumph in Hockenheim 17 Punkte.

          Ein Sieg in Ungarn ist allerdings nicht unbedingt erstrebenswert - zumindest, wenn man der Statistik glaubt. In den vergangenen 13 Jahren verpasste der Budapest-Sieger stets den WM-Titel. Michael Schumacher war 2004 der letzte Fahrer, der in derselben Saison sowohl auf dem Hungaroring als auch in der Meisterschaft vorne war.

          Trauerflor bei Ferrari

          Der Emmericher Nico Hülkenberg musste sich nach technischen Problemen mit Rang 14 und 2,079 Sekunden Rückstand auf Vettel begnügen. Während des Vormittagstraining blieb Hülkenbergs Renault unvermittelt stehen. Als Sicherheitsmaßnahme tauschte Renault den Energiespeicher aus. Die gute Nachricht: Hülkenberg kommt an einer Rückversetzung vorbei, weil es sich um eine bereits benutzte Komponente handelt. Allerdings musste der 30-Jährige lange zuschauen.

          Vettel und sein Team würdigten in Budapest den am Mittwoch verstorbenen langjährigen Ferrari-Präsidenten Sergio Marchionne mit Trauerflor an der Bekleidung und dezenten schwarzen Aufklebern auf den Nasen der Boliden. Zudem hängen die Fahnen am Ferrari-Motorhome beim letzten Rennen vor der Sommerpause auf Halbmast.

          Am Donnerstag hatte Vettel mit Verweis auf den Trauerfall sämtliche Medientermine abgesagt. Aufgrund der „außergewöhnlichen Umstände“ wurden auch Räikkönen und Teamchef Maurizio Arrivabene von der Teilnahme an den offiziellen Pressekonferenzen des Weltverbandes FIA am Donnerstag beziehungsweise Freitag freigestellt. Dafür sprach Ferrari auf der Strecke.

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