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Formel 1 in Hockenheim : Ein Desaster für Vettel und Ferrari

  • -Aktualisiert am

Die Qualifikation in Hockenheim war für Sebastian Vettel schneller beendet als erhofft. Bild: Reuters

Beim Heimspiel in Hockenheim wollte Sebastian Vettel nochmal angreifen. Stattdessen erlebt Ferrari in der Qualifikation ein Debakel. Vettel muss von ganz hinten starten. Seinem Teamkollegen ergeht es kaum besser.

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          Kopfschütteln bei der Konkurrenz. Was ist da bei Ferrari los? Schon vor dem Start des Großen Preises von Deutschland scheint das Rennen für Sebastian Vettel gelaufen zu sein. Der Heppenheimer musste am Samstag schon wenige Minuten nach Beginn des Qualifyings aus seinem Ferrari klettern. In der ersten Runde hatte er einen Leitungsverlust festgestellt. Zurück in der Box beugten sich die Ingenieure über den SF90 und signalisierten dem viermaligen Weltmeister wenig später, er müsse aussteigen.

          Anno Hecker

          Verantwortlicher Redakteur für Sport.

          Feierabend um 15:10 Uhr zehn wegen eines Turboschadens. Weil Vettel ohne Rundenzeit blieb, rückte er ans Ende des Feldes: Letzter. Damit ist seine Chance, erstmals in seiner Karriere ein Formel-1-Rennen in Hockenheim zu gewinnen, auf ein Minimum gesunken, insofern es am Sonntag (Start 15.10 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Formel 1, bei RTL und Sky) trocken und der Grand Prix von besonderen Turbulenzen verschont bleibt.

          Vettel wurde zum zweiten Mal in drei Grand Prix von einem Defekt gebremst. In Österreich konnte er im dritten Teil des Startplatzrennens wegen eines Pneumatik-Problems nicht mehr fahren. Am Samstag sprach schon sein Miene nach dem Ausstieg Bände: „Der Frust ist extrem groß. Es bleibt mir nichts anderes übrig, als eine neue Seite aufzuschlagen.“

          Der 32 Jahre alte Hesse hatte auf eine Art Wiedergutmachung gesetzt. Im vergangenen Jahr war er, in Führung liegend, wegen eines leichten Fahrfehlers auf feuchtem Asphalt von der Piste abgekommen und liegen geblieben. Lewis Hamilton gewann. Das war der Anfang vom Ende seines Kampfes mit dem Engländer um die Fahrer-Weltmeisterschaft. Das technische Malheur in Hockenheim schmerzt umso mehr, weil Vettel sich im Vergleich zum vergangenen Grand Prix in England wieder wohler fühlte in seinem Boliden.

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          Gleichzeitig kam die Hitze der Scuderia zunächst entgegen. Ferrari beherrschte das Training am Freitag und Samstag mit beiden Piloten an der Spitze. „Das Auto war großartig. Wir haben einige Änderungen vorgenommen, die sehr gut gewesen wären“, fügte Vettel hinzu. Sein Teamkollege Charles Leclerc war auf dem Weg, Mercedes und Hamilton Paroli zu bieten – bis den Monegassen ein Defekt in der Garage fesselte zu Beginn des dritten Durchgangs: Zehnter von zehn. Bei Leclerc war die Benzinversorgung defekt.

          „Mama mia, grande Casino“, schienen Ferrari-Ingenieure zu denken, so wie sie schauten im Moment des zweiten Rückschlages, ein Desaster. Ferrari schnell, aber unzuverlässig. So kommt man nicht ins Ziel. Der Konkurrenz war es recht. Hamilton gewann die Jagd auf die Pole-Position, es ist seine 87., mit gut 0,3 Sekunden vor Max Verstappen im Red Bull und Valteri Bottas im zweiten Mercedes.

          Immerhin einem deutschen Fahrer war nach Lächeln zu Mute. Nico Hülkenberg schlug im Renault seinen Teamkollegen Daniel Ricciardo (13.) rund drei Hundertstelsekunden. Er wurde Neunter. Selten war der Kampf im Mittelfeld um einen besseren Startplatz so eng. Trotz des hauchdünnen Abstands fanden vier Fahrer zwischen Hülkenberg und Ricciardo Platz.

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