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Formel 1 in Österreich : Vettel und ein Desaster in Rot

„Ich dachte, wir wären ein bisschen schneller“: Sebastian Vettel. Bild: Reuters

Mit mehr als einhundert Tagen Verzögerung fährt die Formel 1 wieder. Die schwarzen Silberpfeile sind in einer eigenen Liga. Andere können davon nur träumen. Vor allem die Ferraris haben enorme Probleme.

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          Sie fahren wieder: Mit mehr als einhundert Tagen Verzögerung aufgrund der Corona-Pandemie hat die Formel 1 am Samstag ohne Zuschauer in Spielberg die Qualifikation für den Großen Preis von Österreich an diesem Sonntag (15.10 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Formel 1, bei RTL und Sky) hinter sich gebracht.

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          Michael Wittershagen

          Zuständig für den Sport in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Die Pole Position sicherte sich, durchaus überraschend, Valtteri Bottas mit einem Vorsprung von nur 12 Tausendstelsekunden – umgerechnet 82 Zentimetern – auf seinem Mercedes-Teamkollegen Lewis Hamilton. Die beiden fahren in Schwarz durch die Saison, die Silberpfeile haben eine neue Optik erhalten – als Zeichen der Solidarität mit der Black-Lives-Matter-Bewegung.

          „Ich fühle mich ganz, toll, diese Emotionen haben mir gefehlt“, sagte Bottas: „Danke an das Team, wir haben einen tollen Job gemacht. Wir sind in einer eigenen Liga.“ In der Tat. Red-Bull-Pilot Max Verstappen hat als Dritter einen Rückstand von rund einer halben Sekunde. „Wir zeigen Jahr für Jahr, dass wir das beste Team sind. Wir verschieben die Grenzen immer weiter“, sagte Hamilton, der in diesem Jahr zum siebten Mal Weltmeister werden und somit gleichziehen kann mit Rekordchampion Michael Schumacher.

          Andere können davon nur träumen. Charles Leclerc? Platz sieben. Sebastian Vettel? Elfter. Ein Desaster in Rot. „Das ist mit Sicherheit nicht unser Anspruch, aber im Moment ist nicht mehr drin“, sagte Vettel. Der Dreiunddreißigjährige wird das Team am Ende der Saison verlassen, nachdem ihm die Scuderia kein neues Vertragsangebot gemacht hatte.

          Schon vor der Qualifikation räumten die Verantwortlichen von Ferrari Konstruktionsfehler beim Rennwagen mit der Typenbezeichnung SF1000 ein. Beim Rennen in Ungarn in zwei Wochen soll deshalb eine überarbeitete Version an den Start gehen. Bis dahin bleibt nicht viel mehr als Zweckoptimismus: „Vielleicht kommt uns das Rennen entgegen“, sagte Vettel: „Im Longrun sollten wir etwas stärker sein.“ Regen ist nicht vorhergesagt.

          Am Samstag waren nicht nur beide Mercedes und Red Bull – Alex Albon wurde Fünfter – schneller, auch Lando Norris im McLaren (4.) und Sergio Perez im Racing Point (6.) schoben sich vor Leclerc. Wie die neue Ferrari-Wirklichkeit aussieht, zeigte ein Funkspruch des Monegassen im zweiten Abschnitt der Qualifikation, als er sich vergewisserte, ob seine Zeit ausreiche um sich für das Finale der besten Zehn. Das tat sie – zumindest für ihn.

          Vor dem Beginn des Rennens am Sonntag wollen die Fahrer ein Zeichen gegen Rassismus setzen und T-Shirts mit der Aufschrift „End Racism“ (Beendet Rassismus) tragen, berichtet die BBC. Keine Einigung habe es unter den Fahrern hingegen darüber gegeben, als Zeichen des Protests auf ein Knie zu gehen. Dies sei das Ergebnis eines Online-Meetings der Fahrergewerkschaft GPDA.

          „Alle 20 Fahrer sind vereint mit ihren Teams gegen Rassismus und Vorurteile, begrüßen zugleich die Prinzipien von Diversität, Gleichheit und Inklusion und unterstützen die Verpflichtung der Formel 1 dazu“, teilte die GPDA mit. Die Formel 1 drückt derzeit mit der Kampagne „We Race As One“ ihre Solidarität mit den weltweiten Protesten gegen Rassismus und für mehr Gleichberechtigung aus.

          Enttäuschung für Mick Schumacher

          Rennfahrer Mick Schumacher hat beim Start in die neue Formel-2-Saison eine Enttäuschung erlebt. Mit Siegchancen auf Platz zwei liegend rauschte der Sohn von Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher am Samstag im österreichischen Spielberg ins Kiesbett und musste sich am Ende mit Rang elf begnügen.

          In seiner zweiten Saison in der Nachwuchsserie will sich der 21-Jährige eigentlich für den nächsten Karriereschritt empfehlen. Durch seinen Patzer blieb der Ferrari-Junior punktlos. Den Sieg sicherte sich der Brite Callum Ilott vom Team Uni-Virtuosi, mit dem sich Schumacher über mehrere Runden ein intensives Duell geliefert hatte. Zweiter wurde der Neuseeländer Marcus Armstrong vor Schumachers neuem Teamkollegen Robert Schwarzman aus Russland.

          Prema-Pilot Schumacher war vom fünften Startplatz ins Rennen gegangen und verbesserte sich schon auf den ersten Kilometern auf Rang drei. Durch eine gute Boxenstrategie hatte er zur Mitte des Rennens kurzzeitig sogar seinen Rivalen Ilott hinter sich gelassen, ehe dieser wieder vorbeizog. Kurz nach einer Safety-Car-Phase verlor Schumacher dann die Kontrolle über sein Auto und fiel bis auf Platz 13 zurück. Mehr als zwei Ränge konnte er im Endspurt nicht mehr gutmachen. (dpa)

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