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Formel 1 in Bahrein : Vettel lächelt und gewinnt wieder

So ein schöner Pokal: Sebastian Vettel mit der Trophäe von Bahrein. Bild: EPA

Drittes Rennen, zweiter Sieg: Der deutsche Ferrari-Pilot gewinnt auch in Bahrein vor den Silberpfeilen – und liegt nun in der WM-Wertung alleine vorne. Der Erfolg Vettels hat vor allem zwei Gründe.

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          Das Lachen konnte er sich nicht verkneifen. Für einen Moment ist Lewis Hamilton mal einen Tick zu langsam gefahren. Und schon war Sebastian Vettel nicht mehr einzuholen. Der Ferrari-Pilot gewann am Sonntag den Großen Preis von Bahrein dank einer cleveren Strategie und Vettels guter Form vor seinem Rivalen um den Titel in der Fahrer-Wertung und dessen Teamkollegen Valtteri Bottas bei Mercedes.

          Anno Hecker

          Verantwortlicher Redakteur für Sport.

          Mit seinem zweiten Sieg im dritten Rennen der Saison setzte sich der Hesse in der Gesamtwertung sieben Punkte von dem Engländer ab vor dem nächsten Duell in Russland in zwei Wochen. „Ich habe es wirklich genossen“, sagte Vettel. “Das Auto ist eine Freude.“ In einem vom spannenden taktischen Spiel und einer Aufholjagd in den letzten Runden geprägten Rennen wurde Nico Hülkenberg im Renault Neunter. Pascal Wehrlein belegte bei seinem ersten Auftritt in dieser Saison Platz elf im Sauber.

          Er hört nicht auf zu lächeln. Dabei wirken Rückstande wie ein Spaßbremse auf Vettel: 0,4 Sekunden brauchte der Hesse beim Qualifikationstraining länger als Bottas und Hamilton. Das war mehr als erwartet, ein klassischer Grund für den viermaligen Weltmeister, schlecht gelaunt davonzustapfen. „Ich war ein bisschen enttäuscht, weil die Lücke so groß war“, sagte Vettel. “Aber irgendwas in mir sagte, dass das Auto gut ist.“ Und Vettel war zu Scherzen aufgelegt und zu einem fröhlichen Ausblick am Samstag. Morgen wird’s was geben: Ein spannendes Rennen, ein Kampf auf Biegen und Brechen – mit Vettel in der Hauptrolle.

          Beim Start schoss der Heppenheimer von Platz drei kommend an Hamilton vorbei auf Rang zwei, in die erstbeste Verfolgerposition. Von den ersten Metern an bestätigte der Ferrari-Pilot den Trend der Saison: Die Scuderia ist beim Sprint über eine Runde nicht auf der Höhe des Weltmeisterteams. Aber wenn das Verlöschen der Startlichter den Grand Prix freigibt, dann bewegt sich der rote Bolide auf dem Niveau der Silberpfeile. Vettel war der Schnellste: „Er war der Beste, Ferrari hatte ein perfekte Strategie“, sagte Mercedes‘ Aufsichtsratschef Niki Lauda.

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          Vettel jagte Bottas, den kühlen Finnen. Er steckte ihm beinahe im Getriebe in den ersten Runden, trieb den Mercedes-Mann dazu, seine Hinterreifen leicht zu überhitzen. Aber zu einer Attacke reichte es trotz des geringen Rückstands von rund 0,6 Sekunden nicht. Bottas ist kein Anfänger trotz seines Debüts in einem Siegerauto. Im dritten Versuch gelang ihm seine erste Pole-Position und damit ein bemerkenswerter Triumph über den Meister der schnellsten Runde, Hamilton.

          Die beiden Weltmeister in seinem Nacken setzten Bottas Nervenkostüm nicht zu. Prompt zog Ferrari in der zwölften Runde den Taktik-Joker mit Spannungselement: Risiko. Vettels erster Reifenwechsel sollte ihn mit dem sogenannten „Undercut“ in Führung bringen. Weil er vor Bottas auf den neuen, anfangs wesentlich „schnelleren“ Pneus den Rückstand aufholen müsste. Aber wo würde er landen nach dem Service? Auf Rang zwölf weit hinten, aber nicht im bremsenden Verkehr. Vettel machte Boden gut in der hektischsten Phase des Rennens.

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          Der Niederländer Max Verstappen verlangte und bekam die gleiche Strategie, bevor er wegen eines Bremsproblems des Red Bull geradeaus in die Streckenbegrenzung prallte. Feierabend mit einem vielleicht schmerzenden Fuß. Es sah so aus, als ob der Frust-Tritt in die Reifenstapel wehgetan haben könnte. Eine Art Schmerzensschrei stieß Lance Stroll aus, als er wenig später in seinem Williams vom Spanier Carlos Sainz (Toro Rosso) abgeräumt wurde.

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