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Schumacher auf Rekordjagd : Witztour durch den Frankenwald

Kann auch Taxi fahren: Schumacher Bild: REUTERS

Ausgezeichnet, Michael Schumacher hat einen neuen Rekord aufgestellt. Leider mit dem falschen Wagen - mit einem neunsitzigen Taxi der Marke Opel durchstreifte er den Frankenwald. Nun hat das Ordnungsamt aufgemerkt.

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          Ausgezeichnet, Michael Schumacher hat einen neuen Rekord aufgestellt. Leider mit dem falschen Wagen: Statt im Ferrari war der siebenmalige Formel-1-Weltmeister in einem neunsitzigen Taxi der Marke Opel unterwegs, als er kürzlich den Frankenwald durchstreifte. Umso höher ist seine Leistung zu bewerten: Von der Tannenstraße in der Ortschaft Gehülz zum Flughafen Coburg auf der Brandensteinsebene, eine kurvige Strecke von 28,12 Kilometern, brauchte er weniger als vierzig Minuten - inklusive des Kaufs von Pommes frites für die ganze Familie beim Schnellrestaurant und mehrfacher Pinkelpausen.

          Sagen wir, die Fahrt selbst hat dreißig Minuten gedauert (und setzen damit eine extrem vorsichtige Schätzung an, denn der Bericht einer Lokalzeitung will insgesamt von nur einer halben Stunde wissen, die zwischen der Abfahrt in der Tannenstraße und dem offiziell verzeichneten Start des Kleinflugzeugs von Michael Schumacher vergangen sein soll), dann hätte diese Fahrtzeit die Schätzung eines handelsüblichen Routenplaners für die Strecke immer noch um siebzehn Minuten unterboten. Aber schließlich fuhr Michael Schumacher „so flüssig und elegant, als gäbe es überhaupt keine Kurven“. Das sagt ein kundiger Mann: der Taxifahrer, der dem Rennkollegen kurzerhand das Steuer des Opels überließ, als man gemerkt hatte, wie knapp die Zeit geworden war.

          „Turbogeiles Erlebnis“

          Mit Karacho sei es dahergegangen und überholt worden an „den unmöglichsten Stellen“. Die überholten Fahrzeuge habe man aber gar nicht bemerkt. Aufgemerkt dagegen hat das Coburger Ordnungsamt, als der Taxifahrer es mit seiner Schilderung der Rekordfahrt bis in eine Sendung von RTL schaffte. Man bestellte ihn zum Rapport, doch bei der polizeilichen Befragung reduzierte sich die kurz zuvor noch zum „turbogeilen Erlebnis“ stilisierte wilde verwegene Jagd zu einem behäbigen Wochenendausflug, bei dem bestenfalls bisweilen die Höchstgeschwindigkeit überschritten und ganz gewiss niemals jemand gefährdet worden war.

          Das Niveau des in kürzester Zeit berühmt gewordenen Autorennens von Coburg ist etwas gesunken. Ein etwaiges Bußgeld kann in der Schweiz, wo Michael Schumacher wohnt, nicht eingetrieben werden. Und der Taxifahrer hatte vor Beginn der Fahrt angeblich Taxi-Schild und Ordnungsnummer entfernt, so dass der Wagen zum Privatfahrzeug herabgestuft und das Personenbeförderungsgesetz respektiert wurde - alles korrekte Leute in Franken. Wie anders dagegen in Frankreich: Dort wurde Schumachers noch aktiver Kollege Lewis Hamilton mit 66 Kilometern zu viel geblitzt. Sein Führerschein ist seit gestern für einen Monat weg.

          Andreas Platthaus

          Verantwortlicher Redakteur für Literatur und literarisches Leben.

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