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Formel 1 : Rosberg hält den Druck hoch

  • -Aktualisiert am

Schnell unterwegs: Nico Rosberg gewinnt das Qualifiying von Sau Paulo Bild: dpa

Lebenszeichen von Nico Rosberg: Der deutsche Formel-1-Pilot sichert sich die Pole Position für den Großen Preis von Brasilien. Teamkollege und WM-Favorit Lewis Hamilton folgt ihm nach einem packenden Qualifying von Rang zwei.

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          Was für eine Spannung: Lewis Hamilton legt vor, Rosberg kontert, Hamilton legt wieder vor, Rosberg kontert kühl, knapp: Sechsmal haben die beiden Formel-1-Piloten von Mercedes am Samstag beim Qualifikationstraining für den Großen Preis von Brasilien (Sonntag 17 Uhr MESZ)  auf dem „Autodromo José Carlos Pace“ dieses Spiel vorgeführt. Bis zur letzten Minute des Startplatzrennens, als der Engländer noch einmal hauchdünn in Führung lag – und wieder abgefangen wurde: 0,03 Sekunden fuhr Rosberg in der entscheidenden Runde schneller.
          „So muss ein Qualifying sein, das war ein Riesenspaß“, sagte der Geschlagene, obwohl er am Sonntag wie zuletzt in Austin beim Start wieder schräg hinter Rosberg Aufstellung nehmen muss.

          Anno Hecker
          Verantwortlicher Redakteur für Sport.

          Der Deutsche bescherte sich mit der letzten schnellen Runde die zehnte Pole-Position in dieser Saison und damit wieder einmal einen guten Ausblick auf sein Ziel: Hamilton im Kampf um den WM-Titel näherzukommen. Mit 24 Punkten führt der Engländer vor den beiden letzten Grand Prix der Saison. „Es ist schon gut, dass es so super gelaufen ist“, sagte Rosberg und ließ seinen Nebenmann in der Pressekonferenz sofort erkennen, dass es schneller gegangen wäre: „Es war aufregend.  Ich hatte nicht die richtigen Einstellungen im Auto, hätte einiges verändern können, aber das Risiko, dann beim Attackieren einen Fehler zu machen, ist groß. Die Einstellungen waren also nicht ideal.“

          Pokerspiel unter Duellanten

          Hamilton verzog keine Miene und spielte den Ball zurück: „Ich hatte einen Fehler drin in Kurve zehn.“
          Der Weltmeister von 2008 hat allen Grund, entspannt zu bleiben. Rosberg ist zwar offenbar der Schnellere auf eine Runde. Aber während der Deutsche diesen samstags erarbeiteten Vorsprung sonntags bei den Rennen bislang nur zweimal in Siege verwandeln konnte, gelang dies seinem Rivalen in sechs von sieben Versuchen.

          Letzte Chance ergriffen: Nico Rosberg sichert sich die Pole
          Letzte Chance ergriffen: Nico Rosberg sichert sich die Pole : Bild: Reuters

          Vor einer Woche beim Rennen in Texas überholte Hamilton Rosberg in der 24. Runde. „Ich habe gelernt  von Austin“, gab Rosberg Hamilton mit auf den Weg in die Ingenieurs-Besprechung. „Ich weiß, was ich besser hätte machen sollen. Ich bin sehr optimistisch.“ Rosberg war Hamilton in Sao Paulo in allen Trainingseinheiten voraus, wenn es darum ging, alles aus dem Auto herauszuquetschen. Auch mit vollen Tanks bei der Abstimmungssuche für den Dauerlauf am Sonntag kam der in Monaco lebende, gebürtige Hesse besser über die Runden.

          Vettel immerhin vor Ricciardo

          Wahrscheinlich ist Williams, die neue zweite Kraft in der Formel 1, über die Distanz von gut 300 Kilometern keine große Gefahr. Am Samstag aber kam der Paulista Felipe Massa dem Mercedes-Duo als Dritter am nächsten (0,2 Sekunden Rückstand). Weltmeister Sebastian Vettel (6.)  ließ im Red Bull immerhin seinen Teamkollegen Daniel Ricciardo hinter sich.

          Nach dem Rückzug der insolventen Rennställe Marussia und Caterham waren  wieder nur neun Teams angetreten. Sie hätten aber ohnehin nicht ins Mittelfeld vorfahren können, das Spielfeld von  Nico Hülkenberg. Er steuerte seinen Force India auf Rang zwölf. Adrian Sutil landete im  seinem Sauber auf Platz 13. Der Bayer wird sein Cockpit, obwohl er von einem auch für 2015 gültigen Vertrag spricht, wohl verlieren.

          Der um größere Anteile aus den Formel-1-Einnahmen kämpfende Schweizer Rennstall Sauber sah sich aus finanziellen Gründen gezwungen, im nächsten Jahr mit talentierten Felipe Nasr (Brasilien) und dem Schweden Marcus Ericsson (zuletzt Caterham) anzutreten. Beider Engagement ist an Sponsoren gebunden, die – geschätzt – 40 Millionen Euro pro Jahr zahlen sollen. Sauber bliebe im Rennen. Ob Sutil, mit bislang 125 Grand-Prix-Starts ein sehr erfahrener Pilot, weiter in der Formel 1 kreisen kann, ist ungewiss.

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