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Zukunft der Formel 1 : Die Revolution des Anti-Ecclestone

  • -Aktualisiert am

Ein Mann mit Wiedererkennungswert: Chase Carey Bild: Picture-Alliance

Lange führte Bernie Ecclestone die Formel 1 auf die ihm ganz eigene Art. Nun ist Chase Carey der Chef. Gemeinsamkeiten gibt es wenige. Carey ist für viele ein Brief mit sieben Siegeln. Es stellen sich einige Fragen.

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          Der Mann hat Wiedererkennungswert. Mit seinem aufgezwirbelten Schnurrbart fällt Formel-1-Chef Chase Carey fast so auf wie sein Vorgänger Bernie Ecclestone mit seiner Pilzkopffrisur. Ansonsten gibt es nur noch drei Gemeinsamkeiten zwischen dem in Irland geborenen Amerikaner und dem Mann, den er beerbte. Carey (22. November 1953) hielt wie Ecclestone (28. Oktober 1930) lange sein Geburtsdatum geheim. Er ist für Mitglieder aus dem Formel-1-Zirkus telefonisch immer erreichbar. Er ist rigoros und reduziert die Dinge auf das Wesentliche. Man kommt nicht umhin, beide zu vergleichen. Wer eine Institution ablöst, steht auf dem Prüfstand. Carey entzieht sich dem dadurch, dass er sein Amt aufteilt.

          Was Ecclestone im Alleingang regelte, machen jetzt drei. Carey das Geschäft, Ross Brawn den Sport, Sean Bratches das Marketing. Das Triumvirat, aus dem Bratches demnächst ausscheiden wird, führt die Geschäfte wie einen Großkonzern. Als Chef eines börsennotierten Unternehmens hat Carey wenig Handlungsspielraum. Ecclestones Geschäftsprinzip von Teile und Herrsche, von Täuschen und Tarnen, von Hinterzimmer-Politik, funktionierte nur bei einem Diktator, der mit dem Sport groß geworden ist und ihn groß gemacht hat. Carey agiert offen, direkt, transparent. Seit dem Großen Preis von Japan Ende 2018 finden sich alle Teamchefs jeden Samstag an unterschiedlichen Orten im Fahrerlager zum „Kaffee mit Chase“ ein. Wer etwas von Ecclestone wollte, brauchte eine Audienz.

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