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Verstappen im Interview : „Mad Max? Ich bin nicht verrückt“

Der Rennstall ist Max Verstappen egal: „Hauptsache ich habe das schnellste Auto im Feld.“ Bild: SUKI/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Formel-1-Rennfahrer Max Verstappen erklärt im F.A.Z.-Interview seinen Frust bei Red Bull, welches Auto er künftig fahren möchte und warum er vor niemandem Angst hat.

          4 Min.

          Er gilt als eines der größten Versprechen in der Geschichte der Formel 1: Max Verstappen. Im vergangenen Jahr gewann er den Großen Preis von Spanien. Da war er 18 Jahre und 228 Tage alt. Es schien nur eine Frage der Zeit zu sein, bis der Niederländer um die Weltmeisterschaft kämpfen würde. Aber das machen derzeit andere: Lewis Hamilton (Mercedes) und Sebastian Vettel (Ferrari). Verstappen bleibt nicht mehr als die Zuschauerrolle. Sein Red Bull ist nicht nur zu langsam, er ist auch anfällig für technische Defekte. Auch beim Großen Preis von Monza an diesem Sonntag rückt Verstappen in der Startaufstellung nach hinten, weil die Mechaniker einige Komponenten an seinem Rennwagen wechseln mussten. Was macht diese Situation mit einem, der Vollgas liebt im Leben?

          Michael Wittershagen

          Zuständig für den Sport in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Sie sind gerade einmal 19 Jahre alt, stehen aber schon vor dem 53. Grand Prix Ihrer Karriere. Was haben Sie bisher gelernt?

          Oh, sehr viel! Ich bin ein anderer Fahrer geworden. Meine Herangehensweise vor einem Rennwochenende hat sich verändert. Ich weiß inzwischen viel besser, worauf es ankommt im Qualifying, beim Start, beim Überholen. Ich habe gelernt, Teil eines großen Teams zu sein, ich kann mit guten Rennen umgehen und immer besser auch mit technischen Defekten.

          Was ist mit der Geduld?

          Das ist ein schwieriges Thema. Ich glaube, dass es in der Natur des Menschen liegt, Schwierigkeiten damit zu haben. Man will immer alles und das möglichst schnell. Aber ich habe definitiv auch in diesem Punkt dazu gelernt, auch wenn es nicht einfach war. Ich bin ein sehr emotionaler Typ. Das gibt mir Energie, aber manchmal bringt es auch Probleme mit sich. Ich bin in dieser Saison bisher sechs Mal ausgefallen, so etwas kommt vor in unserem Sport. Und trotzdem ist es enttäuschend.

          Wie gehen Sie mit dieser Situation um?

          Ich spreche viel mit meinem Vater (Jos Verstappen, ehemaliger Formel-1-Fahrer/ Anm. d. Red.) darüber. Er war immer mein großes Vorbild, und das wird sich auch nicht verändern. Vieles von dem, was ich gerade durchmache, hat er selbst erlebt. Er weiß, was ich denke, wie ich mich fühle. Es hilft mir, wenn er da ist. Früher, als ich noch im Kart gefahren bin, standen wir oft stundenlang in der Garage, wenn auf der Strecke etwas kaputt gegangen ist. Dann haben wir das Kart auseinandergebaut, es sauber gemacht, die defekten Teile ausgetauscht und waren sicher, dass wir das Problem gelöst haben. Dann ging es weiter, und meistens waren wir wieder erfolgreich. So einfach ist es heute leider nicht mehr.

          Verstappen ist erst 19 Jahre alt – steht aber schon vor seinem 53. Formel-1-Grand-Prix

          Was war der Ratschlag Ihres Vaters nach dem letzten Ausfall vor einer Woche in Spa?

          Nun, wir waren beide nicht sonderlich glücklich darüber. Es war das erste Rennen nach der Sommerpause, ich hatte gerade meine Akkus wieder aufgeladen, wollte noch einmal angreifen. Und dann stand ich wieder da mit einem defekten Motor. Mein Vater hat versucht mich aufzubauen und gesagt: Bleib stark, denk positiv!

          Derzeit liegen Sie auf Platz sechs in der Fahrerwertung.

          Oh, darauf schaue ich gar nicht mehr. Nach all den technischen Problemen ist mein Rückstand so groß, dass nur noch von Grand Prix zu Grand Prix schaue. Wenn du so oft auf der Strecke stehen bleibst, macht etwas anderes überhaupt keinen Sinn.

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