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Ralf Schumacher : Lehrjahr im „Gebrauchtwagen“

  • Aktualisiert am

Fühlt sich wohl im DTM-Cockpit: Ralf Schumacher Bild: AP

In der Formel 1 wurde er ausgemustert. Doch Ralf Schumacher will zurück auf die Rennstrecke. Für Mercedes-Benz könnte er in der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft zum Einsatz kommen. Ein neuer Häkkinen soll er jedoch nicht werden.

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          Ralf Schumacher hat sich nach abermaligen Testfahrten im DTM-Silberpfeil für eine Fortsetzung seiner Karriere entschieden. Der ehemalige Formel-1-Pilot soll Mercedes-Benz sein „Ja-Wort“ für die Deutsche Tourenwagen-Meisterschaft (DTM) gegeben haben. Jetzt liegt es an den Stuttgartern, die Startampel für den 33-Jährigen auf Grün zu stellen. „Ich gehe davon aus, dass eine Entscheidung im Februar fällt“, sagte Mercedes-Sportchef Norbert Haug. „Wenn sich Ralf für die Sache interessiert und einsetzt, dann spricht nichts gegen eine Zusammenarbeit.“

          Haug denkt an einen Einjahresvertrag plus Option für eine längere Zusammenarbeit. Doch für Schumacher gibt es in der DTM keine „Extrawurst“. Wie der Sport-Informationsdienst (sid) erfuhr, muss der Rennfahrer zunächst in einem „Gebrauchtwagen“ über die Runden kommen. „Meine Empfehlung für Ralf ist ein C-Klasse-Modell aus dem Jahr 2007. Das ist besser zum Lernen und nimmt auch ein bisschen den Druck weg“, sagte Haug.

          Feuer und Flamme für die DTM

          Dass er einen Vorjahres-Silberpfeil fahren soll, sei auch sein eigener Wunsch gewesen, betont Schumacher. „Ich müsste mich an das Metier ja erst gewöhnen und alles kennenlernen, dazu brauche ich keinen Neuwagen. In dem Lehrjahr ginge es einfach noch nicht um Siege“, sagte Schumacher der „Bild“-Zeitung.

          Feuer und Flamme für die DTM: Ralf Schumacher

          Ralf Schumacher, der in der Formel 1 bei Toyota ausgemustert wurde, ist jedenfalls schon Feuer und Flamme für die DTM. „Ich wäre nicht hier, wenn mir das Fahren nicht riesig Spaß machen würde“, sagte der Bruder des siebenmaligen Formel-1-Weltmeisters Michael Schumacher am Rande der Tests auf der einstigen Grand-Prix-Strecke im portugiesischen Estoril.

          Haug: „Wir suchen keinen neuen Häkkinen“

          Dort hatte er im Januar den ersten DTM-Schnupperkurs absolviert. Dass Ralf Schumacher zum zweiten Mal einen Mercedes testet, sei laut Haug kein Nachsitzen und auch kein Eignungstest. Vielmehr gehe es darum, dass sich der Wahl-Salzburger an das DTM-Auto gewöhne. „Formel 1 und DTM sind grundverschieden, das hat auch schon Mika Häkkinen erfahren müssen“, sagte der Mercedes-Sportchef. Der zweimalige Formel-1-Weltmeister aus Finnland war auf Anhieb der Publikumsliebling der DTM. Doch Häkkinen hat seinen Helm nach der Saison 2007 endgültig an den Nagel gehängt, seitdem sucht die DTM händeringend einen Nachfolger.

          Dem aber widerspricht Haug: „Wir suchen keinen neuen Häkkinen und wollen Ralf auch nicht wegen der Schlagzeilen.“ Man wolle Schumacher eine faire Chance geben und keinesfalls eine PR-Nummer daraus machen. Für Ralf Schumacher, zuletzt mit geschätzten 14 Millionen Euro bei Toyota einer der Formel-1-Spitzenverdiener, gibt es in der DTM angeblich keine Reichtümer zu verdienen.

          „Wer nur aufs Geld schaut, der ist bei uns an der falschen Adresse“, sagt Haug und versichert, dass der künftige DTM-Superstar „keine Millionengage“ erhält. Er habe sich mit Ralf Schumacher bereits in Stuttgart getroffen und alles besprochen, sagte Haug. „Ralf hat gesagt, dass er möglichst viel mit einem DTM-Auto fahren wolle. Das ist auch unsere Ansicht, denn wir wollen, dass er Vertrauen in das Auto hat.“ Und deshalb habe das Team ihm den zweiten Test-Einsatz ermöglicht.

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