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Qualifying in Schanghai : Kann nur der Taifun Hamiltons Triumph noch verhindern?

  • Aktualisiert am

Lewis Hamilton weiß, dass ihm der Titel kaum noch zu nehmen ist Bild: dpa

Lewis Hamilton hat in der Qualifikation von Schanghai starke Nerven bewiesen und ist im McLaren-Mercedes auf die Pole Position gerast. Nun kann der Brite vorzeitig jüngster Formel-1-Weltmeister aller Zeiten werden. Widersacher und Titelverteidiger Fernando Alonso startet nur von Platz vier.

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          Nach der „Achterbahnfahrt“ wegen der Bremsaffäre hat Lewis Hamilton geradewegs Kurs auf seinen historischen WM-Triumph genommen. Der britische WM-Spitzenreiter startet an diesem Sonntag mit seinem McLaren-Mercedes von der Pole Position aus in den Großen Preis von China und kann mit einem Sieg in Schanghai vorzeitig jüngster Titelträger in der Formel-1-Geschichte werden. „Das ist der Platz, auf dem ich sein musste. Ich werde versuchen, das Rennen zu gewinnen. Das ist der beste Job, den ich tun kann“, sagte er. „Ich bin absolut happy.“

          Mit 22 Jahren und 9 Monaten kann Hamilton, den Formel-1-Chef Bernie Ecclestone am Samstag bereits im britischen „The Guardian“ als neuen Helden nach Rekordchampion Michael Schumacher pries, jüngster Titelträger werden kann. Und der erste, dem sein Meisterstück im ersten Lehrjahr gelingt. „Er steht zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle, und das nach all dem Druck“, stellte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug nach Hamiltons rasanter Fahrt, die dem Silberpfeil-Piloten die sechste Pole in diesem Jahr bescherte, fest: „Ein klasse Job von Lewis.“

          Alonso hat einen „ harten Job“

          Hamiltons ärgster Widersacher, Teamkollege und Titelverteidiger Fernando Alonso, kam nicht über den vierten Startrang hinter dem Ferrari-Duo mit Kimi Räikkönen und Felipe Massa hinaus. „Es ist frustrierend“, meinte der Spanier, der über seinen Zeitrückstand von über einer halben Sekunde gegenüber rätselte. Nun müsse er drei Autos überholen. Und mindestens zwei Punkte muss Alonso aufholen, um weiter im Rennen zu bleiben. „Ein harter Job“, so der zweimalige Weltmeister.

          Das Duell der Saison: Hamilton (vorn) und Alonso

          Allerdings könnte der 16. von 17 WM-Läufen wieder zu einem witterungsbedingten Vabanquespiel werden. Die Vorhersagen verheißen wenig Gutes. Neben einer Regenwahrscheinlichkeit zwischen 70 und 90 Prozent drohen schlimmstenfalls auch noch Ausläufer des Taifuns Korsa. Bereits am Samstagabend Ortszeit herrschte ein frischer, jedoch nicht heftiger Wind. „Ich will aber fahren“, stellte Hamilton schon klar.

          Ron Dennis: „Unglaublich“

          Zudem ist er als Führender im Regen (leid-)geprüft. In Japan hatte er vor einer Woche ebenfalls die Pole inne, sein Verhalten auf der Strecke hinter dem Safety Car bei einem Bremsmanöver wurde am Freitag neu untersucht. Das Verfahren endete mit einem Freispruch. „Es war ein emotionaler Trip“, konstatierte der Pilot und sprach von einer „Achterbahnfahrt“. Sein Rivale Alonso kritisierte die Entscheidung der Rennkommissare. „Wenn ich das gemacht hätte, dann wäre ich sicher bestraft worden“, sagte er sky.tv.

          Hamiltons entscheidende Runde in 1:35,908 Minuten in der Qualifikation am Samstag auf dem 5,451 Kilometer langen Schanghai International bezeichnete Teamchef Ron Dennis unterdessen als „außergewöhnlich“ und „unglaublich“. Über den möglichen Titel für seinen Vorzeigeschüler wollte er noch nicht reden. Daran, dass er zwei Rennen vor dem Saisonende und überhaupt Weltmeister in werden könne, hatte auch Hamilton vor dem Beginn seiner Premierensaison „defintiv nicht“ gedacht, konstatierte der Pilot.

          Schumacher gelingt Eigenwerbung

          Über ein kleines Erfolgserlebnis durfte sich aus deutscher Sicht Ralf Schumacher freuen. Nachdem er zu Wochenbeginn seinen Weggang nach der Saison von Toyota verkündete hatte, kam er in der Qualifikation auf den sechsten Rang. „Ich bin glücklich, dass ich es in die Top sechs geschafft habe“, meinte der 32-Jährige, der aus der dritten Reihe aussichtsreich ins Rennen starten kann.

          Weniger glücklich war Landsmann Nick Heidfeld. Nach der unfreiwilligen Kurzarbeit wegen zweimaligen Getriebewechsels beim freitäglichen Training fehlten wichtige Daten. Die Folge: Rang acht für den WM-Fünften aus Mönchengladbach im BMW-Sauber. „Hoffentlich kann ich mit einer guten Strategie das enttäuschende Resultat wieder wettmachen“, meinte der 30-Jährige. Als 16. nach einer verkorksten Qualifikation bleibt Nico Rosberg im Williams-Toyota „nur noch vollzutanken und dann zu hoffen. Es soll es ja stürmen und regnen“, sagte der Wiesbadener.

          Immerhin rückte er zum Leidwesen seines Landsmanns Sebastian Vettel einen Startplatz vor. Der Toro-Rosso-Pilot wurde nachträglich auf dem sogenannten Grid um fünf Plätze auf Rang 17 versetzt. Die Rennkommissare des Internationalen Automobilverbandes kamen zu dem Ergebnis, dass er einen anderen Fahrer behindert hatte. Auf Adrian Sutils (Gräfelfing) 21. Startrang im Spyker hatte die Entscheidung keinen Einfluss.

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