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Qualifikation in Schanghai : Schlechte Karten für Schumacher

  • Aktualisiert am

Schöne Bescherung: Michael Schumacher sah schon glücklicher aus Bild: dpa

Michael Schumacher muß seine Aufholjagd auf WM-Spitzenreiter Fernando Alonso beim Großen Preis von China vom sechsten Startplatz fortsetzen. Der Renault-Pilot aus Spanien startet dagegen von der Pole Position. Mit FAZ.NET-Bildergalerie.

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          Im Regen und Dunst von Schanghai droht der achte Weltmeister-Titel in der Formel 1 für Michael Schumacher vorzeitig außer Sichtweite zu geraten. Der Ferrari-Pilot muß an diesem Sonntag (Start: 8 Uhr MESZ, Formel-1-Liveticker) als Sechster aus der dritten Reihe zum Großen Preis von China starten. Dagegen kehrte Titelverteidiger Fernando Alonso in der Qualifikation zum ersten Mal seit drei Monaten wieder auf die Pole Position zurück.

          „Wir sind definitiv zu langsam. Den Schaden haben wir in Grenzen gehalten. Mit Platz sechs sind wir aber eigentlich aussichtslos. Wir sind im Regen einfach nicht konkurrenzfähig“, gab Schumacher zu, dessen Ferrari mit Bridgestone-Reifen im Regen keine Chance gegen die Übermacht der Michelin-Mannschaften hatte - allen voran Renault. „Sie haben uns einen Reifen gegeben, der uns im Regen unschlagbar macht“, tönte Weltmeister Alonso.

          „Armer, alter Michael“

          Neben Alonso, der in der WM-Wertung mit 108 Punkten nur noch zwei Zähler vor Schumacher (Kerpen) liegt, schaffte auch noch Teamkollege Giancarlo Fisichella (Italien) den Sprung in die erste Startreihe, während Felipe Massa im zweiten Ferrari nach einem Motorwechsel und dem 13. Qualifikationsplatz als Letzter startet. „Wir sind in einer starken Position und darüber sehr glücklich“, sagte Alonso. Auf dessen Frage „Wo ist Schumacher?“ nach Abschluss des Qualifyings hatte ein Renault-Ingenieur hämisch geantwortet: „Auf Platz sechs, armer, alter Michael.“ (Siehe auch: Formel 1: Endlich macht der Pilot den Unterschied).

          Die chinesische Sicht der Dinge...
          Die chinesische Sicht der Dinge... : Bild: dpa

          Auch die Wetterprognosen meinen es mit dem einstigen Regenkönig Schumacher nicht gut: Die Niederschlagswahrscheinlichkeit soll für den drittletzten Grand Prix der Saison und seiner Karriere zwischen 40 und 70 Prozent liegen. „Sollten sich die Bedingungen nicht ändern, geht es eher rückwärts“, meinte Schumacher. „Sollten wir hier nicht gewinnen, haben wir noch zwei Rennen.“

          Extra-Bonus in heißer WM-Phase

          Alonso steht zum sechsten Mal in diesem Jahr und zum 15. Mal in seiner Karriere auf Startplatz 1 - zum ersten Mal wieder seit seinem Sieg beim Großen Preis von Kanada am 25. Juni. „Wir sind schnell im Regen, wir sind schnell im Trockenen“, sagte der 25-Jährige, nachdem er in allen drei Zeitabschnitten der Qualifikation die schnellste Runde auf dem 5,4351 Kilometer langen Kurs in Schanghai hingelegt hatte.

          Beim Stechen der letzten Zehn, unter denen Schumacher der einzige Fahrer mit Bridgestone-Reifen war, benötigte Alonso 1:44,360 Minuten und war damit 1,315 Sekunden schneller als Schumacher. „Ein solches Qualifikationsergebnis ist immer besonders zufrieden stellend. Aber mit der WM in der derzeitigen delikaten Phase ist es noch ein Extrabonus“, sagte Renaults Technikdirektor Pat Symonds. Dieser hatte zuvor in Richtung seines ehemaligen Weggefährten Schumacher gestichelt und ihn als nicht so nervenstark wie Alonso eingestuft.

          Nicht so nervenstark wie Alonso?

          Zufriedenheit herrschte indes bei Nick Heidfeld und seinem Arbeitgeber BMW-Sauber. Der Mönchengladbacher sicherte sich den 8. Startplatz vor seinem polnischen Mitstreiter Robert Kubica. „Vor der Qualifikation habe ich nicht daran geglaubt, daß wir in die Top Ten kommen“, sagte Heidfeld, während sich BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen über die „sehr gute Ausgangsposition“ freute.
          Davon konnten Nico Rosberg (Wiesbaden) im Williams und Ralf Schumacher (Kerpen) im Toyota nur träumen. Die beiden gehen aus der achten Reihe als 15. und 16. ins Rennen - auch mit Bridgestone-Reifen. Ralf Schumacher, der die Qualifikation als 17. beendet hatte, profitierte allerdings noch von der Zurückstufung Massas.

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