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Qualifikation am Nürburgring : Der zweite Mann ist die Nummer eins

Vortritt für Mark Webber: Der zweite Mann ist die Nummer eins am Ring Bild: dpa

Mark Webber hält seinen Markengefährten Sebastian Vettel in der Qualifikation zum Großen Preis von Deutschland deutlich auf Distanz. Auch Lewis Hamilton ist schneller als Vettel. Und Michael Schumacher sieht Nico Rosberg wieder nur von hinten.

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          Mark Webber hat Sebastian Vettel im Qualifying zum Großen Preis von Deutschland auf dem Nürburgring deutlich auf Distanz gehalten - rund eineinhalb Zehntelsekunden schneller war der Australier in seinem Red Bull als der Weltmeister aus dem gleichen Rennstall. Für Vettel, angereist um zum ersten Mal den Heim-Grand-Prix zu gewinnen, eine empfindliche Niederlage, zumal ihm von Webbers Wagen Sonntagmittag vor dem Rennen zunächst nur die Heckansicht gewährt werden wird. Lewis Hamilton war im McLaren ebenfalls schneller als Vettel.

          Christoph Becker
          Sportredakteur.

          Bereits am Freitag hatte sich der 24 Jahre alte Heppenheimer über das Fahrverhalten seines bislang so spurtreuen Gefährts beschwert und davon gesprochen, dass er mächtig rudern musste über den Kurs in der Eifel (siehe: Formel 1: Vettel rudert - und ist schnell). „Das ist natürlich eine Enttäuschung“, sagte Vettel nun 24 Stunden später. „Ich hätte gerne ein bisschen weiter vorne gestanden. Aber das Auto fühlt sich immerhin besser an als am Freitag. Deshalb bin ich für das Rennen noch ganz optimistisch.“

          Die Italiener bekommen die Pirelli-Reifen nicht auf Temperatur

          Während der Pressekonferenz, als er über die Sonntagsaussichten referierte, kehrte das Lächeln in Vettels Gesicht zurück. Die Angriffslust scheint durch den dritten Platz eher nicht gedämpft. Webber aber hat seinen Red Bull besser im Griff als Vettel. „Wenn mich hier einer schlägt, habe ich gedacht“, fasste er seine Gedanken nach seiner schnellsten Runde zusammen, „wenn mich hier einer schlägt, dann hat er es verdient. Meine Runde war großartig.“ Er glaubt an seine Chance, dem Sieg, der ihm vor zwei Jahren am Nürburgring gelang, einen weiteren hinzufügen zu können. „Die Strecke war nicht gerade schlecht zu mir in der Vergangenheit.“

          Mark Webber: „Meine Runde war großartig”
          Mark Webber: „Meine Runde war großartig” : Bild: REUTERS

          Ebenfalls von Webber geschlagen im Kampf um die besten Positionen zum Rennstart wurde Fernando Alonso, der als Vierter in der zweiten Reihe neben Vettel den Grand Prix aufnehmen wird. Die plötzliche „Hitzewelle“ in der Eifel reichte nicht aus für den Spanier im Ferrari - zwar kletterte die Temperatur von 21 Grad zu Beginn des Qualifyings auf beinahe mediterrane 23 Grad, allerdings nur auf dem Asphalt. Und das sind, bei 14 Grad Lufttemperatur in der nach wie vor unterkühlten Eifel, deutlich zu wenig für den in dieser Hinsicht ein wenig kapriziösen Ferrari.

          Die Italiener bekommen die Pirelli-Reifen im Qualifikationstraining nicht auf die gewünschte, nötige Betriebstemperatur. Im Rennen wird mit Alonso trotzdem zu rechnen sein - zuletzt demonstrierte er seine deutlich gestiegene Wettbewerbsfähigkeit mit dem Sieg in Silverstone vor zwei Wochen, trotz eines ebenfalls durchwachsenen Qualifikationsdurchgangs.

          Rosberg deutlich schneller als Schumacher

          Die Mercedes-Piloten Nico Rosberg und Michael Schumacher brauchen sich dagegen auch am Nürburgring nicht mit Gedanken an den Sieg herumschlagen, sofern das Rennen einen Verlauf in der Umlaufbahn aller realistischen Prognosen nimmt. Zwar steht Rosberg als Sechster in Reihe drei - mit allerdings knapp 1,2 Sekunden Rückstand auf Webber. Damit schlug er seinen Teamkollegen wieder einmal deutlich. Für Schumacher reichte es lediglich zu Platz zehn, 2,4 Sekunden hinter Webber und eine halbe hinter Adrian Sutil, der im Force India Achter wurde. Schumacher setzte sich im Ausscheidungsrennen aber knapp gegen Nick Heidfeld (Renault) durch, den er auf den elften Platz verdrängte und der deshalb den dritten Qualifikationsumlauf verpasste (siehe: Formel-1-Glosse: Kein Auslaufmodell ).

          Wie relativ aber die Definition des Worts „Erfolg“ ist, dafür lieferte der langsamste der sechs Deutschen Formel-1-Piloten ein kleines, aber vielsagendes Beispiel. Timo Glock war im Virgin gewohnt chancenlos, die erste Qualifikationsphase zu überstehen - als Zwanzigster ließ er aber nicht nur seinen Teamkollegen Jerome d'Ambrosio hinter sich, sondern mit Karun Chandhok (Lotus) und den HRT-Fahrern Daniel Ricciardo und Vitantonio Liuzzi drei weitere Konkurrenten. Ein Erfolg? Sicher, meinten seine Ingenieure und funkten Glückwünsche ins Cockpit. Für Glock offensichtlich kein Grund für eine größere Fete. Seine Antwort: „Ihr macht mir das Leben so schwer in den letzten beiden Rennen. Das Auto ist so schwierig zu fahren im Moment.“

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