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Präsentation des neuen Ferrari : Die „Rote Göttin“ im Jahr eins nach Schumacher

  • Aktualisiert am

Er ist da: der „F2007” Bild: AP

120 Millionen Euro steckte Ferrari in seine neuen Formel-1-Boliden, die Dienstwagen der Piloten Massa und Räikkönen. Die erste Präsentation seit elf Jahren ohne Schumacher geriet nicht so pompös wie gewohnt. Vorab nahm Schumi den roten Renner dennoch genau unter die Lupe.

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          Die Neugier trieb Michael Schumacher nach Maranello. Noch vor der offiziellen Präsentation nahm der
          zurückgetretene Rekordweltmeister am Sonntag den neuen Formel-1-Wagenvon Ferrari, den F2007, in Augenschein. Gemeinsam mit seinem Nachfolger Kimi Räikkönen und seinem ehemaligen Teamkollegen Felipe Massa schaute sich der 38-Jährige die erste „Rote Göttin“ nach Ende seiner Ära an.

          „Es war ein ungewohntes Gefühl, ihn hier als Zuschauer und nicht als Rennfahrer zu haben“, sagte der bisherige Teamchef und Ferrari-Generaldirektor Jean Todt. „Auf die Frage, ob ihm das Rennfahren fehlt, hat Michael aber 'nein' gesagt.“ Der Franzose hatte mit Schumacher über dessen künftige Aufgabe bei
          der Scuderia gesprochen. „Als Generaldirektor kann ich mich nicht mehr so intensiv um die Formel 1 kümmern. Da wird er mir sehr helfen können“, meinte Todt, ohne allerdings Schumachers genaues
          Arbeitsgebiet zu spezifizieren. Die wenigen Journalisten bei der Präsentation bekamen den Kerpener nicht zu Gesicht.

          Neue Bescheidenheit bei Ferrari

          Anders als in den vergangenen Jahren verzichtete Ferrari bei der ersten Vorstellung im Jahr eins nach Schumacher auf Pomp und Protz. Die Pressevertreter durften für fünf Minuten in die sonst so geheime
          Rennschmiede in Maranello, um sich den F2007 anzuschauen. Trotz der neuen Bescheidenheit bleiben die Ansprüche auch ohne Schumacher hoch. „Natürlich ist unser Auftrag, die Weltmeisterschaft zu holen“, meinte Todt. In den vergangenen beiden Jahren blieb Ferrari ohne Titel.

          Starrer Blick aus gelben Augen

          Der Brasilianer Massa wird am Montag auf der Hausstrecke in Fiorano unter Ausschluss der Öffentlichkeit sein neues Dienstauto erstmals testen. Die Saison beginnt am 18. März mit dem Großen Preis von Australien in Melbourne. „Das ist immer wie ein neues Baby“, beschrieb Massa seine Gefühle beim Anblick des F2007. Die „rote Göttin“ des Jahrgangs 2007 unterscheidet sich erheblich vom Vorgängermodell 248 F1.

          „Michael kann uns viel helfen“

          Wegen der Sicherheitsauflagen des Internationalen Automobil-Verbandes FIA wiegt der neue Wagen fast zehn Kilogramm mehr. Das Chassis wurde stark verändert. Die Vorderradaufhängung wurde neu konzipiert. Das Kühlsystem wurde überarbeitet, wodurch die Seitenkästen anders geformt sind. Das Heck wirkt schmaler. Das Getriebe wurde mit einem Schnellschaltsystem ausgestattet. Zudem wurde der Radstand verlängert.

          Bei der Rückeroberung des WM-Throns hofft Massa auch auf die Unterstützung des bisherigen Chefpiloten Schumacher. „Michael kann uns viel helfen. Vor allem auch Kimi, damit der sich schneller ins Team einfinden kann“, meinte der Brasilianer über seinen Lehrmeister.

          Neue sportliche Führung

          Der Kerpener hatte im Oktober seine Karriere nach 16 Jahren als WM-Zweiter hinter dem spanischen Renault-Piloten Fernando Alonso abgeschlossen. Alonso fährt von 2007 an für McLaren-Mercedes. In der Konstrukteurs-Wertung war Ferrari 2006 ebenfalls Zweiter hinter
          Renault.

          Die neue Bescheidenheit bei der Präsentation symbolisiert auch die neue Zeitrechnung, die nach dem Abtritt der Erfolgstroika Schumacher-Todt-Brawn bei den Italienern begonnen hat. Nach Schumachers Rücktritt und Todts Aufstieg zum Generaldirektor hatte sich der bisherige Technische Direktor und Chefstratege Ross Brawn in einen einjährigen Urlaub abgemeldet. Todt bleibt immerhin der starke Mann im Hintergrund. Sein Stellvertreter wird Teammanager Stefano Domenicali, der neue Technik-Direktor Mario Almondo ersetzt Brawn.

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