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Nico Rosberg im Gespräch : „Wir haben das Hirn noch längst nicht ausgenutzt“

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Noch einer, der Weltmeister werden will: Nico Rosberg Bild: dpa

102 Grand-Prix, noch kein Sieg. Im F.A.Z.-Interview spricht Nico Rosberg über die komplexe Arbeit im Formel-1-Cockpit und Memory im Liegestütz.

          5 Min.

          Dem 26 Jahre alten Mercedes-Piloten, so heißt es im Fahrerlager, fehle nur eines zum vollkommenen Glück: ein siegfähiges Auto.

          Vor dem Großen Preis von Singapur am Sonntag (14.00 Uhr / FAZ.NET-Formel-1-Liveticker) erklärt er seine Beschleunigung seit dem Debüt 2006 (Williams) auch mit dem Training der Denkgeschwindigkeit.

          Sie haben 102 Grand-Prix absolviert, konnten aber noch kein Rennen gewinnen. Sind Sie reif für den ersten Sieg?

          Ja, aber das war ich schon vor ein paar Jahren. Leider ist mein Team noch nicht ganz so weit – aber das wird.

          Wann?

          Wir haben gemerkt, dass wir für 2011 nicht das beste Auto bauen konnten, so wie wir dastanden im vergangenen Winter. Die Veränderungen aber sind in vollem Gange. Es wird zusätzlich gutes Personal kommen, denn Top-Leute sind schon da. Viele beschäftigen sich jetzt schon mit dem Auto für 2012. Bis das Team so steht, wie es Ross (Teamchef Ross Brawn) will, werden wir jedoch im Jahr 2013 sein. Aber im Moment gibt Mercedes absolut Vollgas, und das kann auf Dauer nur zum Ziel haben: Siege und Weltmeisterschaften mit dem Silberpfeil.

          Sie werden also Ihren Vertrag über 2012 hinaus verlängern?

          Darüber diskutieren wir derzeit.

          Bei Williams waren Sie die zentrale Person im Team, wie ist Ihre Position bei Mercedes?

          Anders, wir haben hier zwei Führungskräfte. Beide Fahrer sind auf einer Ebene, Michael (Schumacher) und ich sind auf einem Level. Wir tauschen uns oft aus und treiben das Team gemeinsam voran. Wir haben meist dieselben Ideen und verlangen fast immer das Gleiche. Das ist hilfreich für die Entwicklung. Auch wenn ich schneller bin, gibt es immer eine Kurve, in der er schneller ist. Oder ein Setup, was er besser verstanden hat. Da kann man immer etwas lernen. Ich bin da sehr offen, sehr interessiert und versuche, die kleinen Stücke rauszupicken, die ich brauche. Wir profitieren beide davon, ganz klar.

          Kann man mit zwei Führungsfiguren in einem Team wirklich arbeiten?

          Ja, das hat doch bisher gut geklappt bei uns.

          Also ist es eine optimale Situation?

          Eine gute Situation, aber noch nicht optimal.

          Sie wollen wie ein Chefpilot die Führung übernehmen?

          Ja, aber das geschieht nicht von einem auf den anderen Tag. Mein Ziel ist es, der erfolgreichere Fahrer im Team zu sein. Nur so kann ich auch Rennen gewinnen und Weltmeister werden. Es ist bei uns grundsätzlich so, dass beide Piloten gleichberechtigt sind. So ist das Team aufgebaut. Aber wenn man in der Mitte einer Saison steht und nur noch der eine Fahrer den WM-Titel gewinnen kann, dann konzentriert sich sicherlich auch bei Mercedes alles auf einen. Ganz klar. Es liegt an mir, mich in diese Position zu bringen.

          Was halten Sie von der Forderung manch ehemaliger Formel-1-Fahrer, Schumacher solle zurücktreten?

          Das ist allein seine Entscheidung. Um es kurz zu fassen: Wenn es ihm Spaß macht. . .

          Wie bewerten Sie seinen Leistungsstand?

          Michael fährt auf einem sehr hohen Niveau, auch in diesem Jahr. Es ist immer wieder sehr, sehr schwierig, ihn zu schlagen.

          Was haben Sie für ein Arbeitsethos?

          Typisch deutsch. Ich bin sehr ehrgeizig, fleißig, geradlinig. Ich bin mit Leidenschaft dabei und finde auch die theoretische Seite des Sports tierisch interessant.

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