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Nick Heidfeld im Gespräch : „Ich kann es besser als viele andere hier“

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„Ich wollte nicht nur mitfahren”: Nick Heidfeld wollte einen Platz in einem Topteam - als Fahrer Bild:

Nick Heidfeld ist bei Mercedes nur Ersatzfahrer hinter Schumacher und Rosberg. Eigentlich wollte der Formel-1-Pilot Weltmeister werden. Im Interview spricht er über seine unvollendete Karriere und seine Chancen auf einen Neuanfang.

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          Nick Heidfeld ist bei Mercedes nur Ersatzfahrer hinter Schumacher und Rosberg. Eigentlich wollte der Formel-1-Pilot Weltmeister werden. Im Interview spricht er über seine unvollendete Karriere und seine Chancen auf einen Neuanfang.

          Für Sie bleibt in dieser Saison nur die Rolle als Ersatzfahrer. Wie schwer fällt es Ihnen, sich daran zu gewöhnen?

          Es ist noch immer ungewohnt, vor allem, wenn das Qualifying losgeht, habe ich damit zu kämpfen. Früher war das immer der Moment, wo es den Adrenalinkick gab, und danach ging es richtig los. Das vermisse ich sehr. Ganz besonders war das so beim ersten Grand Prix in Bahrein. Aber ich habe diese Entscheidung getroffen, weil es für mich die beste Möglichkeit war. Ich habe Mercedes GP anderen Optionen vorgezogen, immerhin ist es das Team des Doppelweltmeisters. Aber eines ist auch klar: Ich würde natürlich lieber selbst im Auto sitzen. Bis jetzt habe ich das nur bei der Sitzanprobe gemacht. In Kuala Lumpur fahre ich das Auto nächste Woche mal bei einer Showveranstaltung.

          Vergangene Zeiten: Heidfeld und BMW - Robert Kubica fährt jetzt bei Renault

          Sie hätten beinahe einen Platz bei McLaren bekommen.

          Es gab verschiedene Optionen, und ich hätte auf jeden Fall wieder dabei sein können, aber ich wollte eben auf ein Topteam warten. Mit McLaren stand ich in Verhandlungen, aber dann ist Jenson (Button) dorthin gegangen. Bei Mercedes hatte ich sicher auch gute Chancen, aber dann ist der Michael (Schumacher) zurückgekommen. Zu diesem Zeitpunkt waren für mich einige andere Türen schon wieder zu gefallen.

          Michael Schumacher hat sich später bei Ihnen entschuldigt.

          Ich verstehe den Michael wahrscheinlich besser als jeder andere. Wenn du so gerne fährst und dann noch mal die Chance dazu bekommst, dann nimmst du den Platz natürlich. Es ist faszinierend, wie er arbeitet, wie er mit den Ingenieuren spricht. Michael versucht jeden Tag, das Team nach vorne zu bringen. Er ist nicht umsonst siebenmal Weltmeister geworden, von ihm kann ich mir ganz sicher noch etwas abschauen.

          Trotzdem: Haben Sie zu viel riskiert?

          Nein. Im Nachhinein, mit dem Wissen von heute, hätte ich mich an verschiedenen Punkten anders verhalten. Aber ich wollte nicht nur mitfahren. Mein Ziel ist es, in einem Topteam zu sein und dort zu gewinnen. Das hört sich jetzt natürlich ein bisschen komisch an, wenn ich das als Test- und Ersatzfahrer erzähle. Aber ich bin seit zehn Jahren in der Formel 1 – und da ist es klar, dass man sich persönlich weiterentwickeln will. Ich denke, dass ich es besser könnte als viele, die in dieser Saison unterwegs sind. Ich bin sogar davon überzeugt, dass ich alle anderen schlagen könnte. Dieses Selbstbewusstsein muss man haben, wenn man in der Formel 1 unterwegs sein will. Auch Felipe Massa (Ferrari) hat in einem Interview gesagt, dass ich ganz klar einen Platz verdient hätte.

          Vor der vergangenen Saison haben Sie erklärt: „Ich will Weltmeister werden.“ Haben Sie das danach bereut?

          Nein, auf keinen Fall. Mein Ziel muss es auch weiterhin sein, Weltmeister zu werden. Das ist doch ganz klar. Nun denken einige vielleicht: Der hat sie doch nicht mehr alle, wenn er so etwas sagt. Er ist doch nur Test- und Ersatzfahrer! Aber ich glaube weiterhin daran, anderenfalls brauche ich hier doch gar nicht rumlaufen.

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