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Nachfolger für Chase Carey : Domenicali wird neuer Formel-1-Chef

  • Aktualisiert am

Neuer Formel-1-Chef: Stefano Domenicali Bild: AFP

Stefano Domenicali soll im kommenden Jahr offenbar neuer Chef der Formel 1 werden. Doch für den Nachfolger von Chase Carey ist das nicht die einzige Änderung.

          2 Min.

          Stefano Domenicali wird offenbar vom 1. Januar 2021 an neuer Vorstandschef der Formel 1. Der 1965 im italienischen Imola geborene und an der Universität von Bologna ausgebildete Betriebswirt und Vorstandsvorsitzende der Volkswagen-Tochter Lamborghini mit Sitz in Sant’Agata soll Nachfolger des Amerikaners Chase Carey werden. Carey hatte die wichtigste Motorsportserie der Welt seit 2017 im Zuge der Übernahme durch den Medienkonzern Liberty Media in Nachfolge des jahrzehntelangen Rechteinhabers und Formel-1-Dirigenten Bernie Ecclestone geführt.

          Domenicali hatte sich noch zu dessen Zeiten als Promoter, im Sommer 2014, mit dem damaligen Ferrari-Vorstandschef Luca di Montezemolo überworfen und seinen Posten als Rennleiter der Scuderia Ferrari aufgegeben. Seine Nachfolger an der Spitze des traditionsreichsten Rennstalls der Formel 1 erreichten allesamt nicht, was Domenicali früh, im ersten Jahr in der Nachfolge Jean Todts, in seiner Rolle als Teamchef gelungen war: der Gewinn eines Weltmeistertitels, den der Konstrukteure 2008. Damals wurde der Brasilianer Felipe Massa in der Fahrer-Weltmeisterschaft im letzten Rennen nur von Lewis Hamilton geschlagen. In den folgenden Jahren kamen keine weiteren Titel hinzu, 2010 verlor der bis dahin in der WM führende Fernando Alonso den Titel im letzten Grand Prix in Abu Dhabi an Sebastian Vettel und Red Bull.

          Neue Aufgaben

          Nach seinem Abgang aus der Formel 1 arbeitete Domenicali zunächst im oberen Management des Ingolstädter Audi-Konzerns. Dort bereitete er den Einstieg Audis in die Formel1 so lange vor, bis das Projekt gekippt wurde. Anschließend arbeitete der frühere Basketballspieler als Chef des Ferrari-Konkurrenten Lamborghini. Dessen Gründer, der Traktorenhersteller Ferruccio Lamborghini, wandte sich einer der berühmtesten Anekdoten des italienischen Maschinenbaus zufolge nur deshalb dem Sportwagenbau zu, weil er sich über seinen privat gefahrenen Ferrari ärgerte. Beim Internationalen Automobilverband Fia leitet Domenicali die Monoposto-Kommission.

          Domenicali wird seinen Vorstandsposten vor dem Hintergrund des wesentlichen Erfolgs Careys als Formel-1-Vorstand antreten: Vor wenigen Wochen hatten alle Rennställe das sogenannte Concorde-Agreement, den Grundlagenvertrag der Serie bis einschließlich der Saison 2025, unterschrieben. Mercedes, das den Wettbewerb seit Jahren beherrschende Team, hatte sich allerdings eine Ausstiegsklausel jeweils zum Jahresende ausbedungen.

          Zudem übernimmt Domenicali seine Aufgabe in einem Umfeld, in dem etliche der Personen, die die Formel 1 in seiner Zeit bei Ferrari prägten, wesentliche Rollen innehaben: Jean Todt, dessen Sportdirektor Domenicali bei Ferrari vor der Beförderung zum Rennleiter war, ist Präsident der Fia, so dass die Rennserie und die Regelhüter von ehemaligen Ferrari-Teamchefs geführt werden. Ross Brawn, erfolgreicher Ingenieur der Schumacher-Ära bei der Scuderia, ist Sportdirektor der Formel 1 – und selbst sein langjähriger Nummer-eins-Fahrer Alonso gibt sein Comeback in der kommenden Saison: bei Renault.

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