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Nach Webbers Abschied : Kopilot gesucht

Wer passt am besten zu Sebastian Vettel? Bild: imago sport

Wer fährt nach Webbers Abschied an Vettels Seite? Red Bull steht vor einer Grundsatzentscheidung: Entweder gibt der Formel-1-Rennstall dem eigenen Nachwuchs eine Chance, oder er verpflichtet einen Routinier.

          4 Min.

          Zwei glückliche Menschen, sie lächeln, in ihren Blicken steckt Selbstbewusstsein und Angriffslust. Sebastian Vettel und Mark Webber. Große Fotos der beiden hängen im Motorhome von Red Bull, doch in ein paar Monaten wird eines von ihnen abgehängt. Webber verlässt die Formel 1 nach dieser Saison, der Australier will nicht länger ein Schattenmann des Deutschen sein und wird deshalb künftig für Porsche im Langstreckensport an den Start gehen. Damit wird eines der begehrtesten Cockpits in der Formel 1 frei. „Diese Situation darf teamintern keine Unruhe auslösen“, sagt Vettel. „Aber natürlich wird immer viel spekuliert, doch davon dürfen wir uns nicht beeinflussen lassen.“

          Michael Wittershagen
          Zuständig für den Sport in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Fünf Jahre sind Vettel und Webber gemeinsam für Red Bull an den Start gegangen, eine Freundschaft zwischen beiden gab es nie, doch seit 2010 wurde diese Kombination nicht mehr besiegt: Drei Fahrertitel, drei Konstrukteurstitel - das ist der Maßstab. Was den Neuen bei Red Bull auszeichnen sollte? „Es ist nicht wichtig, wer der Teamkollege ist. Wenn du gewinnen willst, musst du den Rest schlagen“, sagt Vettel. In der kommenden Woche wird er 26 Jahre alt, er ist noch immer einer der Jüngsten im Fahrerlager. Aber Vettel hat sich durch seine Erfolge und sein Auftreten längst eine Machtposition erarbeitet, er wird mitentscheiden dürfen über den Mann an seiner Seite. „Natürlich fragen wir Sebastian nach seiner Meinung“, sagt Teamchef Christian Horner. „Er fährt dort draußen gegen diese Jungs, er sieht Dinge, die uns vielleicht gar nicht auffallen.“

          „Viele unterschätzten das Niveau der Formel 1“

          Red Bull betreibt eines der aufwendigsten Systeme für talentierte Rennfahrer. Schon Jugendliche nimmt der österreichische Brausehersteller unter Vertrag und investiert Millionen in ihre Ausbildung. In den verschiedenen Nachwuchsklassen müssen sie ihre Fähigkeiten beweisen, nur wer sich behauptet, darf Teil des Systems bleiben. Experten kümmern sich um die richtige Ernährung, in Thalgau bei Salzburg wurde für die Athleten ein modernes Trainingszentrum aufgebaut. Es ist der Mittelpunkt des Red-Bull-Sportimperiums. Und Vettel gilt als das Musterbeispiel dafür, dass diese Förderung funktioniert.

          Kimi Räikkönen Bilderstrecke
          Kimi Räikkönen :

          Freitagnachmittag in der „Energy Station“, der gemeinsamen Begegnungsstätte von Red Bull und dem Schwesterteam Toro Rosso bei den Rennen in Europa. Im Erdgeschoss auf der linken Seite sitzt Franz Tost, das Licht der Fernsehkamera leuchtet ihm ins Gesicht. Nachdem Webber seinen Abschied verkündet hat, rückt der 57 Jahre alte Österreicher wieder in den Fokus, er ist der Teamchef von Toro Rosso und damit verantwortlich für den Nachwuchs. „Viele unterschätzten das Niveau der Formel 1“, sagt Tost dieser Zeitung. „Um hier Erfolg zu haben, musst du ein richtig gutes Fundament aufbauen, und das braucht Zeit.“ Ob er seinen beiden Fahrern Daniel Ricciardo und Jean-Éric Vergne zutraue, sich bei Red Bull durchzusetzen? „Ja, aber ob die nächste Saison schon die richtige Saison ist, das kann ich noch nicht sagen. Man muss den Fahrern die nötige Entwicklungszeit geben“, sagt Tost. „Man spricht bei Red Bull vom Weltmeisterteam. Diese Position will man logischerweise nicht aufgeben.“

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