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Nach Bianchi-Unfall : Formel 1 plant Tempolimit

Nachdenklich: Charlie Whiting, der Renndirektor der Formel 1 am Freitag in Sotschi. Bild: AFP

Die Formel 1 reagiert auf den schweren Unfall des Franzosen Jules Bianchi in Suzuka. Fahrer sollen demnächst durch ein ferngesteuertes Tempolimit gebremst werden, wenn abseits der Strecke Fahrzeuge geborgen werden müssen.

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          In der Formel 1 sollen Fahrer demnächst durch ein ferngesteuertes Tempolimit gebremst werden, wenn abseits der Strecke Fahrzeuge geborgen werden müssen. Diese Konsequenz zieht der Formel-1-Rennleiter Charlie Whiting aus dem schweren Unfall des Franzosen Jules Bianchi am vergangenen Sonntag in Suzuka.

          Christoph Becker
          Sportredakteur.

          Bianchi hatte die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren, als Streckenposten die Fahrer mit Flaggensignalen zu langsamerer Fahrt angehalten hatten, weil abseits der Strecke der Rennwagen von Adrian Sutil von einem Radlader geborgen werden musste. In der Folge raste Bianchi in den Radlader. Bianchi liegt mit einem schweren Schädel-Hirn-Trauma im Koma. Sein Zustand sei kritisch, sagte Jean Todt, der Präsident des Internationalen Automobilverbandes Fia am Freitagabend auf einer Pressekonferenz in Sotschi.

          Noch unklar, wann das Tempolimit kommt

          Whiting stellte der Presse die Ergebnisse seiner vorläufigen Unfalluntersuchung vor, die er zuvor auch den Formel-1-Piloten mitgeteilt hatte, die in Sotschi am Sonntag zum Großen Preis von Russland starten sollen. Der Ablauf von Bergungsaktionen wird sich einstweilen nichts ändern. Bergefahrzeuge würden in Sotschi mit „extremer Vorsicht“ eingesetzt werden, betonte Whiting, stellte aber klar, dass die Streckenposten und das medizinische Personal in Japan „nicht besser hätten handeln“ können.

          Er hatte zu Beginn der Pressekonferenz Videosequenzen zeigen lassen, die den Unfallhergang in Japan zeigen. Darauf wird deutlich, dass die Streckenposten die Flaggensignale korrekt eingesetzt haben. Whiting sagte, nach den Daten, die ihm vorliegen, habe Bianchi angesichts der gelben Flaggen sein Tempo verringert. Es sei aber nicht klar, mit welcher Geschwindigkeit Bianchi mit dem Radlader zusammengestoßen sei.

          Künftig solle das von außen aktivierte Tempolimit sicherstellen, dass im Gefahrenfall alle Fahrer ihre Fahrt im gleichen Maße verlangsamen. Wann das Tempolimit eingeführt wird, ist noch unklar, da die Teams unterschiedliche technische Systeme verwenden, die eine solche Maßnahme möglich machen. Todt kündigte an, das Untersuchungsergebnis von einer Expertenkommission untersuchen zu lassen. „Wir dürfen nicht noch einmal vor einer solchen Situation stehen“, sagte der Fia-Präsident mit Blick auf den Unfall in Japan.

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