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Formel E in Saudi-Arabien : Nur Marketing-Event oder ernsthafter Motorsport?

Bekommen sie die Kurve? Die Formel E zieht es in die Stadtzentren zu den Menschen. Bild: Imago

Sorgt die Formel E wirklich für eine saubere Zukunft? Die Gegenwart ist es jedenfalls nicht. Und wieso startet die Rennserie im umstrittenen Saudi-Arabien? Ein widersprüchlicheres Sportereignis ist schwer vorstellbar.

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          Bis zu 25,6 Milliarden Dollar (etwa 23,11 Milliarden Euro) will Saudi-Arabien demnächst durch den Börsengang des staatlichen Ölkonzerns Aramco einnehmen. Dabei werden nur 1,5 Prozent der Unternehmensanteile verkauft, der Wert von Saudi Aramco wird damit auf etwa 1,7 Billionen Dollar (1,53 Billionen Euro) veranschlagt. Das ist unfassbar viel Geld. Etwa 260 Millionen Dollar (235 Millionen Euro) – so viel ist es Saudi-Arabien nach Informationen des Fachmagazins „Auto Sport“ wert, dass die Formel E in jedem Jahr bis einschließlich der Saison 2028/29 auf dem Stadtkurs von Diriyya, einem Vorort von Riad, seine Runden dreht. Im Verhältnis zu den Aramco-Milliarden sind das Peanuts.

          Michael Wittershagen

          Zuständig für den Sport in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Und doch soll es gut angelegtes Geld sein. Denn die Formel E soll das Image von Saudi-Arabien ordentlich aufpolieren – auch wenn es nach einem Widerspruch klingt. Dort der größte Erdölexporteur der Welt, da die erste vollelektrische Monocoque-Weltmeisterschaft überhaupt; dort der Folterstaat, der unter anderem die Rechte von Frauen und Kindern massiv einschränkt, da eine Rennserie, die für sich in Anspruch nimmt, ihren Beitrag für eine bessere Welt zu leisten. „Zumindest genug Sonne für erneuerbare Energien hätten sie ja in Saudi-Arabien, um die E-Autos tatsächlich mit sauberem Strom zu betanken. Für mich ist es aber ehrlich gesagt total egal, ob es nun um die Vergabe von Rennen mit E-Autos oder um eine Fußball-WM geht: Ich wünsche mir, dass auch Frauenrechte, der Umgang mit Homosexuellen oder kriegerische Einmischung in Nachbarländer wie im Jemen in die Entscheidung einbezogen werden“, sagt Cem Özdemir, Bundestagsabgeordneter der Grünen der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung: „Sport, Entertainment und Menschenrechtsverletzungen passten vielleicht im alten Rom zusammen, aber nicht im 21. Jahrhundert.“

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