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MotoGP : Rossi liefert Siege, Bradl Informationen

Ewiger Sieger: Valentino Rossi Bild: AFP

Immer wieder Rossi: Der italienische Superstar gewinnt auch den Grand Prix von Spanien. Der Deutsche Bradl kämpft dagegen mit der Technik.

          Sogar der spanische König Juan Carlos war unter den Zuschauern beim Europa-Auftakt der Motorrad-Weltmeisterschaft beim Großen Preis von Spanien am Sonntag in Jerez. Was er sah beim Rennen in der Königsklasse MotoGP, war ein italienischer Sieg. Denn Valentino Rossi dominierte diesen Grand Prix. Schon am Samstag hatte er sich die Pole Position gesichert, am Sonntag musste er sich nur einmal gegen seinen Yamaha-Teamkollegen Jorge Lorenzo wehren. Sein Vorsprung war am Ende so groß, dass Rossi die letzten 400 Meter vor dem Ziel auf dem Hinterrad fahren konnte. Dritter wurde Honda-Pilot Marc Márquez, der in der WM-Wertung weiter führt (82 Punkte), vor Lorenzo (65) und Rossi (58). „Dieser Sieg hat einen ganz speziellen Geschmack“, sagte Rossi: „Das fühlt sich richtig gut an.“

          Michael Wittershagen

          Zuständig für den Sport in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Die Ingenieure der Teams wurden am Sonntag überrascht von den hohen Temperaturen an der Strecke. Etwa dreißig Grad Celsius in der Luft, mehr als vierzig Grad Celsius auf dem Asphalt – die verschiedenen Reifenmischungen von Michelin wurden so an ihre Grenzen gebracht. Márquez etwa berichtete nach dem Rennen von drei Beinahestürzen, Weltmeister Lorenzo schimpfte und war auch Minuten danach noch aufgebracht, als er sagte: „Ich hätte heute vermutlich mit großen Vorsprung gewonnen. Aber ich konnte auf der Geraden das Gas nur noch zu 80 Prozent aufdrehen – sonst hätten die Reifen durchgedreht.“ Nur einer lächelte, nahm die Glückwünsche entgegen und hörte die „Vale!“-Sprechchöre von den Tribünen. Rossi, inzwischen 37 Jahre alt, und selbst im Motorrad-Land Spanien beliebt. „Das Motorrad war toll“, sagte er. „Wir haben seit Freitag an der Abstimmung gearbeitet, und das hat sich wirklich ausgezahlt.“ Bei schwierigen Bedingungen zeigte sich abermals all seine Erfahrung.

          Hatte Technikprobleme: Stefan Bradl

          Rossi, Lorenzo und Márquez machen den WM-Kampf wieder mal zu einem Dreikampf. Für den 26 Jahre alten Deutschen Stefan Bradl hingegen geht es wieder einmal um seine Zukunft im Motorradgeschäft. Am Ende der Saison läuft sein Vertrag bei Aprilia aus, ebenso wie der seines Teamkollegen Alvaró Bautista. „Es ist ein harter Kampf zwischen uns“, sagt Bradl. Schließlich hat das Team schon einen neuen Fahrer für die neue Saison verpflichtet, Sam Lowes. Der 25 Jahre alte Brite könnte als neuer Moto2-Weltmeister kommen. In Jerez siegte er vor dem Deutschen Jonas Folger und baute dadurch seine Führung in der Gesamtwertung aus. Lowes machte in seiner Karriere bisher durch viele Stürze und seinen beeindruckenden Speed auf sich aufmerksam. Setzt sich Bradl nun gegen Bautista durch, erwartet ihn dort der nächste harte Gegner im eigenen Team.

          Immerhin stimmt die Form bei Bradl. Beim Saisonauftakt in Qatar stürzte er zwar, doch in Argentinien und den Vereinigten Staaten überzeugte er mit den Plätzen sieben und zehn. Die Ingenieure von Aprilia haben die Maschine kontinuierlich weiterentwickelt. Bradl sagt, dass sie sich inzwischen weit besser fahren lasse, und trotzdem ist der Abstand zur Spitze enorm. Am Samstag qualifizierte er sich als Achtzehnter für das Rennen in Spanien und lag dabei etwas mehr als zwei Sekunden hinter Rossi zurück. Allerdings hatte Bradl dabei mit Problemen zu kämpfen. Ein Sensor, zuständig für die Traktionskontrolle am Hinterrad, war kaputtgegangen. Bradl kämpfte danach immer wieder mit durchdrehenden Reifen. Im Rennen aber ging es voran. Schon nach einer Runde kreiste Bradl auf Platz dreizehn. Aber weder Tempo noch Position konnte er halten. Dort ein Fehler, hier die fehlende Leistung, da der nachlassende Grip der Reifen – am Ende reichte es nur zu Platz vierzehn, 47 Sekunden hinter Rossi. Immerhin gab es dafür noch zwei Punkte in der Gesamtwertung. Sein Teamkollege Bautista stürzte und verlor gegen Bradl damit an Boden.

          Die Aprilia-Verantwortlichen aber betonen immer wieder, dass es vorangehe, und loben ausdrücklich die Informationen, die ihnen Bradl liefere. Der Mann aus Zahling in Bayern ist als Entwicklungshelfer unterwegs – auch in eigener Sache.

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