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Motorsport : Audi steigt bei DTM aus

Die Karawane wird bald nur noch halb so viele Teilnehmer haben: Audi steigt aus, BMW bleibt zurück. Bild: dpa

Nur noch in diesem Jahr will Audi an DTM-Rennen teilnehmen, sofern diese angesichts der Corona-Einschränkungen überhaupt stattfinden. Für 2021 bleibt nur BMW im Wettbewerb.

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          Audi steigt aus der Tourenwagen-Serie DTM aus. Das bestätigte das Unternehmen am Montag dieser Zeitung. „Wir hatten ohnehin gesagt, dass es eine Vereinbarung bis Ende 2020 gibt und wir dann schauen, wie es weitergeht“, sagte ein Sprecher. Die Corona-Pandemie hat den Schritt offenbar beschleunigt.

          Anno Hecker

          Verantwortlicher Redakteur für Sport.

          „Heute ist ein schwieriger Tag für den Motorsport in Deutschland und Europa“, sagte DTM-Chef Gerhard Berger: „Ich bedaure die Entscheidung von Audi, sich 2021 aus der DTM zurückzuziehen, außerordentlich. Sie ist zu respektieren, auch wenn die Kurzfristigkeit, mit der diese Entscheidung mitgeteilt wurde, mich, unseren Partner BMW und alle weiteren Teams vor besondere Herausforderungen stellt. Hier hätten wir uns – gerade in Corona-Zeiten – ein Vorgehen im Sinne unserer gemeinsamen Gesellschaft gewünscht.“

          Die DTM sucht seit dem Rückzug von Mercedes nach einem dritten Hersteller neben Audi und BMW. „In der Corona-Krise ist mit einer Zusage kaum zu rechnen“, hieß es am Montag bei Audi. Zuletzt hatte sich R-Motorsport, der Lizenznehmer von Aston Martin, aus dem Wettbewerb zurückziehen müssen. Für 2021 bliebe, insofern kein neuer Konzern gefunden würde, nur BMW als Werksteam im Rennen.

          Nach Einschätzung von Berger werde die Zukunft der DTM nun „sehr stark davon abhängen, wie die Partner und Sponsoren auf diese Entscheidung reagieren.“ Umso mehr erwarte er sich jetzt von Audi „eine ordnungsgemäße, verantwortungsvolle und partnerschaftliche Abwicklung des geplanten Ausstiegs.“ Sein ganzes persönliches Engagement gelte bis dahin der Rennsaison 2020. „Wir möchten so schnell wie möglich Planungssicherheit für die Teams, die hunderttausende Fans, die Sponsoren und alle Mitarbeiter schaffen, deren Arbeitsplätze an der DTM hängen.“

          Die Sportabteilung von Audi werde sich nun anschauen, welche Alternativen es gibt und dem Vorstand einen entsprechenden Vorschlug unterbreiten. Audi ist mit einem Werksteam in der Formel E aktiv, der batteriebetriebenen Rennserie nach Formel-1-Vorbild. Der Fokus auf die Elektromobilität auch bei Audi verstärkte den Druck, sich der DTM zu entziehen.

          Am Montagnachmittag wurden die Mitarbeiter und Fahrer über den Schritt unterrichtet. Demnach wird das Unternehmen in diesem Jahr mit seinen Boliden noch an Rennen teilnehmen, sollten dies nicht den Auflagen der Corona-Einschränkungen zum Opfer fallen. Die DTM-Führung plant, im Juli am Norisring einen Wettlauf ohne Zuschauer auf den Beine zu stellen.

          Audi fuhr in der wiederbelebten DTM ab dem Jahr 2000 zunächst mit dem Privatteam Abt, seit 2004 tritt die Marke als Werksteam an. Das Tochterunternehmen von VW ist der einzige Hersteller, der in allen 20 Jahren seit der Neugründung teilnahm. In diesem Zeitraum gewann Audi sieben Mal den Konstrukteurs und neun Mal den Fahrertitel. Auch in der Vorgängerserie, der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft, war Audi von 1990 bis zum Ausstieg nach einem Streit unter den Herstellern 1992 unterwegs und siegte 1990 und 1991 im Kampf um den Fahrertitel. Im vergangenen Jahr gelang dem Team die erfolgreichste Saison in Audis DTM-Geschichte mit Titeln in allen Wertungen.

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